Das Personalkarussell dreht sich

Abschied aus dem Hachinger Sportpark: Florian Niederlechners Wechsel zum Liga-Konkurrenten 1. FC Heidenheim ist jetzt perfekt. FOTOS (2): ROBERT BROUCZEK

Unterhaching - Am Tag vor der Abreise in Trainingslager in Belek (Türkei) hat sich bei der SpVgg Unterhaching gestern noch einmal das Personalkarussell gedreht. Der Klub vermeldete zwei Abgänge und einen Neuzugang sowie zwei weitere Personalien.

Fix ist nun der Wechsel von Stürmer Florian Niederlechner (22) zum 1. FC Heidenheim. Der mit acht Treffern beste Torschütze der SpVgg unterschrieb - wie schon vor drei Wochen kolportiert - beim Drittliga-Konkurrenten einen Vertrag bis 2015. Sportlich ein herber Verlust, weil der Transfer aber eine anständige Ablöse in die Hachinger Kassen spült, ein logischer Vorgang, dass der Klub den Wechsel absegnete.

„Ich habe von Anfang an gesagt, dass die wirtschaftliche Konsolidierung des Vereins im Vordergrund steht“, so SpVgg-Präsident Manfred Schwabl gestern, „deshalb haben wir zugestimmt.“ Über die gezahlte Ablöse wurde Stillschweigen vereinbart. „Wie beim Wechsel von Sascha Bigalke gibt es dabei nur Gewinner“, sagt Schwabl, „ausschlaggebend war, dass Florian das machen wollte. Er stellt sich finanziell in Heidenheim sicher auch nicht schlechter.“

Niederlechner war 2011 aus Ismaning nach Unterhaching gewechselt und hatte in insgesamt 56 Partien 16 Tore erzielt und weitere 14 vorbereitet. „Flo ist ein Super-Typ und es fällt uns schwer, ihn abzugeben“, so Schwabl.

Sein Comeback verzögert sich: Roland Sternisko musste erneut am Knie operiert werden.

Keine finanziellen, sondern berufliche Gründe spielten bei Marcel Kappelmaier eine Rolle. Der Vertrag des 21-jährigen Abwehrspielers wurde auf dessen Wunsch hin aufgelöst. Kappelmaier war vor der Saison vom TSV 1860 II zur SpVgg gekommen, hatte zu Saisonbeginn einen Stammplatz in der Abwehr, fiel nach sechs Einsätzen aber wegen einer Verletzung aus. Nun möchte sich der gebürtige Ingolstädter beruflich in eine andere Richtung verändern und nicht mehr im Profibereich Fußball spielen.
Weil nach Manuel Fischer nun mit Niederlechner ein zweiter Stürmer den Verein verlassen hat, ist es im Hachinger Angriff dünn gewordem. Mit Andreas Voglsammer und dem jungen Jannik Haberer stehen nur noch zwei Stürmer zur Verfügung. Deshalb hat die SpVgg inzwischen die Angel nach einem neuen Offensivmann ausgeworfen. „Ein Mann mit gewisser Erfahrung auf dem Buckel“, kündigte Schwabl an. Eine Einigung stand bis gestern noch aus - gut möglich, dass der neue Mann aber bereits mit in die Türkei fliegt.

Als vierten Neuzugang nach den beiden 17-jährigen Michael Zetterer und Maximilian Bauer sowie Florian Bichler (21) von der SpVgg Greuther Fürth II präsentierte Haching gestern Benjamin Kauffmann. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler kommt vom SV Babelsberg und kehrt in seine bayerische Heimat zurück. Ausgebildet wurde Kauffmann in der Jugend des TSV 1860, daher ist er für Hachings Chefcoach Claus Schromm kein Unbekannter. Für Ingolstadt spielte er einmal in der Zweiten Liga, seit Sommer 2011 lief er für Babelsberg 34 Mal in der Dritten Liga auf (4 Tore).

Kauffmann unterschrieb bis 2014, der Vertrag verlängert sich um ein weiteres Jahr, sofern er eine bestimmte Anzahl von Spielen absolviert. „Ein kleiner, quirrliger Spieler“, charakterisiert Präsident Schwabl den Neuzugang, „der leider lange verletzt war. Da ist es nicht schlecht, wenn man zu seinen Wurzeln zurückkehrt, um sich wohler zu fühlen.“

Mit ins Trainingslager fliegt heute auch Benjamin Schwarz (26), der im Sommer beim TSV 1860 keinen Vertrag mehr bekam und seitdem vereinslos ist. Seit Oktober trainierte er schon zur Probe bei der SpVgg mit, wo er in der Rückrunde der Saison 2009/2010 bereits als Leihspieler unter Vertrag stand, aber nur auf zwei Einsätze kam. Nach einer erneuten Knie-Operation versucht er, wieder Fuß zu fassen. „Er kann sich bei uns fit halten und Anschluss finden“, so Schwabl, „ob er jemals für uns spielen wird, ist aber völlig offen.“

Schlechte Nachrichten gibt es derweil von Roland Sternisko. Nach seinem Kreuzbandriss Ende der vergangenen Saison musste der defensive Mittelfeldspieler erneut unters Messer. Bei dem Eingriff wurden freie Gelenkkörper entfernt. Das Comeback des 24-Jährigen wird sich nun vermutlich bis zur neuen Saison verzögern.

Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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