Der Buchbacher trainierte schon unter Heiko Vogel und Hermann Gerland

Petrovic im Video-Interview: "Ich hätte es in die Bundesliga schaffen können"

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Aleksandro Petrovic unterhielt sich im exklusiven Video-Interview mit Christoph Seidl von Fussball-Vorort.

TSV Buchbach - Im Fußball ist es oftmals wie im Leben. Die wenigsten Sachen laufen am Ende so ab, wie man es sich zu Beginn vorgestellt hat. So auch bei Aleksandro Petrovic, der nach verheißungsvollen Jugendjahren inzwischen beim TSV Buchbach in der Regionalliga Bayern kickt.

Für Aleksandro Petrovic steht eines fest: "Ich habe mein Talent verschwendet", wie er mit ein wenig Wehmut in der Stimme feststellt. Die Erkenntnis rührt aus seiner Jugendzeit beim FC Bayern München, als er in praktisch jedem Jahrgang eine Art "Überflieger" war. Dem heute 27-jährigen Serben fiel es damals verhältnismäßig leicht, sich im Kader des Rekordmeisters zu behaupten und als Mittelfeld-Dirigent zu glänzen. In seinen Augen sogar zu leicht. "Dadurch habe ich nie gelernt, mich wirklich durchzubeißen. Ich habe während meiner ganzen Zeit beim FC Bayern keine einzige Sondereinheit geschoben", so der jetzige Buchbacher, "und bei den Herren dachte ich, es geht einfach so weiter."  

 

Am Ende sollte es jedoch anders kommen. Nach der A-Jugend zog es Petrovic zunächst zum FK Zemum in die serbische Liga. Er hatte zu diesem Zeitpunkt sogar ein Angebot des SSC Neapel, dem ehemaligen Verein von Diego Maradona, vorliegen. Dieser spielte damals jedoch noch in der drittklassigen Serie C und war noch weit davon entfernt, den heutigen Status eines Spitzenklubs einzunehmen. Nur eineinhalb Jahre später folgte dann der Transfer zum Ost-Kult-Klub Dynamo Dresden. In den folgenden zwei Jahren brachte er es auf 30 Spiele in der 3. Liga und etablierte sich im Kader der ersten Mannschaft. Petrovic schien auf dem besten Weg, sich seinen Traum vom Leben als Fußball-Profi zu verwirklichen.

Doch nach vertraglichen Querelen nahm seine Zeit in Sachsen ein abruptes Ende und Petrovic war plötzlich vereinslos. Im Nachhinein für ihn ein großer Fehler. "Ich hatte mehrfach ein Angebot zur Vertragsverlängerung in Dresden vorliegen. Aber ich wollte zurück nach München habe auf ein Engagement bei den Löwen gehofft. Das hätte ich nicht machen dürfen", ärgert er sich über seine damalige Entscheidung. Im Anschluss blieb Petrovic fast ein dreiviertel Jahr ohne Klub und heuerte letztendlich im März 2011 beim damaligen Bayernligisten TSV Buchbach an.

Zwar kann man das Kapital "Profifußball" wohl seither als geschlossen ansehen, aber die Liaison zwischen Petrovic und dem TSV funktionierte auf Anhieb prächtig. Der technisch beschlagene Mittelfeldakteur drückte dem Spiel des Dorf-Vereines nun schon in 161 Partien seinen Stempel auf und verbuchte dabei 48 Treffer und 25 Vorlagen. So wurde bereits im ersten Jahr der Aufstieg in die Regionalliga realisiert und bis jetzt erfolgreich die Klasse gehalten. Nach der Meinung von Petrovic soll dies auch in Zukunft so bleiben. "Meine Aufgabe in Buchbach besteht darin, dass wir nicht absteigen. Und solange ich hier bin, wird das auch ganz sicher nicht passieren", gibt sich der sympathische Fußballer selbstbewusst.

Gerland zu Petrovic:  "Wer bei mir das Training abbricht, den will ich die nächsten sechs Wochen nicht sehen"

Aber aus seiner bewegten Karriere kann er auch die eine oder andere lustige Anekdote zum Besten geben. So erinnert er sich gerne an die Zeiten beim FC Bayern unter Trainer-Legende Hermann Gerland. "Ich habe mir damals im Training das Knie verdreht und musste die Einheit abbrechen. Als ich dann beim nächsten Training wieder auf den Platz wollte, fuhr mich Hermann Gerland an: 'Hey, Fettsack! Was machst du hier? Wer bei mir das Training abbricht, den will ich die nächsten sechs Wochen nicht sehen!'", erzählt er mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Was sich sonst alles in seiner Karriere ereignet hat und wieso er trotz seiner verpassten Chancen ein zufriedenes Leben führt, erfahrt ihr in unserem großen Video-Interview. 

Quelle: fussball-vorort.de

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