Plesche ärgert sich über Standard-Tore

FC Pipinsried: Kater vom Löwen-Spiel ist (fast) verflogen

Allzweckwaffe des FC Pipinsried: Giovanni Goia ist vielseitig verwendbar. Foto: hae

Acht Tage nach dem Spiel des Jahres beim TSV 1860 München gilt es für den FC Pipinsried, den Alltag zu meistern. Doch wer glaubt, dass die kommende Aufgabe leichter ist als jene gegen die Löwen, der täuscht sich gewaltig. Mit dem FV Illertissen stellt sich am Samstag um 14 Uhr eine Spitzenmannschaft in der FCP-Arena vor, die in den vergangenen Jahren zumeist im oberen Drittel der Tabelle stand.

Giesing ist Geschichte, das Jahrhundertspiel ist raus aus dem Pipinsrieder Spielerkopf. 12?500 Zuschauer sahen das ungleiche Duell Millionenstadt gegen Dorf, das 3:0 für die Löwen war gerecht. Gerecht deshalb, weil der FC Pipinsried nie zu seinem Spiel fand, zu ängstlich agierte und sich nicht an die Weisungen des Trainers hielt.

Vor dem Match wurde auf Standards hingewiesen, Zuteilungen wurden gemacht. Doch bereits nach einer Minute klingelte es im FCP-Kasten – nach einem Standard. „Das kann einfach nicht sein. Zumal ausdrücklich drauf hingewiesen war“, zeigt sich der Pipinsrieder Manager Roman Plesche noch eine Woche nach dem Spiel mächtig angefressen.

„Wenn dann auch noch einige Spieler das spielen, was sie meinen spielen zu müssen und sich nicht an die Vorgaben halten, na, dann kommt halt so was raus wie am vergangenen Freitag“, so Plesche. „Das war nix, das war gar nix. Wir haben völlig mutlos gespielt. Einige haben wohl zu sehr die große Kulisse genossen“, echauffiert sich der Pipinsrieder Macher.

Jetzt den Schalter umzulegen ist sicherlich nicht einfach, doch zwingend notwendig. Denn mit dem FV Illertissen kommt ein Team ins Ilmtal, das für die Regionalliga Bayern eine Dauerkarte besitzt und seit vier Spielen ungeschlagen ist.

Welche Umstellungen der junge Pipinsrieder Trainer Fabian Hürzeler vornehmen wird, bleibt zunächst sein Geheimnis. Sicher erscheint nur, dass er selbst nach seiner Sperre wieder eine der beiden Sechser-Positionen im FCP-System übernehmen wird. Neben ihm wird aller Voraussicht nach Philip Grahammer spielen, der zusammen mit Hürzeler eine gute Doppelsechs bilden sollte. Damit wäre dann auch schon fast die System-Frage geklärt. 4-2-3-1 hieß es in den vergangenen Spielen bei den Gelb-Blauen. Mit Einführung dieses Systems wurde die Defensive des Pipinsrieder Spiels gestärkt, allerdings ging auch die Torgefahr flöten. Mit lediglich zwölf geschossenen Toren in 14 Spielen hat der Aufsteiger die schwächste Offensive der Liga. Zu Saisonbeginn kickte der FCP im 4-1-4-1-System, allerdings fingen sich die Spieler um Markus Achatz und Dennis Liebsch damals Tor um Tor ein. Die Gegner nutzten die offensive Spielweise der ein wenig blauäugig zu Werke gehenden Pipinsrieder eiskalt aus. Nun gilt es für Trainer Fabian Hürzeler und dessen „Co“ Florian Dinser, die Balance zu finden, hinten den Laden dicht zu machen und nach vorne für Torgefahr zu sorgen. „Das ist für uns natürlich ein Lernprozess. In der Bayernliga ging es immer nur nach vorne, hier wirst du dafür sofort bestraft“, betont Plesche. „Trotzdem müssen wir mehr Druck machen. Gerade über die Außenpositionen haben wir noch einige Reserven, die wir ausschöpfen müssen“, fordert Plesche. Es wird also spannend zu beobachten sein, wie und vor allem in welcher Formation der FC Pipinsried die viertletzte Vorrundenpartie bestreiten wird.

Gegen den FV Illertissen muss der FC Pipinsried weiter auf seinen Kapitän Thomas Berger verzichten (Flitterwochen auf Sansibar). Die Fans dürfen sich auf jeden Fall auf eine tolle Partie freuen, denn mit dem FVI gibt eine der besten Regionalliga-Teams seine Visitenkarte im Ilmtal ab.

In der Partie Ilmtaler gegen Illertaler ist der Gast aus Illertissen der hohe Favorit. Die Mannschaft von Trainer Ilija Aracic rangiert derzeit auf Platz vier in der Tabelle, ist zudem seit vier Spielen ungeschlagen. Die Schwaben spielen seit 2012/2013 in der Regionalliga, sie haben sich als feste Größe etabliert. Die schlechteste Platzierung war Rang neun in der Saison 2014/2015.

In der vergangenen Saison löste Ilija Aracic Holger Bachthaler ab, der fünf Jahre als Coach des FVI tätig war. In seiner Amtszeit kann Aracic 18 Siege, acht Unentschieden und elf Niederlagen vorweisen, keine schlechte Bilanz.

Torjäger der Illertissener Mannschaft ist der erst 20-jährige Alexander Nollenberger, der bisher acht Volltreffer gelandet hat. Mit Marvin Weiss wechselte im Sommer ein Mittelfeldspieler an die Iller, der zuvor für den SC Freiburg und davor beim VfB Stuttgart in der 3. Liga im Einsatz war.

Mit Ex-Jugendnationaltorwart Janik Schilder und Routinier Sebastian Enderle sind zwei überdurchschnittlich starke Illertissener Spieler derzeit angeschlagen; ob der FV Illertissen in Pipinsried mit seiner stärksten Formation auflaufen wird, ist so zumindest sehr fraglich. Eine bärenstarke Mannschaft kann Coach Aracic aber trotzdem aufbieten.

Quelle: fussball-vorort.de

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