FC Pipinsried nach Traumstart Tabellenführer

+
Starke Flügelzange: Philip Grahammer (links) und Giovanni Goia, die hier Ernst Krumpholz vor Probleme stellen.

FC Pipinsried - Das war ein Auftakt nach Maß: Mit 4:1 (2:1) hat der FC Pipinsried die SpVgg Landshut zum Saisonauftakt vernascht. Dabei haben die Strobl-Mannen noch viel Luft nach oben, für die Plischke-Schützlinge könnte es dagegen heuer eng werden.

Was will man mehr? Beim 4:1-Sieg in Landshut zeigten die Pipinsrieder, was in ihnen steckt – eine ganze Menge. Ihr Erfolg war zu keinem Zeitpunkt gefährdet, trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs. Die Truppe von Tobias Strobl bestimmte über 90 Minuten das Geschehen, ohne sich wirklich verausgaben zu müssen. Allerdings lief manches noch nicht rund: Einige Pässe landeten beim Gegner, mancher Akteur schien nach 60 Minuten müde. Indes ist die Saison noch jung (und die Regenerationspause war kurz) – also kein Grund zur Besorgnis.

Für die erste Aufstellung hatte sich Strobl eine Überraschung ausgedacht: Junis Ibrahim saß draußen, Neuzugang Thomas Berger fing an. Der Ex-Ingolstädter fügte sich gut ein, ohne jedoch zu glänzen. Seine größte Tat war es, den Strafstoß zum 2:1 (45.) herausgeholt zu haben. Später konnten auch noch der Jungspund Peter Herger (71.) und der Ex-Sulzemooser Manuel Eisgruber (80.) ihre Bayernliga-Debüts feiern – beide deuteten dabei an, dass sie das Team auf Dauer verstärken könnten. Strobl selber stand am Spielfeldrand, er musste noch seine rote Karte aus dem Rosenheim-Relegationsmatch abbrummen.

Kaum war angepfiffen, zappelte das Leder auch schon im Landshuter Netz: Giovanni Goia hatte nach 81 Sekunden eine Lücke im Landshuter Defensivverbund erspäht und einfach abgezogen (0:1). Überhaupt Goia. Zusammen mit Philip Grahammer (Finkenzeller saß draußen) bildete der Flügelflitzer ein starkes Gespann auf der rechten Seite, deutlich stärker als Andreas Götz und Berger auf der gegenüberliegenden Bahn. Erst mit der Einwechslung Junis Ibrahims für den früheren Gerolfinger (59.) verschoben sich die Gewichte auf dem Platz.

Die Hausherren – ein junges Team, das fünf erfahrene Kräfte ersetzen musste – waren vom frühen Tor sichtlich schockiert. In den Folgeminuten sah es alles nach einem Pipinsrieder Durchmarsch aus: Die beste Chance hatte Serge Yohoua per Kopf (9.). Direkt davor hatte er versucht, sich einen Strafstoß zu erarbeiten – Referee Michael Bacher reagierte nicht (7.). Die Landshuter Fans ahnten Böses. Zu Unrecht, denn nach einem schönen Freistoß von Christian Gebhardt schöpften die Regierungsbezirk-Hauptstädter neuen Mut (14.). Und tatsächlich blieben sie durch Konter und Standardsituationen gefährlich. Prompt fiel der Ausgleich nach einem weiteren ruhenden Ball: Bei einem Freistoß ließ Yohoua seinen Gegenspieler Tobias Rewitzer entwischen (1:1, 36.).

Mit einem kühl verwandelten Elfmeter kurz vor dem Pausenpfiff machte der Ivorer seinen Fehler allerdings wieder gut (1:2, 45.). Ansonsten erwies sich der Ex-Profi als bärenstark. Er zauberte regelrecht, tanzte in einer Szene gleich drei Niederbayern aus, so dass ein hartgesottener Fan anerkennend kommentierte: „Das ist ja ein zweiter Ribery!“ Kurz darauf rauschte Yohoua einem Landshuter von hinten in die Beine und sah gelb (54.), Strobl nahm seinen Freund später vom Feld. Davor hatte Yohoua allerdings schon das 1:3 erzielt (54.).

Anschließend war die Luft raus aus der Partie: Die Landshuter gaben sich auf, die Pipinsrieder taten nicht mehr als nötig. Kurz vor dem Schlusspfiff stellte Ibrahim das Endresultat her (1:4, 90.).

Strobl kommentierte entspannt: „Insgesamt bin ich zufrieden, auch mit unseren Neulingen. Wir haben den Gegner beherrscht, müssen aber noch lernen, unsere Fehler abzustellen.“ Sein Kollege Heiko Plischke ernannte die Gelb-Blauen prompt zu „einem der Meisterschaftsfavoriten“. Sicherlich auch aus Kalkül, denn er wollte seine junge Truppe nicht schon zum Saisonstart demotiviert sehen. Wobei der Auftritt der Pipinsrieder tatsächlich Lust auf mehr gemacht hatte. Schon am Mittwoch geht es weiter: Um 18.30 Uhr empfängt der Dorfclub den Aufsteiger 1. FC Bad Kötzting. Mindestens bis dahin ist der FCP Tabellenführer.

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Pokalkracher-Derby in Fürstenfeldbruck: Ziel Halbfinale
Pokalkracher-Derby in Fürstenfeldbruck: Ziel Halbfinale
Beim FC Ismaning müssen jetzt auch die Invaliden ran
Beim FC Ismaning müssen jetzt auch die Invaliden ran
VfR kommt vor dem Derby auf dem Zahnfleisch daher
VfR kommt vor dem Derby auf dem Zahnfleisch daher
Faber lässt sich vor Derby nicht in die Karten schauen
Faber lässt sich vor Derby nicht in die Karten schauen

Kommentare