3:1 Sieg in Garching

Pipinsried verlässt Abstiegszone

Mit seinem ersten Saisontor brachte Markus Achatz (2.v.r.) den FCP in Führung. FOTOS: OR

Anders als in der Aufstiegsrelegation 2015 behielt der FC Pipinsried diesmal beim VfR Garching die Oberhand. Durch den 3:1-Erfolg verlässt der Aufsteiger sogar die Abstiegs-relevante Zone und nähert sich dem Gegner vom Samstag ebenso an wie drei anderen Konkurrenten im Mittelfeld der Regionalliga Bayern.

Pipinsried/Garching – Einen Moment lang zögerte Roman Plesche. Pipinsrieds Manager ist es nicht gewohnt, so kurz nach Schlusspfiff wissensdurstigen Journalisten dezidierte Auskunft zu erteilen. Das übernimmt für gewöhnlich Fabian Hürzeler. Doch der Spielertrainer war für die Partie beim VfR nicht nur gesperrt; er weilte überdies nahe Frankfurt auf einem Trainerlehrgang.

Kurz vor Spielende funkte Hürzeler beim Plesche durch. Der aber wiegelte ab. „Da gehen wir jetzt nicht ran“, wollte er in einer zumindest latent turbulenten Schlussphase keine Nebenkriegsschauplätze eröffnen. Pipinsried hatte acht Minuten zuvor den Anschlusstreffer kassiert, musste sich dadurch wenigstens optisch einer Schlussoffensive der Platzherren erwehren. „Nach dem 1:3 kann es theoretisch noch einmal gefährlich für uns werden“, räumte Plesche ein. Wurde es aber nicht.

Garching erwischte einen ziemlich gebrauchten Tag, den Coach Daniel Weber mit dem „Sch...-Wort“ hätte bündig zusammenfassen können. Wollte er aber nicht. Im Gegenteil: Weber zeigte freundliche Gesichtszüge. Es gibt eben wichtigere Dinge im Leben als die Strapazen eines Trainers im hochklassigen Amateurfußball. Garchings Trainer ereilten vor der Partie Vaterfreuden. Zum dritten Male bereits. Da wird der Reformationstag zum ganz persönlichen Feiertag, an dem Weber auch die Gäste aus Pipinsried teilhaben lassen wollte. Die Garchinger Spieler schossen im defensiven Auftreten diverse Böcke, in der Anzahl so viele, dass ein Heimsieg nicht zu realisieren war.

Bereits nach einer Minute war Garchings Matchplan obsolet. FCP-Sturmtank Manuel Müller führte den Zweikampf entschlossener, verschaffte sich dadurch Freiraum auf dem halbrechten Flügel. Der Rest war lehrbuchreif. Pass in die Mitte zu Atdhedon Lushi – 1:0. Man mag es nicht glauben, aber es war der erste Saisontreffer für den 24-jährigen Albaner.

Pipinsrieds zweiter Treffer fiel unmittelbar mit dem Pausenpfiff. Markus Achatz kam nach einem Eckball im Sechzehner an den Ball und drosch das Spielgerät mit Schmackes in den kurzen Torwinkel.

„Die Tore haben wir zum richtigen Zeitpunkt gemacht“, bilanzierte Plesche. Dazwischen hatten beide Seite ihre Momente. Nach einem Offensiv-Einwurf lief der FCP in den Konter, aber Mario Staudigl zielte knapp drüber. Aluminium war später auch noch im Spiel. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass Pipinsried defensiv sehr stabil agierte. Durch den kurzfristigen Ausfall von Dennis Liebsch war der Aufsteiger ohnehin genötigt, mit Fünferkette anzutreten. Die rudimentäre Ausrichtung gab Hürzeler noch vor. An der Seitenlinie coachte dann Marco Krammel. Mit Feuereifer und Weitsicht. „Er könnte die Lösung als Co-Trainer sein“, wagte Plesche einen Blick in die nahe Zukunft.

Nach dem Seitenwechsel trat dann zunächst Thomas Reichlmayr in Erscheinung. Der FCP-Keeper packte beim Kopfball von Manuel Eisgruber den Reflex aus, später tauchte er einen Schlenzer von Orkun Tugbay aus der Ecke; und dem aus kürzester Distanz abziehenden Ex-Pipinsrieder Manuel Eisgruber gönnte Reichlmayr ebenfalls kein Erfolgserlebnis. Starke Vorstellung.

Allerdings war Pipinsried zu bei den beiden letzten Paraden längst oben auf. Kasim Rabihic stellte per Flachschuss früh nach Wiederbeginn auf 3:0, nachdem er zentral vor der Strafraum bestens freigespielt worden war. Die Gäste hatten in der Schlussphase durch Emre Arik und Gilbert Diep große Möglichkeiten, den finalen Sturmlauf zu unterbinden. „Wir müssen da kaltschnäuziger sein, den Sack früher zumachen“, kommentierte Plesche den Endspurt der Partie. In erster Linie lobte der Manager aber das wirklich gelungene Umschaltspiel seiner Mannschaft, zielte aber auch auf die leicht offensivere Ausrichtung der letzten Partien. „Es war eine Frage der Zeit, bis wir so unsere Tore machen.“ Und nach seiner ersten Pressekonferenz als Verantwortlicher erfüllte Plesche freilich auch den Wissensdurst seines Trainers via Handy.

Stenogramm

VfR Garching - FC Pipinsried 1:3 (0:2)

VfR Garching: Kai Fritz, Florian Mayer, Orkun Tugbay, Manuel Eisgruber, Nikolaos Salassidis (72. Stefan De Prato), Michael Weicker (46. Emre Tunc), Florian Pflügler (61. Tom Zimmerschied), Mike Niebauer, Semi Belkahia, Lirim Kelmendi, Mario Staudigl

FC Pipinsried: Thomas Reichlmayr, Thomas Berger, Denny Herzig, Arbnor Segashi, Philip Grahammer, Kasim Rabihic (83. Gilbert Diep), Christoph Burkhard, Andreas Schuster, Markus Achatz, Manuel Müller (63. Emre Arik), Atdhedon Lushi (68. Ünal Tosun)

Schiedsrichter: Steffen Brütting

Zuschauer: 530

Tore: 0:1 (2.) – Ati Lushi wird von Manuel Müller mustergültig bedient, er vollendet problemlos. 0:2 (45.) – Markus Achatz kommt nach einem Eckball im Sechzehner an den Ball, er drischt das Spielgerät mit Schmackes in den kurzen Torwinkel. 0:3 (55.) – Kasim Rabihic stellt per Flachschuss auf 3:0, nachdem er zentral vor der Strafraum bestens freigespielt worden ist.

Quelle: fussball-vorort.de

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