Ehemaliger SV-Planegg-Krailling-Kapitän im College Team

Planegger Florian Rieder spielt in den USA für die Hastings Broncos

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Bis zu fünfmal die Woche Training: Florian Rieder hat sich bei seinem College-Team Hastings Broncos einen Stammplatz im Mittelfeld erkämpft. Der ehemalige Fußballer des SV Planegg-Krailling wechselt nach einem Jahr in der Kleinstadt Hastings im Bundesstaat Nebraska nach Boston. 

Ein bisschen Show gehört dazu, das hat Florian Rieder in Amerika schnell gelernt. Die Tore für sein College-Team Hastings Broncos feierte er in der abgelaufenen Saison mit dem so genannten Millyrock-Dance – zur Freude vieler ehemaliger Mitspieler vom SV Planegg-Krailling, die seine Spiele im Livestream verfolgten.

Planegg/Hastings – „Dort ist alles etwas anders, aber es gefällt mir“, sagt der 19-Jährige. Er studiert seit Sommer 2018 mit Hilfe eines Fußball-Stipendiums in den USA Business-Administration, im vergangenen Jahr in der Klein-stadt Hastings im Bundesstaat Nebraska.

Am College verdienen die Fußballer zwar kein Geld, ein bisschen wie Profis fühlen dürfen sie sich dennoch. Alle Spiele werden live übertragen, jeder Spieler mit einem eigenen Video vorgestellt und die Laufleistungen bei Training und Spiel mit einem GPS-Tracker gemessen. Um den über 30 Spieler umfassenden Kader des Soccer-Teams in Hastings kümmern sich nicht weniger als sieben Personen, vom Chefcoach über einen Arzt bis zum so genannten Human Performance Trainer. Der trichtert den Spielern nicht nur ein, sich jeden Tag zu verbessern („Everyday one percent better“), sondern weist sie auch vor jedem Training an, sich zur Stimulierung der Muskeln selbst kleine Schläge zu versetzen. Als Rieder diese Anweisung das erste Mal hörte, wähnte er sich zunächst im falschen Film. Er stellte aber schnell fest: „Wir haben kaum Muskelverletzungen.“ Was den Fußball selbst angeht, war der Kulturschock für Rieder geringer. „Das Training mit Ball ist so ähnlich, wie ich es gewohnt bin“, berichtet der ehemalige Kapitän der Planegger A-Junioren.

Er erkämpfte sich nach Anlaufschwierigkeiten einen Stammplatz im zentralen Mittelfeld und konnte fünf Saisontore erzielen. Allerdings verpasste sein Team knapp den Einzug ins Finalturnier in Los Angeles. Die favorisierten Broncos unterlagen bei schneebedecktem Feld und nach zwei roten Karten im entscheidenden Spiel mit 2:3. Die Saison war bereits Mitte November beendet. So konnten immerhin Rieders Eltern, die sich für jedes einzelne Spiel den Wecker gestellt hatten, wieder öfter die Nächte durchschlafen.

Neben dem Studium war Rieder in den vergangenen Monaten hauptsächlich mit Training beschäftigt. Obwohl seine Mannschaft keine Pflichtspiele mehr zu absolvieren hatte, standen fünf Einheiten pro Woche und zusätzlich noch drei Schichten im Fitnessstudio auf dem Programm – ein Trainingsaufwand, der für Amateursportler hierzulande kaum umsetzbar erscheint. „In Deutschland muss man sich entscheiden, ob man sich auf den Fußball oder sein Studium konzentriert“, meint Rieder. Durch das College-System wird der Spagat zwischen Sport und akademischer Bildung erleichtert. Unterrichts- und Trainingszeiten sind aufeinander abgestimmt, zudem sind die Wege auf dem Campus kurz. Training um 7 Uhr, Unterricht um 8 Uhr ist keine Seltenheit.

Rieder ist nicht der erste ehemalige Planegger Jugendfußballer, der den Sprung über den großen Teich gewagt hat. Vor ihm zog es bereits Fabian Egger oder den inzwischen als Jugendtrainer beim FC Augsburg tätigen Yannic Thiel in die Staaten, letzteren sogar ebenfalls nach Hastings.

Auf die Idee gebracht hatte Rieder aber seine für den FFC Wacker München aktive Schwester, auch wenn die sich letztlich gegen einen USA-Aufenthalt entschied. Der Vater eines Mitspielers half bei der Erstellung der Spiel- und Highlight-Videos, die zur Bewerbung über die Agentur Monaco Sports notwendig waren. Zudem musste Rieder einen Allgemeinbildungs- sowie einen Sprachtest (TOEFL) absolvieren. Nahezu die gleiche Prozedur wiederholte Rieder in diesem Jahr, um sich für ein anderes College zu bewerben. Er war erfolgreich. Im August fliegt er nach Boston, wo er sein Studium fortsetzen wird. Er freut sich bereits auf eine größere Stadt, eine bessere Universität – und auch fußballerisch ist es ein weiterer Schritt nach vorne.

Quelle: Merkur.de

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