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Playoff-Finale: SC Moosburg findet seinen Meister

Screenshot der finalen Stellungen auf den vier Brettern bei der Finalpartie Moosburg gegen Paderborn. Rechts stehen die Einzelergebnisse.
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Eindeutiges Bild: Paderborn war für das SCM-Quartett eine Nummer zu groß – hier die finalen Stellungen.

Es wäre der ganz große Wurf gewesen: Die Schachspieler des SC Moosburg standen im Viertliga-Playoff-Finale der DSOL. Letztlich hatten sie aber keine Chance.

Moosburg – Nichts zu holen gab es für die Akteure des SC Moosburg am Freitag im Finale der 4. Liga in der Deutschen Schach-Online-Liga (DSOL). Am Ende gewann der Kontrahent aus Paderborn klar mit 3,5:0,5. Lediglich Moosburgs Kapitän Mathias Schwenck hatte gegen Robert Prieb ein Remis erzielt – und das Team aus der Dreirosenstadt mit einem halben Punkt überhaupt auf die Anzeigentafel gebracht.

„Der Gegner im Finale war dann doch eine Nummer zu stark“, analysierte der 51-jährige Kapitän nach dem Endspiel. „Eine reelle Chance auf einen Siegpunkt hatte eigentlich nur Almir Azemovic. Aber so, wie die restlichen Partien liefen, hätten wir auch mit einem Sieg an Brett eins verloren. Denn die Partien an den Positionen zwei und drei waren nur zu Beginn knapp, beide Spieler standen dann aber schnell auf verlorenem Posten.“ Schwenck weiter: „Genauso wie ich im Halbfinale nie das Gefühl hatte, dass wir verlieren könnten, so hatte ich diesmal das Gefühl, dass wir das auf keinen Fall gewinnen können. Die Paderborner waren wirklich gut und haben nicht zu Unrecht all ihre Partien klar gewonnen.“

Mathias Schwenck holt für Moosburg ein Remis

Das Endspiel gegen die Ostwestfalen begann kurios, denn SCM-Akteur Almir Azemovic schien sich verspätet zu haben. Jedenfalls musste Paderborns Niklas Schlangenotto mehr als sieben Minuten warten, ehe sein Gegner den ersten Zug mit den weißen Figuren auf das Brett brachte.

Die ersten Punkte wurden an diesem Abend am vierten Brett vergeben: Schwenck hatte eine schöne Variante vorbereitet, die sein Gegner jedoch bereits nach sieben Zügen zunichte machte. Danach verlief die Partie sehr taktisch, aber auch einigermaßen ausgeglichen. Trotz eines Bauern weniger baute sich der Moosburger Kapitän nach 37 Zügen eine sogenannte Remisschaukel mit seinem König auf H4. Das sah auch sein Kontrahent Robert Prieb so und bot das Remis an, was Schwenck gerne annahm.

Das zwischenzeitliche Unentschieden hatte jedoch nur kurz Bestand: Luis Hobmeier musste sich an Brett drei dem erfolgreichsten Spieler der Liga, Noah Stirnberg, geschlagen geben. Der Paderborner feierte damit im zehnten Spiel den neunten Sieg.

Schon der Einzug in die Endrunde war ein großer Erfolg

Mit dem Rückstand erhöhte sich der Druck auf die beiden verbliebenen Moosburger. Insbesondere ein Erfolg von Azemovic wäre nun wichtig gewesen. Der 35-jährige Serbe hatte nach der kurzen Auszeit zu Beginn seinen Gegner, der ein recht aktives Spiel aufgezogen hatte, in Zeitnot gebracht. Daher bot Paderborns Niklas Schlangenotto nach 21 Zügen das Remis an. Moosburgs Nummer eins hatte zu diesem Zeitpunkt aber einen Bauern mehr und wollte wegen der Geschehnisse auf den anderen Brettern unbedingt den Siegpunkt holen. Doch kurz darauf – die beiden Kontrahenten hatten gerade die Damen getauscht – unterlief Azemovic ein Leichtsinnsfehler, der ihn einen Turm kostete. Nach 31 Zügen musste der Moosburger aufgeben. Der Zähler ging an Schlangenotto, Paderborn ging uneinholbar mit 2,5:0,5 in Front. Dies erleichterte Matthias Melcher die Entscheidung, seine nahezu aussichtslose Partie gegen Moritz Brockhoff aufzugeben.

Damit endete das Playoff-Finale in der 4. Liga zwischen dem SK Paderborn I und dem SC Moosburg mit 3,5:0,5 für die Ostwestfalen. Das sei aber kein Beinbruch, findet Mathias Schwenck: „Wir hatten ja schon gar nicht damit gerechnet, dass wir überhaupt die Endrunde erreichen. Es war für uns schon ein Erfolg, dass wir jetzt noch drei Extrarunden bis ins Finale bekommen haben. Natürlich hätten wir auch das gerne gewonnen – doch das Wichtigste für mich war, dass wir mal wieder aktiv Schach im Wettkampf gespielt haben.“

Josef Fuchs

Lesen Sie auch den Bericht vom Halbfinale: Online-Schach: SC Moosburg macht Finaleinzug klar

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