Heimat und Tennis im Herz

Absage an mögliche Profi-Karriere: Christoph Geiger vom TSV 1880 Starnberg entschied sich einst gegen das Internat

Tennis in Vollzeit: Christoph Geiger gibt derzeit 25 bis 30 Stunden pro Woche Training – und spielt dazu selbst.
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Tennis in Vollzeit: Christoph Geiger gibt derzeit 25 bis 30 Stunden pro Woche Training – und spielt dazu selbst.

Christoph Geiger, TSV Starnberg, hätte es versuchen können, entschied sich aber einst dagegen, eine Tennis-Karriere zu probieren. Heute ist er „überglücklich“. Ein Porträt.

Starnberg – Christoph Geiger kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. „Ich habe schon viel gesehen von der Welt, schon in Spanien und Mexiko gelebt – aber hier ist es am allerschönsten“, sagt der Tennisspieler des TSV 1880 Starnberg. So richtig bewusst wurde ihm das einmal mehr während der Corona-Zeit, die der 25-Jährige fast komplett in Barcelona verbrachte. Geiger befand sich im Schlussspurt seiner Masterarbeit im Studiengang „International Business“ in der katalanischen Metropole, als die Pandemie über Europa hereinbrach.

Der gebürtige Unterbrunner beschloss, mit seiner Freundin während der Hochphase in der Wohnung in Barcelona zu bleiben – was sich letztlich als Verpflichtung herausstellte. „Wir waren sechs Wochen lang komplett zu Hause. Man durfte nur raus, um zum Supermarkt oder zur Apotheke zu gehen“, erzählt Geiger.

Wehmütig bezüglich der Corona-Einschränkungen in Deutschland

Die Einschränkungen seien deutlich drastischer gewesen als in Deutschland. „Ich habe immer wieder auf Instagram Videos vom tollen Wetter in Deutschland gesehen, bei dem die Leute draußen unterwegs sein durften“, berichtet er wehmütig. Er sei „so froh“ gewesen, Anfang Mai wieder in seine Heimat zurückkehren zu können.

Die Masterarbeit hat Geiger mittlerweile abgegeben, einzig der zugehörige Vortrag steht kommende Woche noch an. Da dieser aber nicht mehr viel Vorbereitungszeit brauche, könne der 25-Jährige zurzeit mehr denn je seinem Hobby nachgehen. Seit 19 Jahren spielt Geiger bereits Tennis, anfangs in Unterbrunn, 2004 wechselte er nach Starnberg. Seither spielt er beim TSV, unterbrochen nur von einem dreijährigen Intermezzo bei einem fränkischen Landesligisten während seines Bachelorstudiums in Nürnberg. 2018 kam Geiger zurück in die Kreisstadt.

Geiger: „Tennis ist für mich sauwichtig“

„Tennis ist für mich sauwichtig“, sagt er. So wichtig, dass er als Jugendlicher sogar vor der Entscheidung stand, auf einem Internat den Weg einer Profikarriere zu versuchen. „Gemeinsam mit meinen Eltern habe ich mich aber dagegen entschieden“, erzählt Geiger, der anschließend sein Abitur am Otto-von-Taube-Gymnasium in Gauting machte. Heute ist er „superglücklich“ über seine Entscheidung. Mit Starnberg in der Landesliga zu spielen, sei mit seinem im Oktober beginnenden Job bei einem internationalen Online-Versandhandel gut vereinbar.

Bis er im Herbst ins Berufsleben einsteigt, nimmt Tennis allerdings einen deutlich größeren Teil in seinem Leben ein. 25 bis 30 Stunden pro Woche ist er im Landkreis als Lizenztrainer unterwegs, dazu möchte er in den kommenden Monaten selbst einige Leistungsklassen-Turniere spielen, um seine Form zu halten. Schließlich wurde die diesjährige Landesliga-Saison auf drei Spieltage zusammengestaucht.

Am heutigen Sonntag greift er für den TSV 1880 Starnberg an

Am vergangenen Wochenende habe Geiger freiwillig auf einen Einsatz verzichtet, damit jeder Spieler aus dem breit gefächerten TSV-Kader Spielzeit bekomme. „Meine Freundin, die ursprünglich aus Budapest kommt, ist gerade hier. Zusammen haben wir zugeschaut“, sagt Geiger, der zurzeit wieder bei seinen Eltern in Unterbrunn wohnt, bis er eine Wohnung mit seiner Freundin in München findet.

Beim letzten Starnberger Spiel der Corona-Saison 2020 zu Hause gegen den TC Aschheim ist der 25-Jährige wieder dabei (Sonntag, 10 Uhr). Gegen den souveränen Tabellenführer müsse man aber realistisch bleiben, sagt Geiger, der zumindest mit ein paar Einzel-Siegen seines „Superteams“ liebäugelt.

Harte Fakten zum Landesliga-Spiel gegen TC Aschheim

TSV 1880 Starnberg – TC Aschheim (Sonntag, 10 Uhr)

• Für beide Teams ist es das letzte Spiel in der kurzen Corona-Sommerrunde 2020

• Aschheim steht mit zwei Siegen aus zwei Spielen souverän an der Spitze der Landesliga

• Starnberg ist mit einem Sieg und einer Niederlage Dritter

• Mit Blick auf die Leistungsklassen ist Aschheim klar favorisiert

• Weiteres Spiel an diesem Wochenende: TC Ismaning II – TC Rot-Weiß Eschenried (Sonntag, 10 Uhr)

mg


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Quelle: Merkur.de

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