Die Raben lassen sich nicht beirren

Pullach besteht den Charaktertest

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Rettung in höchster Not: Pullachs Torhüter Michael Hofmann vereitelt diese Chance der Gäste.

SV Pullach - Den ersten Charaktertest nach dem Regionalliga-Verzicht hat der SV Pullach mit dem 3:2 (1:1)-Heimsieg über den TSV Schwabmünchen dank einer Energieleistung in der Schlussphase bestanden.

Pullach – Die Entscheidung, keine Regionalliga-Lizenz zu beantragen, dazu der heftige Personalnotstand: Es war schon vorher ziemlich klar, dass der SV Pullach gegen den Tabellenvorletzten keine Fußball-Gala abliefern würde. Die Abwehr musste Trainer Frank Schmöller praktisch komplett umbauen: Mittelfeldspieler Alexander Weiss versuchte sich auf der rechten Abwehrseite, Florian Königer, der zuletzt Steffen Purschke dort vertreten hatte, rückte nach innen neben Daniel Leugner, der im Zentrum den linken statt den rechten Part spielte, Christoph Meissner, der derzeit aus beruflichen Gründen kaum trainieren kann, agierte als Linksverteidiger, weil Peter Beierkuhnlein im defensiven Mittelfeld gebraucht wurde. Purschke saß übrigens gut einen Monat nach seinem Syndesmosebandanriss als einziger Feldspieler aus dem Bayernligakader auf der Bank.

Die Gäste aus Schwabmünchen versuchten von Beginn an, aus Pullachs Problemen Kapital zu schlagen. Dabei rannten und kämpften sie nicht nur, sondern spielten auch ansehnlich Fußball und hatten Chancen. SVP-Keeper Michael Hofmann parierte Daniel Rafflers 18-Meter-Schuss und rappelte sich dann in für seine 43 Jahre schier unglaublicher Geschwindigkeit auf, um sich Andreas Ruchts Nachschuss aus fünf Metern entgegenzuwerfen (7.). Auch gegen Raffler blieb der Ex-Profi im Eins-gegen-eins-Duell Sieger (18.).

Fast aus dem Nichts dann die Führung der Raben: Nach einem weiten Meissner-Pass profitierte der nachsetzende Chaka Ngu’Ewodo vom Fehler eines Verteidigers und schob ein (35.). Doch unmittelbar vor dem Wechsel tauchte wieder der brandgefährliche Raffler vor dem Kasten auf, traf nach einem Haken ins lange Eck zum 1:1 (44.).

Die Raben wirkten danach wie gelähmt, Raffler krönte Schwabmünchens eifrige Bemühungen mit einem Heber zum 1:2 (65.). Hofmann, der sich kurz zuvor bei einem Zusammenprall verletzt hatte, ging nach diesem Treffer vom Feld, sein Vertreter Carsten Altstadt verhinderte gegen Giuliano Manno die Vorentscheidung (67.). „Wir waren schon mausetot“, beschrieb Coach Schmöller den Zustand seines Teams zu diesem Zeitpunkt, um zugleich zu betonen: „Das lag aber nicht an der Entscheidung vom Donnerstag.“

Tatsächlich lieferte seine Mannschaft in der Schlussphase den schlagenden Beweis, dass sie auch ohne Regionalliga-Perspektive noch gewillt ist, alles zu geben. Urplötzlich wirbelten die Raben die Abwehr der kräftemäßig nachlassenden Gäste durcheinander. „Wir standen mit dem Rücken zur Wand, hatten nichts mehr zu verlieren. Da hat sich im Kopf vielleicht auch was gelöst. Und dann haben wir richtig Gas gegeben“, freute sich Schmöller über diese Energieleistung. „Wir haben dann zwar auch nicht alles richtig gemacht. Aber es war ein Sieg des Willens.“

Der eingewechselte Vinzenz Loistl glich aus (80.), Ngu’Ewodo nutzte nach Christoph Dinkelbachs Balleroberung und Zuspiel die letzte Chance eiskalt zum viel umjubelten Siegtor (87.). „Hätten wir heute 1:2 verloren, hätten wir auf die Saison den Deckel draufmachen können“, wusste Schmöller. Nun aber erhofft er sich einen Schub von diesem Resultat: „In Anbetracht der Meisterschaft war dieser Sieg so wichtig, das können wir im Moment noch gar nicht begreifen.“

Text: Umberto Savignano

Quelle: fussball-vorort.de

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