Remis gegen Bogen am Ende sogar glücklich

Pullach lässt wegen "Horror-Halbzeit" Punkte liegen

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Strammer Schuss ohne Wirkung: Ömer Kanca zieht ab, trifft bei seinem 45-minütigen Einsatz aber nicht für den SV Pullach.

SV Pullach - Auch im zwölften Spiel am Stück blieb der SV Pullach ungeschlagen. Trotzdem war Frank Schmöller nach dem Remis gegen den TSV Bogen die bittere Enttäuschung anzumerken: „Heute wären drei Punkte drin gewesen, die haben wir leichtfertig hergeschenkt.“

Dabei rührte der Frust des Pullacher Trainers weniger daher, dass man den Heimsieg ausgerechnet gegen ein Kellerkind verpasst hatte. Denn er predigt ja ständig die Ausgeglichenheit der Bayernliga Süd: „Man muss jedes Spiel seriös angehen, so als würde man gegen den Ersten spielen.“ Und diese Seriösität fehlte Schmöller zumindest teilweise: „Wir haben, passend zu Halloween, eine Horror-Zweite-Halbzeit gespielt, warum auch immer. Wir sind völlig ausgewechselt aus der Pause gekommen. Hinten absolutes Chaos, vorne alles viel zu kompliziert. Auch die Einwechslungen haben nicht gegriffen“, fasste er die schwachen zweiten 45 Minuten zusammen.

Dabei war es bis dahin ganz ordentlich gelaufen. „In der ersten Halbzeit haben wir nicht schlecht gespielt, auch wenn wir ein bisschen inkonsequent in unserer Chancenauswertung waren“, so Schmöller in Anspielung auf einige vergebene Gelegenheiten zu einer frühen Vorentscheidung. So zielte Andreas Roth nach Tim Sulmers schönem Pass knapp vorbei (11.), Menelik Ngu’Ewodo scheiterte an Torwart Thomas Seidl (17.). Wenig später waren die beiden Fehlschützen aber an der Führung entscheidend beteiligt: Roth wurde von Seidl zu Fall gebracht, Ngu’Ewodo verwandelte den fälligen Strafstoß (29.).

Von Bogen war bis dahin nichts zu sehen gewesen, und in den zehn Minuten danach kaum mehr. Der erste Schuss der Gäste durch Nico Tremml nach Pullacher Ballverlust und schnellem Gegenzug war dann allerdings gleich ein Treffer (39.) – und ein Ärgernis für Schmöller: „Wir haben Einwurf und laufen bei eigener Führung in einen Konter“, schüttelte der 49-Jährige den Kopf über das 1:1.

In die Pause ging der SVP-Coach wieder mit etwas besserer Laune: Nach einem langen Ball und Pressschlag zwischen Ngu’Ewodo und Keeper Seidl musste Sulmer nur noch abstauben. Das 2:1 in der 45. Minute, praktisch mit dem Halbzeitpfiff, hätte den Raben eigentlich Auftrieb geben sollen, doch das Gegenteil war der Fall. Es folgte der katastrophale zweite Durchgang, den Schmöller „nicht nachvollziehen“ konnte, und der durch Sebastian Pleintingers 2:2 nach völligem Durcheinander in der Hintermannschaft (51.) bestraft wurde.

„Am Schluss können wir sogar noch von Glück reden, dass wir den einen Punkt holen, weil Bogen noch eine Riesenchance hatte“, grollte der SVP-Coach. Aber: „Die Mannschaft hat jetzt zwölfmal nicht verloren, das darf man nicht vergessen. Wir haben da ein Luxusproblem. Wir haben hohe Ansprüche, die haben wir heute nicht erfüllt.“ Noch einmal, so stellte er aber auch klar, will Schmöller so eine Halbzeit in näherer Zukunft nicht wieder erleben: „Ärgerlich ist es, weil wir vorher vor genau diesem Verlauf gewarnt haben. Ich hoffe, dass die Spieler die richtigen Lehren daraus ziehen.“

Quelle: fussball-vorort.de

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