"Nicht gallig genug"

SV Pullach: Serie hält, Schmöller grantelt

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Augen zu und durch: Der Pullacher Steffen Purschke (r.) und ein Regensburger beim Kopfballduell.

SV Pullach - Die Serie hat gehalten, auch im 16. Saisonspiel blieb der SV Pullach ungeschlagen. Doch das war Frank Schmöller nach dem 2:2 (1:1) gegen den SSV Jahn Regensburg II ziemlich egal. Der Raben-Coach war angefressen.

Schmöller ärgerte sich vor allem, dass seine klare Ansage vor der Partie offenbar ungehört verhallte: „Es ist ja nicht so, dass ich mir vorher den Mund nicht fusselig rede. Ich habe gesagt, der Gegner ist für Konter anfällig, spielt aber selbst gute Konter.“ Und so ein blitzschneller Regensburger Gegenstoß führte zum 0:1 durch Andre Luge, bei dessen 18-Meter-Schuss allerdings auch SVP-Keeper Michael Hofmann keine gute Figur machte (36.).

Ferner bemängelte Schmöller die über weite Strecken mangelnde Zielstrebigkeit vor dem Tor: „Wir sind nicht gallig und fokussiert genug, haben uns auf den letzten 25 Metern zu inkonsequent und uneffektiv bewegt.“

Tatsächlich ließ die erste einigermaßen aussichtsreiche Pullacher Gelegenheit aus dem Spiel heraus bis zur 34. Minute auf sich warten: Chaka Ngu’Ewodo köpfte am langen Eck vorbei, eine Minute später prüfte Christoph Dinkelbach Regensburgs Torwart Alexander Weidinger. Das unmittelbar folgende 0:1 schien die Schmöller-Elf immerhin weiter anzustacheln: Ngu’Ewodo hatte Riesenpech, als sein Schuss erst an den linken, dann an den rechten Pfosten und zurück ins Feld sprang (39.), eine Minute später wurde er gelegt und verwandelte den Strafstoß souverän zum Ausgleich.

Nach dem Wechsel folgte die beste Pullacher Phase, Andreas Roth prüfte den stark reagierenden Weidinger mit einem Freistoß (47.) und einem Schuss aufs kurze Eck (54.), auch der von Dinkelbach schön freigespielte Tim Sulmer scheiterte am Jahn-Schlussmann (55.). Danach ließ der Schwung des SVP aber wieder deutlich nach, auch wenn Daniel Leugner nach einer Ecke mit einem Latten-Kopfball Pech hatte (66.). „Wir haben teilweise die komplizierte Lösung gesucht, der letzte Pass hat nicht gepasst, wir haben nicht über die Außen gespielt“, kritisierte Schmöller das Konterspiel gegen die nicht sattelfest wirkenden Gäste.

Und dann leistete sich sein Team auch noch einen Ballverlust im Mittelfeld, den Luge im Zusammenspiel mit Andreas Kalteis geistesgegenwärtig und abgezockt zur erneuten Regensburger Führung nutzte (80.). Glück für die Raben, dass der nach Leugners Kopfballverlängerung frei durchgebrochene Sulmer von Weidinger im Strafraum zu Fall gebracht wurde, nachdem er sich den Ball vielleicht schon ein Stück zu weit vorgelegt hatte. Die Regensburger regten sich über diesen zweiten Elfmeter, den man durchaus geben konnte, mächtig auf, Trainer Harald Gfreiter wurde von der Bank verbannt. Ngu’Ewodo blieb hingegen cool und rettete zumindest das Remis (86.).

Angesichts der Ausrutscher der Konkurrenz fand Schmöller, man müsse sich über das Resultat „doppelt ärgern“, auf der anderen Seite gab er zu: „Das Ergebnis war mir heute völlig wurscht.“ Der Trainer hätte offenbar nichts gegen eine Niederlage einzuwenden gehabt, um der von ihm registrierten aufkommenden „Selbstzufriedenheit“ entgegenzuwirken: „Das wäre vielleicht lehrreich gewesen.“ Nach dem Remis muss Schmöller hoffen, dass sich sein Team trotz der Superserie einsichtig zeigt: „Ich habe zu 80 Prozent studierte Spieler. Die könnten auch ohne Niederlage draufkommen, dass sie es besser machen müssen.“

Text: Umberto Savignano

Quelle: fussball-vorort.de

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