"Wir waren ganz nah dran"

Pullachs Regionalliga-Traum erneut geplatzt

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Der SV Pullach wird in der kommenden Saison nicht in Heimstetten spielen und verzichtet auf einen Lizenzantrag für die Regionalliga.

SV Pullach - Und wieder ist der Traum geplatzt: Fußball-Bayernligist SV Pullach wird auf einen Lizenzantrag für die Regionalliga Bayern verzichten.

Wie im vergangenen Jahr müssen die Raben also ihre Hoffnungen auf den Sprung in die vierthöchste deutsche Spielklasse begraben. Sportlich wäre der Aufstieg zum Greifen nah, der SVP liegt in der Bayernliga Süd nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter VfR Garching auf Platz zwei, der zur Relegationsteilnahme berechtigen würde. Doch auf dem heimischen Fußballplatz an der Gistlstraße sind die Regionalliga-Anforderungen des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), wie etwa eine Kapazität von 2.500 Zuschauern, nicht zu erfüllen und die Bemühungen um eine Ausweichspielstätte sind erneut gescheitert. Nach einer Absage des TSV Neuried in der Winterpause ruhten die Hoffnungen zuletzt auf der bereits regionalligaerprobten Anlage des Bayernliga-Konkurrenten SV Heimstetten.

Und es sah zunächst auch gar nicht schlecht aus. Auf Pullachs Anfrage kam im Januar ein Angebot aus Heimstetten. „Dieses war die Basis für das, was uns dann der Gemeinderat zugesagt hat“, erklärt SVP-Fußballboss Peter Koppermann. Tatsächlich bewilligte der Pullacher Gemeinderat kurz vor Ostern einen Zuschuss von 30.000 Euro für die mit dem Umzug verbundenen Kosten. „Aber dann kam Ende vergangener Woche ein komplett anderes Angebot“, so Koppermann. Gerüchte, wonach die Pullacher demnach wesentlich mehr Geld hätten investieren müssen, bestätigte Koppermann nicht, wohl aber nannte er eine andere Bedingung, die er als unannehmbar betrachtete, nämlich, „dass wir nicht dort spielen dürfen, wenn Heimstetten ebenfalls aufsteigt.“

Dieser Punkt beruhe allerdings auf einer BFV-Vorgabe, wie SVP-Manager Theo Liedl betont, der im übrigen den Heimstettnern dankt, „weil sie mit Neuried die einzigen waren, die bereit waren, uns die Möglichkeit zu geben, Regionalliga zu spielen.“

So oder so: Der Fall, dass SVH und SVP gemeinsam aufsteigen, hätte auch in der laufenden Saison theoretisch schon hätte eintreten können (Heimstetten ist Tabellendritter), vor allem aber hätte die Klausel „eine ständige Hängepartie“ bedeutet, so Koppermann. „Wenn Heimstetten dann aufsteigt, müssen wir wieder eine neue Sportstätte suchen.“

Verbunden mit dem erneuten Ringen um einen Investitionszuschuss und allen weiteren Anstrengungen, die in den vergangenen Monaten zu bewältigen waren. Seit November hatten sich die Verantwortlichen intensiv darum bemüht, die Voraussetzungen für den Aufstieg zu schaffen. „Alle Beteiligten haben wahnsinnig viel Zeit und Engagement investiert“, versichert Koppermann, der nach all den Sitzungen immerhin findet: „Die Mühe war nicht umsonst. Denn die Gemeinde hat uns sehr, sehr gut unterstützt, der Hauptverein genauso. Auch die Sponsoren haben mitgespielt. Wir waren ganz nah dran.“

Was Koppermann für die Zukunft optimistisch stimmt, ist vor allem das zunehmende Bewusstsein der Gemeindepolitik, dass der SV Pullach ein neues Sportgelände braucht, und zwar besonders für die Jugend. „Die erste Mannschaft ist da nur ein peripherer Punkt. Aber für den Platz an der Gistlstraße haben wir viel zu viele Mannschaften.“

Freilich dürften selbst im günstigsten Fall drei bis vier Jahre vergehen, ehe die Pullacher auf einer neuen Anlage Sport treiben können. Koppermann hofft, dass sich dort irgendwann auch der Regionalliga-Traum erfüllen könnte. Zumindest muss der aktuelle Verzicht keinen sportlichen Niedergang bedeuten: Erfolgscoach Frank Schmöller hat schon vor der Entscheidung seine Zusage für die nächste Saison gegeben, unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit. Ein starkes Zeichen, das - ähnlich wie vor einem Jahr - auch Signalwirkung an die Spieler haben könnte. Damals blieben, mit Ausnahme von Torwart Sandro Volz und Torjäger Orhan Akkurt, alle Leistungsträger. Mit den Nachbesserungen nach Beginn der Runde – insbesondere Ex-Löwenkeeper Michael Hofmann – konnte der Kader unterm Strich sogar verstärkt werden.

Text: Umberto Savignano

Quelle: fussball-vorort.de

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