SVH punktet mit Toren in der Nachspielzeit

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Erwischt: Roman Langer (rot) gewinnt das Kopfballduell gegen Sebastian Kneißl.

Heimstetten - Nach dem 1:3 in der Nachspielzeit der Bayernliga-Partie gegen den 1. FC Schweinfurt 05 verließen die ersten SVH-Fans mit hängenden Köpfen den Sportpark. Ein gewaltiger Fehler. Heimstetten markierte unglaublicher Weise noch zwei Treffer und holte damit hoch verdient einen Punkt.

„Weiß nicht, wie das Lied heißt“, kommentierte SVH-Manager Michael Matejka die neue Musik, zu der die Bayernliga-Gladiatoren diesmal einliefen. „Aber Vielleicht bringt sie uns Glück.“ Zunächst sah es tatsächlich gut aus für den SVH, was aber weniger am Aberglauben als vielmehr am schwachen Auftritt der Schweinfurter lag.

SVH-Trainer Claus Schromm ließ neben der einzigen echten Spitze Ibrahim Aydemir Mittelfeldmann Artur Kubica im Angriff auflaufen. Das zeigte Wirkung. Heimstetten war wie so oft in dieser Saison überlegen, doch wie so oft in dieser Saison vergab es leichtfertig Torchancen. Ausgerechnet Kubica hatte die Führung in der ersten Schicht mehrfach auf dem Fuß. Er spitzelte nach einer halben Stunde den Ball knapp am Torgiebel vorbei, dann verfehlte zunächst sein Linksschuss (35.), später sein Versuch mit dem anderen Fuß den Schweinfurter Kasten nur knapp.

Bis zur Pause nur magere Bayernliga-Kost

Weil Heimstetten sich an das destruktive Spiel der Franken anpasste, bekamen die Zuschauer bis zur Pause nur magere Bayernliga-Kost zu sehen. Matejka mühte sich also erneut, den Musikgeschmack des Fußballgottes zu treffen: „Alles kann besser werden“ von Xavier Naidoo beschallte den Sportpark. Das Spiel wurde tatsächlich attraktiver, aber Kubica hatte sein Visier noch immer nicht richtig eingestellt.

Als sein Gegenspieler beim Versuch einer Rückgabe strauchelte, stand er aus spitzem Winkel ganz alleine vor 05-Keeper Andreas Bäuerlein. Doch anstatt quer auf den anrauschenden Dominik Schmitt zu passen, zog er den Ball zu seiner Schande mit dem Außenrist weit am langen Pfosten vorbei (52.). Zum Entsetzen der Fans traf Schweinfurt dann auch noch zur Führung. Pascal Kamolz drückte den Ball über die Linie, nachdem SVH-Keeper Patrick Lehner seine Abnahme einer Flanke abklatschen ließ (57.). Kubica – wer sonst – hätte egalisieren können, als ihn Aydemir toll freispielte. Sein Schuss war allerdings zu unplatziert (71.).

Wenn eine Schlussphase das Attribut „turbulent“, verdient hat, dann die dieses Spiels: Alex Schmalhofer verursachte einen Foulelfmeter und flog mit der Roten Karte vom Platz. Den Strafstoß verwandelte Benjamin Demel sicher: 0:2 (75.). Im Gegenzug wird Kubica im Sechzehner umgerissen, Dominik Schmitt verkürzt per Elfer auf 1:2 (76.). Bis 91. Minute wirft Heimstetten alles nach vorne, dann trifft Florian Galuschka zum 1:3.

Die Zuschauer schimpfen, verlassen die Tribüne. Aber Heimstetten hat das Spiel noch nicht abgeschrieben. Dominik Schmitt passt auf Bruder Christoph, der spitzelt die Kugel zum 2:3 in die Maschen. Der Schlusspunkt ist dem Chef vorbehalten. Einen Freistoß hämmert Kapitän Dominik Schmitt links unten in die Maschen (94.). 3:3, grenzenloser Jubel beim SVH, lange fränkische Gesichter. In der Pressekonferenz sind sich Schromm und sein Schweinfurter Kollege einig: „Ein hoch verdienter Punkt für den SV Heimstetten.“

von Matthias Vogel

SV Heimstetten – 1. FC Schweinfurt 05 3:3 (0:0)

SVH: Lehner, Langer, Schmalhofer, C. Schmitt, Aydemir, D. Schmitt, Ünver (85. Kartal), Moll (85. Priewasser), Kubica, Paul, Toy (27. Putzke).

Tore: 0:1 Kamolz (57.), 0:2 Demel (75.), 1:2 Schmitt (76.), 1:3 (Galuschka (90+1.), 2:3 C. Schmitt (90+3.), 3:3 D. Schmitt (90+4.).

Rote Karte: Schmalhofer (75.).

Schiedsrichter: Ralf Heisinger (SV Hutschdorf)

Zuschauer: 200.

Quelle: fussball-vorort.de

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