Punktgewinn mit Nachgeschmack

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Reihenweise gute Chancen vergaben die BCF-Stürmer um Lamine Guèye (li.) und Oskar Kretzinger in Vilzing.

BCF Wolfratshausen - Durch die stabile Tabellenposition lassen sich suboptimale Ergebnisse leichter verschmerzen. Dennoch ärgerte man sich beim BCF Wolfratshausen über das 1:1-Unentschieden be...

BCF Wolfratshausen - Durch die stabile Tabellenposition lassen sich suboptimale Ergebnisse leichter verschmerzen. Dennoch ärgerte man sich beim BCF Wolfratshausen über das 1:1-Unentschieden bei der DJK Vilzing.

Drei Minuten Nachspielzeit addierte Schiedsrichter Jochen Gschwendtner zu den regulären 90 Minuten dazu. Die Verhältnisse waren bis dahin geklärt. Die knapp 300 Zuschauer im Vilzinger Manfred-Zollner-Stadion ahnten: Ihre Mannschaft wird auch im zweiten Auftritt nach der Winterpause ohne Punktgewinn bleiben. Für Farchets kleine Delegation wäre der Schlusspfiff indes gleichbedeutend mit dem sechsten Auswärtserfolg gewesen. Doch es kam anders. Gschwendtner bewertete eine Zweikampfsituation mit Enzo Potenza aus Wolfratshauser Sicht falsch. Der fällige Freistoß auf Höhe der Mittellinie landete über die Außenposition im BCF-Strafraum. Dann passierte es: Farchets Abwehr stand zu tief, Onur Misirlioglu tauchte unter dem Ball durch, der kam zu Michael Hamberger, Mitnahme, Schuss, Tor. Schlusspfiff. „Ein ganz billiges Tor“, wetterte Reiner Leitl. Autsch. Der Punktgewinn schmeckte verdächtig nach Niederlage. „Dieses Spiel müssen wir ganz klar für uns entscheiden“, beanstandete der Farcheter Cheftrainer das Endprodukt.

Letztlich wurde der BCF aber ein Opfer seiner eigenen Versäumnisse. Er dominierte die Begegnung, aber gewann sie nicht. Die nach der 0:6-Klatsche in Rain verunsicherten Oberpfälzer suchten vergeblich nach Struktur und Durchschlagskraft, leisteten sich dabei eine Peinlichkeit nach der anderen. Wolfratshausens Angreifer tauchten nicht weniger als drei Mal alleine vor DJK-Tormann Michael Reiderer auf. Der parierte Almir Dzaferovics Schuss und Nachschuss, Jona Lehr zielte daneben, Lamine Guéye drüber. Hundertprozentige Chancen, deren Auslassen fahrlässig waren. Eine 3:0-Führung zur Pause wäre drin gewesen. „Dann hätte Vilzing keinen Schnaufer mehr gemacht“, veranschaulichte Leitl den Missstand.

Zugegeben: Viel brachte die Elf von Sepp Beller auch nach dem Seitenwechsel nicht zu Stande. Einzig das Ergebnis hielt sie im Rennen um die Punkte. Und selbst das vermasselten sie zunächst selbst. Denn die DJK brachte sich nach 60 Minuten in Person von Thomas Seidl selbst in Rückstand. Zweifelsfrei besser abgeschlossen als von den eigentlich dafür vorgesehenen Protagonisten aus der Flößerstadt. Die zeichneten sich auch in der Folgezeit nicht unbedingt durch Killerinstinkt aus. Bei zahlreichen Kontersituationen wurde ausnahmslos die falsche Entscheidung getroffen. Letztlich mit den eingangs erwähnten Spätfolgen. Wohltuend fand Leitl die Selbstkritik seiner Mannschaft nach dem Patzer. Freilich könne man in der vorherrschenden Ausgangslage auswärts mit einem Punkt leben. Doch sollte man es mit Geschenken nicht übertreiben. „Wir spielen noch gegen die ersten Fünf in der Tabelle“, blickte der Cheftrainer auf die zehn noch anstehenden Bayernliga-Partien voraus. „Wir dürfen nichts herschenken.“ Das wird am kommenden Wochenende sicher nicht passieren: Der BCF ist spielfrei, die nächste Bewährungsprobe findet am Sonntag in acht Tagen beim SV Raisting statt.

Quelle: fussball-vorort.de

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