Beruf geht vor

Purschke macht Schluss beim SVP

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Packt seine Sachen: Steffen Purschke (28) kann seinen Beruf als Anwalt nicht mehr mit dem zeitaufwändigen Training bei Bayernliga-Primus SV Pullach vereinbaren. Deshalb hört er jetzt auf mit dem Fußballspielen.

SV Pullach - Mit Rechtsverteidiger Steffen Purschke, der sich ab sofort auf den Beruf konzentriert, ist Bayernliga-Spitzenreiter SV Pullach eine über Jahre hinweg verlässliche Stütze weggebrochen. Und das bereitet Trainer Frank Schmöller durchaus Kopfzerbrechen.

Erst Kapitän Richard Heckel, der nach neun Jahren in Pullach zur aktuellen Spielzeit nach Oberweikertshofen wechselte (wo er nach der Entlassung seines alten Spezls Sebastian Schuff mittlerweile ebenfalls aufgehört hat); dann Florian Königer, der seit 2008 mit einer kurzen Unterbrechung (2014/2015 beim FC Schötz in der Schweiz) für den SVP kickte, und sich kurz nach Saisonbeginn aus beruflichen Gründen dem TSV Gilching-Argelsried anschloss; und nun also Steffen Purschke, der ebenfalls 2008 an der Gistlstraße anheuerte. Mit dem Blondschopf hat innerhalb eines guten halben Jahres der dritte alte Haudegen die Raben verlassen.

Wobei: So alt wie Heckel und Königer, beide 31, ist Purschke noch lange nicht. Im Januar feierte er seinen 28. Geburtstag. Vor achteinhalb Jahren stieß er direkt aus der U19 der SpVgg Unterhaching zum SVP, er hat also seine gesamte Männerfußball-Laufbahn hier absolviert. Und dabei stets gespielt, wenn er fit war. Fast immer war die rechte Abwehrseite das Feld, das er in seinen 244 Einsätzen (5 Tore) beackert hat, energische Vorstöße Richtung gegnerische Eckfahne eingeschlossen.

Nun aber ist Schluss, und das ging im Vorfeld des Frühjahrsstarts gegen den SV Heimstetten ein bisschen unter. Alles sprach über den Abgang von Torjäger Chaka Ngu’Ewodo zur U21 des TSV 1860. Niemand redete über Purschke, der gegen Heimstetten nicht im Kader stand, sondern am Spielfeldrand. Und dort sein Karriereende begründete: „Ich bin Anwalt und habe seit Februar eine neue Stelle. Das lässt sich nicht mehr mit Bayernliga-Fußball vereinbaren.“

Für seinen Trainer ist das ein herber Rückschlag, denn zuletzt hatte sich der flinke Dauerläufer offenbar richtig unentbehrlich gemacht: In den 22 Saisonpartien vor der Winterpause fehlte er keine einzige Minute. „Er ist vielleicht nicht der filigrane Techniker, aber wie er die rechte Seite rauf und runter marschiert ist, war schon wichtig für die Mannschaft“, so Frank Schmöller, der schon während der gesamten Vorbereitung nach einem geeigneten Purschke-Vertreter suchte, aber zugeben muss: „Ich habe dieses Problem nicht in den Griff bekommen.“

Ein Anwärter wäre mit Christian Duswald, der 2005 nach Pullach kam, hier sieben Jahre spielte, und nach vier Jahren in Wolfratshausen im Sommer zurückkehrte, ausgerechnet ein weiteres SVP-Urgestein. Doch der 30-Jährige ist verletzt. Also testete Schmöller gegen Heimstetten mit Peter Beierkuhnkein erst einen seiner zahlreichen Linksfüßer auf der rechten Abwehrseite, später dann mit Martin Bauer den offensiven rechten Flügelmann. Beide Varianten machten den Coach nicht hundertprozentig glücklich, sodass er weiter tüfteln muss: „Das ist meine Aufgabe als Trainer, hier eine Option zu finden.“

Purschke wird sich die Lösungsversuche von der Seitenlinie betrachten, denn am Wochenende hat er künftig frei. Als Hobbykicker in der SVP-Reserve oder einem unterklassigen Verein wird man ihn nicht antreffen: „Fußball spiele ich erst einmal gar nicht mehr.“ Bei einem 28-Jährigen muss das zwar noch nicht das allerletzte Wort sein, wie auch Purschke einräumt: „Mal schauen, wie es weitergeht.“ Doch die Pullacher werden ihn im Kampf um den Bayernliga-Titel erst einmal schmerzlich vermissen.

Quelle: fussball-vorort.de

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