Quirin Moll: Darum gehe ich zu Dynamo Dresden

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Absoluter Wunschspieler: Quirin Moll hat sich das gelbe Dress von Dynamo Dresden übergestreift.

SpVgg Unterhaching - Die Fans von Dynamo Dresden gehören zu den gefährlichsten in ganz Deutschland. Die Stadt ist fußballverrückt, das Stadion oft rappelvoll.

Vergangene Saison ist der Klub in die dritte Liga abgestiegen. Nun soll es wieder rauf gehen. Mithilfe eines Dachauers: Quirin Moll.

Am 7. Juli kickte der 23-jährige Mittelfeldspieler noch für die SpVgg Unterhaching in einem Testspiel in Pipinsried. Am vergangenen Samstag saß Moll bereits in Dresden auf der Tribüne und verfolgte mit weiteren 13?000 Zuschauern das 1:1 seiner neuen Kollegen im Vorbereitungskick gegen Celtic Glasgow. Das Fußballgeschäft ist schnelllebig. Das weiß auch Moll, der einst bei den F-Junioren des TSV 1865 Dachau begann (siehe unten). „Dynamo Dresden hat sich total um mich bemüht“, sagt der Dachauer, der seinen Kontrakt mit den Hachingern auflöste. Und: Er schätze das professionelle Umfeld dort. In Unterhaching sitzen zwar mit Manager Manni Schwabl und Trainer Christian Ziege zwei Ex-Profis an den entscheidenden Hebeln, aber finanziell können die Hachinger keine großen Sprünge machen.

Große Sprünge versucht nun Quirin Moll. Sportlich gesehen, versteht sich. Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge kommentierte den Transfer auf der Homepage des Vereins wie folgt: „Mit Quirin verpflichten wir einen weiteren absoluten Wunschspieler. Er ist ein zweikampfstarker und lauffreudiger Mittelfeldspieler, der durch seine Spielweise viele Bälle in der Defensive erobert. Er passt aufgrund seines Alters und seines Entwicklungspotenzials ideal in unser Anforderungsprofil.“ Und das will Moll an der Elbe beweisen. „Ich bin gut aufgenommen worden“, sagt der 23-Jährige, der bis auf Weiteres im Hotel wohnt.

Dynamo Dresden, das ist Fußballtradition pur. In der vergangenen Zweitligasaison füllten durchschnittlich 27?000 Fans die Ränge im ehemaligen Rudolf-Harbig-Stadion, das heute – der Moderne geschuldet – „Glücksgas-Stadion“ heißt. Doch die Fans genießen in der Szene einen üblen Ruf. Das Werfen von Rauchbomben ist für sie nichts Außergewöhnliches. Im Oktober 2011 zündeten einige Dynamo-Anhänger während des DFB-Pokalspiels bei Borussia Dortmund der Partie ein sogar Feuerwerk.

Doch die Dynamo-Ultras haben auch Phantasie. Im Jahr 2008, als es wieder mal nicht so recht lief, gruben die Anhänger elf Gräber auf dem Trainingsfeld aus und stellten Kreuze auf. Da kommt ihr rein, wenn ihr nicht augenblicklich besser spielt, so die Warnung an die Spieler. „Ich kenne die Geschichten. Da spricht man drüber“, lacht Quirin Moll. Aber genau diese Verrücktheit der Fans übe ihren Reiz auf ihn aus, ergänzt er. Auch deswegen habe er seine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt. Andere Gründe sind freilich das Geld – aber auch die sportliche Perspektive. Dynamo will wieder in die zweite Liga. Und Moll trägt das angenehme Gefühl in sich: Die setzten dabei auf mich.

Steckbrief Quirin Moll

Quirin Moll ist am 21. Januar 1991 in Dachau geboren. Der sportliche Werdegang des 1,83 Meter großen Mittelfeldspielers:

Jugend: bis zu den F-Junioren TSV 1865 Dachau, bis 2008 FC Bayern München, von 2008 bis 2010 SpVgg Greuther Fürth

Aktive: 2010 bis 2012 SV Heimstetten, ab 2012 SpVgg Unterhaching, ab Juli 2014 Dynamo Dresden

Quelle: fussball-vorort.de

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