Regionalliga: Pullachs nächstes Ziel ist Heimstetten

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Für Pullachs Manager Theo Liedl geht die Arbeit jetzt wieder von vorne los.

Fußball-Bayernligist SV Pullach wird im Falle der sportlichen Qualifikation für die Regionalliga nicht nach Neuried ausweichen können. Die Absage der Würmtaler bedeutet allerdings noch nicht das Ende aller Aufstiegsträume. Die neue Hoffnung heißt Heimstetten.

Die Situation ist hinlänglich bekannt: An der heimischen Gistlstraße wird der SV Pullach, der in dieser Saison zum dritten Mal in Folge an der Spitze der Bayernliga Süd mitmischt, auf absehbare Zeit keine Regionalligaspiele bestreiten können. Die Anforderungen des Bayerische Fußball-Verband (BFV) an Viertliga-Spielstätten, insbesondere die Kapazität von 2500 Besuchern, sind dort nicht erfüllbar. Nachdem der SVP vor einem Jahr einige Ausweichorte (Grünwalder Stadion, Unterhaching, Ottobrunn) vergeblich angefragt hatte, kam zuletzt mit dem Sportpark des TSV Neuried eine neue Variante ins Spiel, der mit einer Platzbegehung durch Vertreter beider Vereine sowie des BFV am 27. Januar ein erster konkreter Schritt folgte (wir berichteten).

Doch nun erteilten die TSV-Verantwortlichen den Plänen eine Absage. Laut einer Pressemitteilung von Neurieds Geschäftsführer Christopher Utz ergab eine vereinsinterne Analyse, „dass die Belastungen und Risiken doch beträchtlich sind.“ In der Erklärung wird nicht nur auf die 2500 Besucherplätze, sondern unter anderem auch auf ein Tribünendach für 100 Sitzplätze, den komplett zwei Meter hoch umzäunten Gästeblock für 250 Zuschauer und die Stellplatzfrage verwiesen. „Eine verlässliche Kostenschätzung, Genehmigung und bauliche Umsetzungsperspektive ist kurzfristig nicht möglich, wodurch beim TSV ein erhebliches Planungsrisiko verbleibt“, heißt es weiter. Zudem sei unsicher, wie lange sich der SVP in der Regionalliga halten würde. „Die Amortisierung der Umbau- Maßnahmen ist deshalb nicht kalkulierbar.“

Daneben spielten bei der Neurieder Entscheidung auch die möglichen Belastungen für die Anwohner sowie eventuelle Einschränkungen für die TSV-Mitglieder eine Rolle. „Wir hätten unseren Nachbarn aus Pullach sehr gerne geholfen“, bedauert Neurieds Vorstandsmitglied Marion Höhne. „Wir hoffen, dass der SV Pullach im Falle eines Aufstiegs eine Alternative findet.“ Eine Option gibt es tatsächlich noch: „Wir haben mit dem SV Heimstetten gesprochen“, verrät Pullachs Manager Theo Liedl. „Von Vereinsseite gab es eine positive Rückmeldung. Das muss aber natürlich mit der Gemeinde abgesprochen werden.“

Der Sportpark Heimstetten hätte den großen Vorteil, dass er bereits regionalligatauglich ist, die entstehenden Kosten wohl überschaubar wären. Gleichwohl wird ein gewisser Mehraufwand entstehen, bei dessen Finanzierung Liedl auf Unterstützung durch die Gemeinde Pullach hofft. Bis Ende März haben die SVP-Verantwortlichen nun noch Zeit, die Weichen in Richtung Regionalliga zu stellen. Die Neurieder Entscheidung kann Liedl übrigens nachvollziehen:“Ich habe dafür zu hundert Prozent Verständnis. Man kann sich nur bedanken, wie sich die Verantwortlichen dort bei der Gemeinde und in Gesprächen mit Mitgliedern eingesetzt haben.“

Die BFV-Anforderungen spielten eben eine gravierende Rolle, so der Manager: „Wir betreiben einen Riesen-Aufwand und ich sehe trotzdem fast keinen Weg, wie wir die Auflagen des Verbandes stemmen sollen. Das geht schon stark in Richtung Profi-Fußball und ist für einen kleinen Verein wie den SVP sehr schwer zu realisieren.“ Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, und die Hoffnung heißt nun: Heimstetten.

Quelle: fussball-vorort.de

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