TSV-Verteidiger verdoppelte seine Torausbeute in den Relegationsspielen

Relegationsheld Kellner schießt Jetzendorf zum Vorteil gegen SVN München

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In die Spur gebracht hat Rene Hamann (Gesicht zur Kamera) den TSV Jetzendorf mit seinem Tor zum 1:0 im Hinspiel gegen den SV Neuperlach.

Vorteil Jetzendorf: In der zweiten Relegationsrunde im Kampf um den letzten freien Platz der Landesliga hat der TSV im Lorenz-Wagner-Stadion mit einem 2:1 gegen SVN München vorgelegt.

Jetzendorf Die Entscheidung fällt nun am morgigen Samstag (1. Juni), dann bestreiten die beiden Anwärter auf einen Landesligaplatz das Rückspiel auf der Bezirkssportanlage in München. Den Siegtreffer im Hinspiel erzielte Wiederholungstäter Stefan Kellner.

In jeder Sportart gibt es sie, die Spieler, die in der entscheidenden Phase eines Spiels oder der Saison zur Höchstform auflaufen. Kürzlich bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in der Slowakei war dies Marko Anttila. Der Finne erzielte im Viertelfinale gegen den Rivalen Schweden (5:4 nach Verlängerung) kurz vor Schluss den Ausgleichstreffer. Im Halbfinale gegen Russland (1:0) schoss er das einzige Tor und beim Finalsieg gegen Kanada (3:1) markierte der 2,03-Riese die beiden ersten Tore für den Außenseiter. Und das, nachdem er in den sieben Partien der Vorrunde ohne Scorerpunkt geblieben war.

Der Anttila des TSV Jetzendorf ist ein 27-Jähriger, dessen Kernaufgabe das Verhindern von Toren ist. Stefan Kellner kam im vergangenen Sommer vom Kreisligisten Langenmosen zu den Grün-Weißen und gehörte sofort zum Stammpersonal. Wenn er spielen konnte, stand er in der Startelf. In seinen 27 Einsätzen erzielte er zwei Tore – ein solider Wert für einen Defensivspieler. Diese Ausbeute hat er in den drei Spielen der laufenden Relegation verdoppelt: In der ersten Relegationsrunde in Moosinning hatte der TSV vor dem Aus gestanden, ehe Kellner im Rückspiel in der Nachspielzeit nach einem Alleingang das 1:0 markierte.

Im Heimspiel gegen Neuperlach war es nun erneut der Verteidiger, der die Grün-Weißen und Trainer Alexander Schäffler jubeln ließ. „Unser Sieg war verdient, denn die Mannschaft hat eins zu eins das umgesetzt, was ich ihnen vorgegeben habe“, schwärmte Schäffler nach dem Schlusspfiff.

Der 30-jährige Coach hatte sich für die spielstarken Neuperlacher eine Taktik überlegt, die in den ersten 25 Minute aufging. „Wir wollten sie rausspielen lassen, es im Zentrum aber eng machen, dort den Ball erobern und dann schnell und mit wenigen Kontakten nach vorne spielen“, erklärte Schäffler.

Beim Führungstreffer in der 17. Minute klappte dies hervorragend: Die Jetzendorfer provozierten einen Pass ins Zentrum, eroberten den Ball und machten das Spiel schnell. Leon Grauvogl nahm die Verteidigung der Gäste mit einem 15-Meter-Chip auf Rene Hamann auseinander. Hamann legte sich den Ball mit der Brust vor und spitzelte ihn an SVN-Torhüter Daniel Stacheter vorbei ins Tor.

Aus dem Spiel heraus wackelte die Führung nicht, den einzigen Fehler der Jetzendorfer bestraften die Münchner aber eiskalt. Einen zu kurz geklärten Eckball nahm Alex Napel aus 25 Metern direkt. Der leicht abgefälschte Ball schlug unhaltbar für TSV-Schlussmann Dennis Pöllner via Innenpfosten im TSV-Kasten ein (32.).

„Danach waren wir kurz verunsichert“, bestätigt Schäffler. Kurz vor der Pause hätte Hamann seinen zweiten Treffer nachlegen können, er traf den Ball aus zwölf Metern aber nicht richtig. „Wir haben waren besser und das habe ich den Jungs in der Halbzeit auch gesagt. Wie wollten das Heimspiel gewinnen“, so Schäffler vor den zweiten 45 Minuten.

Nach dem Seitenwechsel hatten beide Teams starke Phasen. Erst war Jetzendorf stärker, dann die Gäste, in deren Reihen Schäffler „überragende Einzelspieler“ ausgemacht hat.

In der 72. Minute avancierte Stefan Kellner erneut zum Matchwinner. Nach einem Freistoß von Simon Oberhauser touchierte der 27-Jährige den Ball entscheidend. Der Sieg wackelte jedoch in der Schlussphase. Neuperlachs Malik Abasse hatte in 90. Minute den Ausgleichstreffer auf dem Fuß, Dennis Pöllner reagierte aber stark und verhinderte das 2:2. Kurz vor dem Schlusspfiff wurde auf der Gegenseite Bastian Ertl von einem Neuperlacher gerade noch abgegrätscht.

Mit dem knappen Sieg war Trainer Schäffler hochzufrieden. „Es war heute noch lauter und noch emotionaler als in der ersten Runde gegen Moosinning. Wir haben es sehr gut gemacht und mit dem Heimsieg unser erstes Etappenziel erreicht. Am Samstag geht es bei 0:0 los“, sagte Schäffler mit Blick auf das Rückspiel in München-Neuperlach (Samstag, 14 Uhr).

Stenogramm

TSV Jetzendorf - SV Neuperlach München 2:1 (1:1)

TSV Jetzendorf:Dennis Pöllner, Martin Öttl, Simon Oberhauser, Leon Grauvogl, Benedict Geuenich, Daniel Gädke (55. Martin Schröder), Rene Hamann (82. Ludwig Dietrich), Wlad Beiz, Stefan Kellner, Marc Peuker (76. Bastian Ertl), Christos Papadopoulos

SVN München: Daniel Stacheter, Baran Sagiroglu, Süleyman Cakmak, Napel Alex, Serkan Türkcan, Suheil Amadodin, Cenk Imsak, Miridon Rexhepi (84. Malik Abasse), Drinos Gerguri, Dimitrios Vourtsis (71. Suheyp Trabelsi), Dennis Yimez

Schiedsrichter: Maximilian Riedel

Zuschauer:528

Tore: 1:0 (17.) – Rene Hamann. 1:1 (32.) – Napel Alex. 2:1 (72.) – Stefan Kellner.

Quelle: Merkur.de

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