Robin Volland - Matchwinner des TSV 1865 Dachau im Interview

Volland: „Habe mich für den Junggesellen-Abschied von Ziereis entschieden“

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Sehr gut befreundet: Robin Volland und Löwe Markus Ziereis

Robin Volland war gegen seinen Ex-Verein Ismaning der Matchwinner. Beim FC Ismaning hatte er nach nur einer Spielzeit keine Zukunft mehr. Im Interview spricht der Stürmer über das Aus beim FCI und seinen Neuanfang beim TSV 1865 Dachau.

Robin, Sie waren der Matchwinner gegen Ihren Ex-Verein Ismaning. Wollten Sie gegen Ihre Freunde und alten Kollegen unbedingt treffen?

Immer wenn ich mir etwas vorgenommen habe, ist es in die Hosen gegangen. Gegen meinen Ex-Verein TSV Kottern haben wir mit Dachau fünf Tore kassiert. Ich habe mich mega auf die Jungs gefreut. Dass ich dann noch ein Tor schieße, war natürlich geil. Im Spiel habe ich selbst nicht mehr daran geglaubt, dass ich denen noch einen reinhaue. Ich bin drei Mal alleine vor dem Tor gestanden. Als ich den Ball frei vor dem Tor wieder bis zur Eckfahne geköpft habe, dachte ich mir: Junge, was machst du heute schon wieder?

Wie fühlen Sie sich als Matchwinner nach solch einem Spiel? 

Es war absolut irre, den alten Kollegen und Freunden einen reinzuhauen. Es gibt nichts Geileres, als nach solch einem Spiel mit einem Grinsen zu einem Kumpel wie Tobi Killer zu gehen und ihm einen Spruch zu drücken: Killes, war nix heute, oder?

Sie haben in den letzten beiden Spielen getroffen. Ist der Torriecher endlich zurück? 

Mein Papa hat Kevin und mir immer erklärt: Das ist der Ketchup-Flaschen-Effekt. Erst kommt ewig nix. Und dann macht es wupps. Und die ganze Soße ist auf dem Teller. So ist das auch beim Tore schießen. Erst triffst du wochenlang nicht. Dann fällt dir einmal ein Ball vor die Füße. Ab diesem Moment läuft es dann.

Was hat Ihr Ex-Trainer Mijo Stijepic gesagt? 

(lacht) Robin, du Depp. Wärst du nicht zu dem Junggesellen-Abschied gegangen, hättest du das Tor für Ismaning geschossen.

Volland: „Es gibt nichts Geileres, als Killes einen Spruch zu drücken“

Sie haben den FC Ismaning nach nur einer Saison wieder verlassen. Was hat das mit einem Junggesellen-Abschied zu tun?

 Ich war bei dem letzte Spiel der Saison nicht da, als es gegen den Abstieg ging. Ich habe mich für den Junggesellen-Abschied von Markus Ziereis entschieden. Ich verstehe, dass der Verein gesagt hat, dass er es in Zukunft gegenüber anderen Spielern nicht rechtfertigen kann, wenn ich weiter für Ismaning spiele. Für mich war es aber eine Ehrensache gegenüber meinem Kumpel.

Können Sie es verstehen, wenn man Ihnen vorwirft, dass Sie in dieser Situation die Mannschaft im Stich lassen? 

Ich verstehe den Verein. Im Amateurfußball setzen viele Leute ihr Herz und ihre Leidenschaft ein und bekommen dafür nichts zurück. Du brauchst genau solche Leute. Mein Vater hat mir immer mitgegeben, alles mit 100 Prozent zu machen. Eigentlich bin ich auch genau so ein Typ. Ich war in der Saison in jedem Spiel da. Andere haben hab mal gefehlt. Ich habe von meinem Papa schon eine Breitseite bekommen, als ich gesagt habe: Ich gehe auf den Junggesellen-Abschied und nicht zum Fußball. Er meinte: Robin, es ist dein Leben und deine Entscheidung. Aber das kannst du eigentlich nicht bringen. Ganz ehrlich: Vor drei, vier Jahren hätte ich mich für den Fußball entschieden. Als der Termin für das Spiel feststand, war mein erster Gedanke: Ich will an diesem Tag einfach für meinen Kumpel da sein. Der erste Gedanke ist oft der richtige. Das ist wie, wenn du als Stürmer vor dem Tor stehst.

Würden Sie die Entscheidung so wieder treffen? 

Auf jeden Fall. Sonst wäre ich jetzt auch nicht bei Dachau 65 gelandet. Der Verein ist top. Es macht mir unglaublich Spaß mit diesen Jungs Fußball zu spielen.

In Ismaning waren die Erwartungen höher. Sind acht Tore in 27 Spielen für einen Stürmer zu wenig?

Wer sich im Sport gut auskennt, schaut nicht nur auf Statistiken! Ich habe andere Qualitäten, die oft nicht gesehen werden. Ich bin kein eiskalter Stürmer. Aber ich arbeite für die Mannschaft. Ich versuche die Bälle zu verteilen. Du brauchst als Stürmer immer ein Jahr Zeit. In meinen ersten Spielen für Dachau bin ich oft ins Nirvana gelaufen. Du muss erst verinnerlichen, wie deine Mitspieler auf dem Platz ticken und wo die Bälle hinkommen. Das entscheidet am Ende, ob du als Stürmer acht oder 20 Tore in einer Saison schießt.

Das Interview führte Christoph Seidl

Quelle: Merkur.de

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