Akkurt und Riglewski treffen

Rudelbildung nach Spielende zwischen Heimstetten und Dachau

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Unglücksrabe: Lukas Riglewski verpasst die große Chance aufs Siegtor und setzt den Ball meterweit übers Tor – ausgerechnet gegen seinen früheren Club aus Dachau.

SV Heimstetten - Heimstettens Riglewski vergibt gegen seinen Ex-Club Riesenchance auf Sieg. Es gibt wieder Ärger abseits des Feldes.

In der 88. Minute hat es Lukas Riglewski auf dem Fuß, die nächste Geschichte zu schreiben, die aus der Feder eines Drehbuchautors zu stammen scheinen. Es wäre bereits die zweite in Serie für den SV Heimstetten, der zum Jahresauftakt den Bayernliga-Spitzenreiter SV Pullach mit 1:0 besiegt hat – durch ein Tor des Ex-Pullachers Orhan Akkurt in der 91. Minute.

Nun geht es gegen den TSV Dachau 1865 – den einstigen Club von Lukas Riglewski. Und ausgerechnet der 23-Jährige hat nicht nur soeben das 2:2 erzielt, sondern nun – nach feinem Zuspiel von Akkurt – auch noch die dicke Chance aufs Siegtor. Zehn Meter vor dem Kasten zieht Riglewski ab und setzt den Ball in die Maschen. Jedoch: Diese Maschen gehören zum Metallzaun, der den Kunstrasenplatz in Heimstetten begrenzt. Denn Riglewski, eigentlich mit famoser Schusstechnik gesegnet, hat den Ball meterweit über die Latte gesetzt.

„Das war die große Chance auf den Sieg“, sagt Trainer Borislav Vujanovic später wehmütig – und gesteht: „Von den Spielanteilen her wäre das nicht unbedingt verdient gewesen.“ So dominiert seine Elf zwar die erste Hälfte, schwächelt jedoch nach der Pause. Und so fällt das Fazit des Trainers gemischt aus: „Unser Ziel heute waren drei Punkte. Aber so, wie’s gelaufen ist, können wir auch mit einem Punkt leben.“

Dabei sieht es anfangs so aus, als sollte der SVH das Spitzenspiel gewinnen und damit in der Tabelle zu Dachau aufschließen. Beflügelt vom Sieg in Pullach dominieren die Gastgeber die erste Hälfte und gehen nach einer starken Kombination über Hugo Lopes und Clemens Kubina in Führung. Torschütze zum 1:0 ist Orhan Akkurt – wer sonst? Beinahe hätte der Stürmer wenig später noch seinen 21. Saisontreffer markiert. Doch Akkurt scheitert im Konter ebenso wie kurz darauf Clemens Kubina, sodass es beim 1:0 in die Kabine gegangen wäre – wäre da nicht jene 44. Minute und die einzige gefährliche Aktion der Gäste gewesen. Jedoch helfen die Heimstettner dabei kräftig mit: Erst vertändelt Maximilian Hintermaier den Ball, dann verschätzt sich René Schäffer, wodurch Dachaus Mario Maric frei vor dem Tor steht und die Nerven behält – 1:1.

Der Ausgleich habe seine Elf „aus der Ruhe gebracht“, räumt Vujanovic ein, der von „so einer psychologischen Geschichte“ spricht. Tatsächlich ist Dachau nach der Pause stärker und trifft durch Christian Doll zum 1:2. Erst in der Schlussviertelstunde schüttelt Heimstetten seine Lethargie wieder ab und gleicht durch Riglewski aus.

Zu diesem Zeitpunkt steht der SVH nur mehr zu zehnt auf dem Feld – und Maximilian Hintermaier hinter der Bande. Er ist mit Dachaus Amar Cekic aneinander geraten, den er nach dem Abpfiff noch mal aufsucht – zum Gedankenaustausch. Es kommt zur Rudelbildung, wüste Worte fliegen, dazu wird geschubst, gezerrt und gezetert – wie schon im Spiel des SVH gegen Unterföhring. „Vielleicht ist’s die Luft hier, die alle so aggressiv macht“, scherzt Vujanovic, ehe er ernst klarstellt: „Emotionen gehören dazu, aber nach dem Spiel muss das abgehakt sein.“

SV Heimstetten – TSV Dachau 1865 2:2 (1:1)

SVH: Riedmüller, Schäffer (67. Paul), Wellmann, Hintermaier, Thomik, D. Schmitt (67. Nappo), Kubina, Steimel, Lopes, Riglewski, Akkurt;

Tore: 1:0 Akkurt (10.), 1:1 Maric (44.), 1:2 Doll (48.), 2:2 Riglewski (84.)

Gelb-Rot: Hintermaier (87.)

Schiedsrichter: Tobias Schultes (TSV Betzigau)

Zuschauer: 140

Text: Patrik Stäbler

Quelle: fussball-vorort.de

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