Rück-Einwechseln in bayerischen Ligen erlaubt

München - Ein neuer Spieler wird eingewechselt, aber nach 20 Minuten reagiert der Kreisliga-Trainer erneut. Der Amateur-Fußballer muss wieder runter, der für ihn ausgetauschte Spieler darf zurück aufs Feld. In der neuen Saison ist das möglich in Bayern.

Eine neue Auswechselregelung sorgt kurz vor Saisonstart für Gesprächsstoff bei Bayerns Amateurfußballern und Schiedsrichtern. Ab sofort ist es allen Mannschaften von der Kreisliga abwärts erlaubt, bereits ausgewechselte Spieler erneut in die Partie zu schicken. “Die Mehrheit hat sich einstimmig auf dem Verbandstag am Wochenende für die Einführung der Rückwechsel-Regelung ausgesprochen“, sagte der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), Rainer Koch, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Der Rücktausch von Spielern ist jedoch nur in Spielunterbrechungen und nur mit Zustimmung des Schiedsrichters zulässig. Bei den Herren- Spielen bleibt das Auswechselkontingent auf drei Akteure beschränkt. Es dürfen sich also maximal 14 Spieler die elf Positionen auf dem Feld teilen und in uneingeschränkter Häufigkeit Plätze tauschen. Die Unparteiischen haben sich nur die ersten drei Auswechslungen zu notieren.

Der Grund für die Änderung sei, dass es “für die kleinen Vereinen aufgrund von Spielermangel immer schwieriger geworden ist, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten“, erklärte Koch. Die kritischen Reaktionen kann der BFV-Boss nicht nachvollziehen: “Das Drittel der Antragsgegner meldet sich jetzt selbstverständlich zu Wort. Der BFV ist dagegen dem deutlichen Mehrheitswillen gefolgt.“ Rund 60 Prozent der insgesamt 4590 Delegierten bei den 24 bayerischen Kreistagen hatte für das Rückwechseln gestimmt.

Die Gegner kritisieren besonders die dadurch eröffnete Möglichkeit der Spielverzögerung, wenn ein Team kurz vor dem Schlusspfiff knapp in Führung liege. “Wir sollten nicht immer gleich über Regelmissbrauch nachdenken und alles bis ins kleinste Detail reglementieren“, mahnte Koch. “Ich bin überzeugt, dass sich alles einspielen wird. Natürlich werden wir die Erkenntnisse sammeln ­ und gegebenenfalls die Durchführungsbestimmungen zeitnah nachjustieren.“

Joscha Thieringer

Quelle: Merkur.de

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