Rückblick: Göktan nur sechs Minuten auf dem Platz

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Es gibt ihn wirklich: Berkant Göktan (Mitte), spektakulärer Neuzugang, glänzt beim SVH meist durch Abwesenheit. Er kommt nur auf sechs Einsatzminuten.

SV Heimstetten – Wie eine Geburtstagstorte zweiteilen lässt sich das Jahr 2013 aus Sicht des SV Heimstetten. Die erste Hälfte schmeckte wie ein süßcremiger Sahnetraum:

Als Aufsteiger beendete der SVH die erste Regionalligasaison auf Rang fünf, stellte in Andreas Neumeyer (24 Tore) und Marco Bläser (12) das gefährlichste Sturmduo der Liga und überraschte manchen Favoriten – nicht selten mit einer gehörigen Portion Glück.

„Oft musste ich mich bei der Pressekonferenz fast rechtfertigen, warum wir schon wieder gewonnen haben“, formulierte es Trainer Rainer Elfinger. Auch in der zweiten Jahreshälfte – aus Tortensicht ein trockener Kuchenboden mit einem Klecks Magerquark – erinnerte der Coach an eine Schallplatte mit Sprung. Diesmal freilich predigte Elfinger etwas anderes: „Wir spielen richtig guten Fußball – besser als in der letzten Saison. Aber wir belohnen uns nicht dafür.“ Die Folge: Mit 19 Punkten aus 23 Spielen überwintert der SVH auf einem Abstiegsplatz.

Dieser Absturz lässt sich gut an zwei Spielern festmachen, die in der Vorsaison noch überragten. Zum einen der Regionalliga- Torschützenkönig Neumeyer, den es im Sommer zum TSV 1860 München zog. Um diese Lücke zu füllen, holte der SVH Marcel Ebeling und Robert Glatzel, hielt Florian Rudy und verpflichtete im Saisonverlauf Thomas Karg und Sammy Ammari. Doch all dies half wenig: Gefühlt vergaben die SVH-Kicker im zweiten Halbjahr mehr Großchancen als in den drei Spielzeiten zuvor. Daran konnte auch der spektakulärste Zugang nichts ändern: Berkant Göktan, Ex- Profi und einst Publikumsliebling bei den Löwen.

„Wir wollen ihm eine zweite Chance geben“, erklärte Manager Michael Matejka nach der Verpflichtung. Und tatsächlich glänzte der 33-Jährige in Heimstetten – jedoch nur durch Abwesenheit. So erarbeitete sich Göktan einen Ruf als Phantom, ehe er beim 0:5 gegen den FC Bayern München II für sechs Minuten eingewechselt wurde. Doch das war’s dann auch. Zum anderen ist das Schicksal von Marco Bläser typisch für die zweite Jahreshälfte der Heimstettner. Der Angreifer verletzte sich im Juli schwer am Fuß und hat seitdem das SVH-Trikot nicht mehr übergestreift.

Stattdessen war Bläser Stammgast beim Arzt – und nicht nur er: Mayer, Siedlitzki, Steimel, Toy, Welzmüller, Häfele, Kneißl, Rudy, Karg und Ebeling – fast der ganze Kader musste wegen diverser Blessuren aussitzen. „Es war wie eine Seuche“, sagt Matejka und verweist als Paradebeispiel auf den im November verpflichteten Zvonimir Kovac. Der hatte sich in einem Spiel der Reserve das Außenband gerissen, noch bevor er erstmals in der Regionalliga auflaufen konnte. „In der ganzen Saison verletzt sich genau ein Spieler in der Zweiten Mannschaft – und das ist ausgerechnet er!“, ärgerte sich der Manager.

Immerhin: Dieses Verletzungspech macht den Verantwortlichen Hoffnung für das kommende Jahr. „Wenn wir wieder komplett sind, holen wir die nötigen Punkte, um da unten rauszukommen – da bin ich mir sicher“, betont Matejka. „Diese Mannschaft hat die Qualität, um in der Regionalliga zu bestehen.“

Quelle: fussball-vorort.de

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