Saftige Watschn zum Bezirksliga-Einstand

- VON WOLFGANG STAUNER Wackersberg - Der SV Ohlstadt bleibt weiterhin der Angstgegner des SV Wackersberg. Nach einer fußballerischen Demonstration besiegten die Werdenfelser den Bezirksliga-Aufsteiger aus dem Isarwinkel mit 6:1 (2:0). Somit sind die ärgsten Befürchtungen bereits zum Auftakt wahr geworden: Der SV Wackersberg trägt die rote Laterne der Bezirksliga Süd und wartet seit Mitte der 80er Jahre auf den ersten Sieg gegen den SVO. Betreuer Hans Stoiber flüchtete sich in Zweckoptimismus: "Besser wir stehen am ersten Spieltag ganz unten als am dreißigsten."<BR>

<P>Das Verhängnis nahm bereits zwischen der 19. und 21. Spielminute seinen Lauf: Libero Sebastian Angermeier grätschte im Übereifer zwei Gegenspieler nacheinander rüde nieder. Schiedsrichter Michael Criepok (MSV München), der die Partie mühelos leitete, fackelte in beiden Fällen nicht lange: Der gelben folgte die gelb-rote Karte und für Angermeier war die Partie beendet. "Eine nachvollziehbare und richtige Entscheidung", urteilte SVW-Trainer Peter Kramer, vor dessen Augen die Missetaten passierten. Den Einstand gegen seinen ehemaligen Verein hatte er sich freilich wesentlich erfreulicher vorgestellt. Zumal seine Buam bis zur Dezimierung tadellos mitgespielt hatten. Youngster Simon Heilmeier, der nach einer knappen halben Stunde mit einer Knieverletzung vom Platz musste, hatte gar die Chance zum 1:0 (18.), doch der Ohlstädter Schlussmann Andreas Frombeck pflückte ihm das Leder gekonnt vom Fuß. <P>Pechvogel Eberl fälscht zweimal ab <P>Pechvogel auf Wackersberger Seite war Sepp Eberl: Erst fälschte er den nach Angermeiers Hinausstellung getretenen Freistoß für Schlussmann Robert Christl unhaltbar in die eigenen Maschen ab. Wenige Minuten später widerfuhr ihm selbiges Missgeschick nach einer Ecke, die Pierre Schröfele Richtung Tor schoss. <P>Von diesem Rückstand und bei hochsommerlichen Temperaturen mit einem Mann weniger auf dem Platz, erholten sich die Hausherren nicht mehr. Gekonnt spielten die Werdenfelser ihre Routine aus, wobei sie die Wackersberger Stürmer ein ums andere Mal in ihre Abseitsfalle tappen ließen. "Ich habe meine Spieler mehrmals ausdrücklich davor gewarnt. Schließlich habe ich dieses System dort vor vier Jahren eingeführt. Aber wer nicht hören will, muss fühlen. Das war jedenfalls eine saftige Watschn zum Einstand." <P>Zumal nach dem Seitenwechsel überhaupt nichts mehr bei den Hausherren zusammenging. Bei den Gästen aus dem Werdenfels lief es dafür umso runder. Einen Vorstoß nach dem anderen vollendeten sie in schöner Regelmäßigkeit. Torwart Christl, der sich den Ohlstädter Angriffen tapfer entgegenwarf, verhinderte gar mit einigen guten Rettungstaten einen höheren Rückstand. Erst in den Schlussminuten brachte einer der seltenen Entlastungsangriffe eine Resultatsverbesserung. Florian Müller war im Strafraum von Florian Walser gelegt worden, und Hans Nachmann verwandelte den Strafstoß sicher. Mit dem Schlusspfiff wäre Klaus Heller beinahe noch ein weiterer Treffer geglückt, doch sein Kopfball strich wenige Zentimeter neben dem Pfosten vorbei. <P>Tröstende Worte vom Gegner <P>Während Coach Kramer der Partie kein Fünkchen an Positivem abgewinnen konnte, allenfalls als "Lernfaktor" einstufte, kamen tröstende Worte vom Gegner. "Man hat gesehen wie kompakt die Wackersberger spielen. Mit dieser Mannschaft brauchen sie sich in der Bezirksliga nicht zu verstecken. Wenn sie die jungen Spieler gut integrieren und diese schnell lernen, können sie in dieser Liga locker mithalten", befand der Ohlstädter Trainer Stefan Schwinghammer, "allerdings müssen sie ihren jugendlichen Eifer noch in den Zaum bekommen. Angermeiers zweites Foul war hart an der Grenze zu rot." SV Wackersberg-Arzbach - SV Ohlstadt 1:6 (0:2). - Tore: 0:1 (23.) Franz Wittig, 0:2 (29.) Pierre Schröfele, 0:3 (54.) Franz Albrecht, 0:4 (66.) Markus Reißl, 0:5 (76.) Pierre Schröfele, 0:6 (83.) Pierre Schröfele, 1:6 (86.) Hans Nachmann (Elfmeter). - Gelb-Rot: Sebastian Angermeier (SVW, 21./wiederholtes Foul). <P></P>

Quelle: Merkur.de

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