Kupka: "Mit Sechzig ist das nicht vergleichbar"

Kupka: " Gemeinsam können wir unsere hochgesteckten Ziele erreichen."

Unterhaching - Auch Haching hat jetzt einen Investor, der den Fans Hoffnungen auf erfolgreiche Zeiten macht. Doch mit der Situation der Löwen soll der Deal nicht vergleichbar sein.

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Die Nachricht kommt überraschend, schließlich hat sich die SpVgg Unterhaching zuletzt eher um Partner in der Türkei bemüht. Doch seit gestern ist es offiziell: Khalifa Saif Al Muhairibi, ein 32-jähriger Geschäftsmann aus Abu Dhabi, steigt beim Drittligisten als Investor ein. „Wir freuen uns sehr über diese Kooperation“, erklärte Engelbert Kupka, „das ist der nächste Schritt, um den Verein in eine Kapitalgesellschaft umzuwandeln.“

Der Präsident beruhigte dabei die Fans: „Das ist eine andere Situation als beim TSV 1860. Die Löwen haben mit ihrem Investor einen besonderen Vertrag gemacht, der ja sogar von DFB und DFL geprüft werden musste. Bei uns läuft alles in einem normalen Rahmen ab.“ Kupka selbst war nicht in Abu Dhabi, um mit Al Muhairibi, dem Vorsitzenden von Arabian Gulf Investments, zu verhandeln. Er stand aber telefonisch laufend in Kontakt, während Schatzmeister Anton Schrobenhauser in Fernost die Gespräche führte.

Investoren im Fußball: Wer bei welchem Verein seine Finger im Spiel hat

Der TSV 1860 München könnte bald von einem jordanischen Geschäftsmann finanziell unterstützt werden. Aber die Münchner  Löwen sind nicht der einzige Verein, der von einem Geldgeber Finanzspritzen erhält. Sehen Sie hier einen Streifzug durch Europa von Vereinen, die durch einen Investor unterstützt werden. © Getty
Die TSG 1899 Hoffenheim profitierte von einem Geldgeber. Durch Mäzen Dietmar Hopp gelang dem Klub der Durchmarsch von der Regionalliga bis zur Herbstmeisterschaft 2008 in der ersten Liga. © getty
Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp, mit vier Milliarden Euro einer der reichsten Deutschen, ist Mitbegründer des Unternehmens SAP AG. Er führte den Verein aus Sinsheim von der Regional- bis in die Bundesliga. © getty
Auch Hannover 96 wird von einem Investor regelmäßig mit Geld unterstützt. © getty
Martin Kind (r.) hat Hannover 96 durch sein Hörgeräte-Unternehmen mit zahlreichen Millionen Euro unterstützt. Er ist ein Verfechter der 50+1 Regel im deutschen Fußball. © getty
Dietmar Beiersdorfer, Sportdirektor von RB Leipzig aus der Regionalliga Nord, kann sich über finanzielle Nöte nicht beklagen. © getty
Denn sein Verein wird wie weitere Klubs von Red Bull finanziert. Dietrich Mateschitz, österreichischer Unternehmer, hält 49 Prozent der Anteile an der Red Bull GmbH. © getty
Neben Leipzig und Salzburg wird auch in Amerika ein Verein von den "Roten Bullen" getragen: Die New York Red Bulls mit dem Weltmeister  Thierry Henry. © getty
Vor Leipzig versuchte Mateschitz mit Red Bull Salzburg den Angriff auf die europäische Krone zu starten. Dieses Vorhaben scheitert aber an der schwachen nationalen Konkurrenz. © getty
Der FC Basel wird von einer Mäzenin unterstützt. © getty
Gisela Oeri ist einer der wenigen weiblichen Präsidenten im europäischen Fußball. © getty
Das Gehalt von Quincy Owusu Abeyie vom FC Malaga wird durch Mohammad bin Nasser Al Thani bezahlt. Der Scheich, der den Nachrichtensender Al Jazeera gründete, gehört zu einer Dynastie, die seit dem 19. Jahrhundert den Herrscher von Katar stellt. © getty
David Trezeguet von Hercules Alicante war einer von vielen namhaften Neuzugängen für den Aufsteiger in der spanischen Liga. Enrique Ortiz verdient sein Geld durch sein Bauunternehmung und Firmen im Dienstleistungssektor. © getty
Racing Santader ist mittlerweile der dritte spanische Verein, der einen Investor im Hintergrund hat. Mehdi Lacen kann es nur recht sein. © getty
Der indische Multimilliardär Ahsan Ali Syed kaufte 80% der Rechte von Racing Santander. Der Unternehmer hat laut eigenen Angaben 130 Firmen. © getty
Leonid Fedun ist ein russischer Geschäftsmann mit geschätzten 5,5 Milliarden Dollar. Er arbeitet für die russische Ölfirma Lukoil. © getty
Die Fans von Spartak Moskau können sich ebenfalls über kräftige Finanzspritzen freuen. Mit dem Geld locken sie immer mehr Topspieler nach Russland. © getty
Anschi Machatschkala wird seit kurzem erst durch einen Investor unterstützt. Dieser ermöglicht Einkäufe wie Roberto Carlos. Suleyman Kerimov hält die größten Anteile der VTB-Bank. Durch seine Investmentfirma Nafta Moskau ist er größter Aktionär beim fünftgrößten Silberproduzent der Welt. © getty
Terek Grosny ist der zweite Verein aus Tschetschenien, der für Aufsehen sorgt. © getty
Ramsan Kadyrow jun. ist seit 2007 Präsident der Teilrepublik Tschetschenien. Ihm werden Folter und zahlreiche Morde vorgeworfen. Er ist großer Fußballfan und veranstaltete ein Benefiz-Spiel u.a. mit Lothar Matthäus. Woher sein Vermögen kommt, ist unbekannt. © getty
Der AC Milan, siebenmaliger Champions-League-Sieger hier mit Robinho, ist auch mit Hilfe eines Geldgebers so erfolgreich. © getty
Unterstützung erhält der AC durch den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Der Politiker ist durch seine Gründung von Medienanstalten, die er immer noch besitzt, vermögend geworden. © getty
Auch der zweite Mailänder Verein  wird von einem Investor geführt. Inter gelang letzte Saison um Kapitän Javier Zanetti das Triple. © getty
Ohne die Gelder von Präsident Massimo Moratti wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Der Italiener ist ein Öl-Tycoon und Sohn des Inter-Eigentümers Angelo Moratti. © getty
Der FC Genua geht seit ein paar Jahren auf Einkaufstour, u.a. Luca Toni, Rafinha. Möglich macht dies auch Enrico Preziosi. Er gründete die Giochi Preziosi und ist Hauptaktionär. © getty
Der AS Rom wird schon seit 1993 von einem Investor finanziert und geführt. Dadurch konnten der Traditionsklub auch Fan-Liebling Francesco Totti halten. © getty
Thomas Di Benedetto kaufte sich vor kurzem die Anteile des römischen Klubs. Er ist seit 1983 Präsident einer Investmentmanagementfirma. © getty
Jahrelang hinkte der FC Chelsea national und international hinterher. Bis ein russischer Investor die Londoner übernahm und zu drei Meistertiteln führte. © getty
Roman Abramowitsch gehört zu den russischen Oligarchen und verdient seine Milliarden mit seinen Ölunternehmen. Für 210 Millionen Euro kaufte er den FC Chelsea. Einen eigenen Privatjet besitzt der Russe ebenfalls. © getty
Ryan Giggs spielt seit 16 Jahren bei Manchester United, lange bevor der Investor aus Amerika kam, um United zu übernehmen. © getty
Die Glazer-Familie führt den Traditionsverein aus Manchester seit Mai 2005. Mittlerweile halten sie 75% der Anteile an United. © getty
Mit der Übernahme von Manchester City ist auch der zweite Klub aus der Stadt im Norden Englands übernommen worden. © getty
Mansour Bin Zayed ist ein Sohn der Herrscherfamilie von Abu Dhabi in den VAE. Er ist Minister für Präsidentschaftsangelegenheiten für seinen Bruder. © getty
Der Traditionsklub, der 2009 in die zweite englische Liga a bstieg, wurde von einem englischen Geschäftsmann übernommen. © getty
Mike Ashley ist der Geldgeber für die Magpies. Er unterstützt den Verein seit 2007, als er ihn für 135 Millionen Pfund (ca. 160 Millionen Euro) kaufte. © getty
Der englische Zweitligist FC Portsmouth, der letzte Saison überraschend ins FA-Cup Finale zog, wird seit einigen Jahren von einem Investor unterstützt. © getty
Balram Chainrai verdient sein Geld als Geschäftsmann mit Haushaltsgeräten. Der aus Nepal stammende Präsident von Portsmouth teilt ist nicht der einzige, der Anteile hält. © getty
Ohne die Investitionen von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wäre der Höhenflug des Teams nicht möglich gewesen. © getty
Die Anteile des  FC Port Vale wurden von einem sehr großen und weltberühmten Fan gekauft. Dieser ist in der Pop-Musik-Branche tätig. © getty
Der fußballfanatische Robbie Williams erfüllte sich damit einen Kindheitstraum. © getty
Steven Gerrard, Kapitän des FC Liverpool, spielt seit seinem neunten Lebensjahr für den Verein © getty
Sein Klub wurde 2007 von den US-amerikanischen Geschäftsleuten George Gillet (r.) und Tom Hicks für 470 Millionen Pfund gekauft. Gillett verdient sein Geld mit dem Vertrieb von Medien und Fleischwaren. Hicks ist Mitbegründer einer Investment-Firma © getty
Der UEFA-Cup-Sieger von 2009 Schachtar Donezk spielt seit Jahren mit vielen Brasilianern und konnte zuletzt das Viertelfinale der Champions League erreichen. © getty
Die ganzen internationalen Erfolge verdankt der Klub aus der Ukraine dem Multimilliardär Rinat Achmetow. Der Sohn eines Bergmannes besitzt 30 Unternehmen und kontrolliert somit die ostukrainische Stahl- und Kohleindustrie.  © getty
Dortmunds Europa-League-Gegner Karpaty Lwiw wird von Petro Dyminsky einem ukrainischen Geschäftsmann geführt und kann dadurch international auf sich aufmerksam machen. © getty
Die SpVgg Unterhaching will mit einem arabischen Investor zusammenarbeiten. Mit Khalifa Saif Al Muhairibi, dem Vorsitzenden einer Investmentbank aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, ist eine Kooperation vereinbart worden. Das Foto zeigt Coach Heiko Herrlich © dpa

Die Sache war über Franz Alla-burda, einen Bekannten des Mäzens aus dem Baugewerbe, ins Rollen gekommen, der schon seit langem Geschäfte am Persischen Golf abwickelt. „Das Jugendkonzept hat den Investor überzeugt“, berichtet Kupka, „daran soll auch nicht gerüttelt werden. Wir sind jetzt sehr zuversichtlich für die Zukunft – das sind alles solide Kaufleute.“ Kupka tüftelte gestern den ganzen Tag an einem sogenannten „Letter of intent“, in dem die Eckdaten der Kooperation taxiert wurden. Dieses Papier soll der neue Partner möglichst zeitnah als Basis für Verträge unterschreiben.

Über Details schweigt sich Kupka aus

Über Details schweigt sich Kupka aus („wir haben da eine Geheimhaltungsklausel“), allerdings ist klar, dass die Inhalte auch mit den Mitgliedern des Vereins abgestimmt werden, ehe Fakten und Vollzüge folgen. „Unser Partner hat gesagt, dass er möglichst bald nach München kommt, da werden wir die Nuancen besprechen“, meinte Kupka, der aber noch einen Tick Vorsicht walten lässt: „Man weiß ja: Abgeschlossen sind solche Dinge erst, wenn sie abgeschlossen sind.“ In den vergangenen Monaten haben der SpVgg einige dubiose Figuren recht übel mitgespielt.

In welcher Form der Araber einsteigt, wollte Kupka nicht sagen. Es ist unklar, ob der Mann Mitspracherechte in der Klubführung einfordert oder sich die Kooperation auf Trikot- oder Bandenwerbung bemerkbar machen wird. Es werde sich alles im Sinne des Vereins regeln, meinte Kupka: „Das ist ein junger Manager, der Gefallen an uns gefunden hat. Er hat uns gesagt: ,Euer Jugendkonzept gefällt mir, und ihr wart auch schon mal ganz oben im deutschen Fußball. Ihr habt Potenzial.’ Wir kommen mit ihm sicher einen großen Schritt weiter.“

Quelle: fussball-vorort.de

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