Angreifer des SV Wacker Burghausen etablierte sich mit 19 bereits in der Regionalliga

Ammari: Darum hat es für die erste Liga nicht gereicht

Bei Greuther Fürth II hat Sammy Ammari nur ganz knapp den Sprung in die 2. Bundesliga verpasst.
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Bei Greuther Fürth II hat Sammy Ammari nur ganz knapp den Sprung in die 2. Bundesliga verpasst.

Mit 19 Jahren debütierte Ammari in der Regionalliga. Nach Stationen wie dem FC Ingolstadt und der SpVgg Greuther Fürth wechselte der Stürmer diese Saison zu Wacker Burghausen.

  • Mit 19 debütierte Sammy Ammari in der Regionalliga Bayern.
  • Bei dem FC Ingolstadt II und der SpVgg Greuther Fürth II gelang ihm fast der Sprung in den Profibereich.
  • Mit 25 Jahren hat der Stürmer noch einige Jahre Fußball vor sich.

Mit seinen erst 25 Jahren hat Sammy Ammari schon einiges erlebt. Nach mehreren starken Saisons beim VfB Hallbergmoos wechselte der damals 19-Jährige zum SV Heimstetten und debütierte dort in der Regionalliga Bayern. Bei den Stationen FC Ingolstadt II und SpVgg Greuther Fürth II gelang dem Stürmer dann fast der Sprung in den Profibereich. Im Interview verrät der 25-Jährige, warum es damals nicht gereicht hat. Zudem spricht Ammari über ein Angebot aus Tunesien und seinen Wechsel zum SV Wacker Burghausen vor der Saison.

Sammy Ammari über Saison mit Wacker: „auf jeden Fall mehr drin“

Wie kam es vor der Saison zu deinem Wechsel zu Wacker Burghausen? 

Ich wurde von Wacker Burghausen kontaktiert und dann haben wir uns getroffen. Es hat alles gut gepasst und deshalb habe ich dann für die kommenden zwei Jahre zugesagt.

Bist du gut dort angekommen? 

Ich bin sehr gut dort angekommen. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen, aber auch das Umfeld ist klasse. Leider hängen wir trotzdem den sportlichen Erwartungen hinterher. Es wäre auf jeden Fall mehr drin. Mein Anspruch an mich selber ist es jetzt sportlich voranzugehen, Verantwortung zu übernehmen und mehr Tore zu schießen.

Ammari: „Der neue Trainer beflügelt uns“

Was gibt Mut für die Rückrunde?

Das erste Spiel in der Rückrunde gibt direkt Mut. Wir haben so begonnen, wie wir das auch wollten und konnten drei Punkte gegen Viktoria Aschaffenburg holen. Auch der Schwung durch den neuen Trainer beflügelt uns. Ich bin mir sicher, wenn die Saison direkt weiter gegangen wäre, hätten wir uns tabellarisch gefangen und mindestens den Mittelfeldplatz gesichert. 

Vor Wacker hattest du schon einige Stationen. Welche Station war bisher deine Schönste? 

Alle Vereine hatten ihren eigenen Flair und haben mich auf eine gewisse Weise geprägt. Überall konnte ich mich weiterentwickeln. Ich bin deshalb der Meinung, dass ich alle meine Vereine zum richtigen Zeitpunkt gewählt habe und bin froh, bei jedem gewesen zu sein. Ich würde alles nochmal genau so machen.

Deine erste Station in der Regionalliga war der SV Heimstetten. Wie bist du damals zum SVH gekommen? 

Ich war damals bei Hallbergmoos und habe viele Tore geschossen. Daraufhin hat mich der SV Heimstetten telefonisch kontaktiert und mir gesagt, dass sie mich gerne für die neue Saison verpflichten würden. Dort wollten sie dann schauen, ob ich den Sprung in die Regionalliga schaffe. Ich habe dann Hallbergmoos Bescheid gegeben, dass ich es gerne probieren würde und bin dann noch im Winter zum SVH gegangen.

Früh in der Regionalliga

Du warst damals 19 und hast somit schon im jungen Alter in der Regionalliga gespielt - schielt man in dem Alter dann Richtung 3. Liga oder sogar noch höher - erhofft man sich eine Profikarriere? 

Man fängt in dem Alter natürlich an, zu träumen und stellt sich vor, dass es noch weiter nach oben gehen kann. Letztendlich stimmt das ja auch. Im Leistungssport geht es immer schnell nach oben, aber natürlich auch schnell nach unten. Man sollte immer mit einem gewissen Eigenantrieb und einer gewissen Eigeninitiative an die Sache heran gehen. Dann ist im Fußball alles möglich - auch im jungen Alter.

Du konntest dich auch schnell in der Regionalliga etablieren und bist dann zum FC Ingolstadt gegangen. War dann die Profikarriere nicht zum Greifen nah?

Bei mir lief damals eigentlich alles wie geplant. Ich kam von der Bezirksliga in die Regionalliga und spielte bei Heimstetten auch relativ viel. Nach anderthalb Jahren hat es mich dann zu Ingolstadt verschlagen. Damals dachte ich mir, vielleicht ist Ingolstadt II das Sprungbrett, dass du brauchst um endgültig durchzustarten. Es lief auch anfangs sehr gut. Ich hatte nach der darauffolgenden Saison 17 Tore auf dem Konto. Für den ganz großen Sprung hat es letzten Endes allerdings nicht gereicht. Man muss auch sagen, dass die Qualität zu dieser Zeit beim FC Ingolstadt extrem hoch war. Nicht umsonst hat der Verein damals in der 1. Bundesliga gespielt. Zudem hat der Trainer eher auf andere Spielertypen gesetzt.

Ammari: „Ich bin ein Realist und genieße die Zeit in der Regionalliga“

Du bist immer noch erst 25. Ist der Ansporn noch da, mal in der 3. Liga zu spielen? 

Im Endeffekt spiele ich immer Fußball um das Maximum rauszuholen. Ich bin offen für alles und wenn es dann für Höheres reicht, gerne. Dennoch bin ich auch ein Realist und genieße die Zeit in der Regionalliga. 

Welchen Tipp würdest du einem Spieler geben, der aus einer unteren Liga in die Regionalliga kommt? 

Man muss immer den Eigenantrieb hoch halten, aber auch Respekt und Demut sind essentiell. Außerdem sollte man auf die älteren Spieler hören und probieren, immer das Maximum zu geben. 

Bevor du in die Regionalliga gekommen bist, warst du bei Hallbergmoos. Dort hast du unter Toni Plattner trainiert. Was macht ihn deiner Ansicht nach als Trainer aus? 

Anton hat eine sehr gute Art. Er weiß immer genau, wie er mit Charakteren umgehen muss. Zudem schafft Toni es immer, die Spieler zu motivieren und durch seine Art und Weise hat jeder im Team Spaß. Deswegen gibt bei ihm auch jeder 100 Prozent und kämpft für ihn, sowie für die ganze Mannschaft.

Bei Greuther Fürth ohne Perspektive 

Eine deiner Stationen war auch die zweite Mannschaft von Greuther Fürth. Wie bist du damals dorthin gekommen?

Der damalige Trainer Timo Rost hat mich kontaktiert und wollte mich für sein Team haben. Er sollte damals Spieler holen, die das Potential haben, auch in den Profibereich zu kommen. Das hat mir imponiert und ich wollte nach Ingolstadt auch noch mindestens im halbwegs professionellen Bereich bleiben.

Warum hast du Greuther Fürth II nach einer Saison schon wieder verlassen? 

Wir haben dort eine solide, aber halt keine gute Saison gespielt. Somit konnte sich keiner von uns für die erste Mannschaft empfehlen. Ich hatte damals noch ein Jahr Vertrag und wäre auch geblieben, wenn ich eine Perspektive für die erste Mannschaft gehabt hätte. Allerdings hat mir der Verein fairerweise mitgeteilt, dass ich unter den aktuellen Umständen keine Perspektive dort habe. Im gemeinsamen Einverständnis haben wir dann meinen Vertrag aufgelöst. Ich bin dem Verein dankbar, dass das Ganze so harmonisch ablief und sie ehrlich mit mir waren. 

Die erste Mannschaft von Greuther Fürth spielt bald wieder. Die 1. und 2. Bundesliga startet nämlich am 16. Mai. Was hältst du davon?

Als Fußballfan freue ich mich natürlich, dass ich wieder Fußball im Fernsehen schauen kann. Zudem denke ich, dass das Konzept und das Prinzip der DFL die Politik soweit überzeugt hat, dass sie diesen Schritt jetzt gehen. Deshalb denke ich, dass die Entscheidung vertretbar ist.

Ammari: „Habe 80 Prozent meiner Tore im Strafraum gemacht“

Wie geht ihr bei Wacker mit der aktuellen Situation um? 

Wir halten uns aktuell mit Laufplänen fit. In unsere WhatsApp-Gruppe werden regelmäßig neue Pläne reingestellt. Außerdem haben wir zweimal die Woche ein Cyber-Training, wo zwei Spieler immer eine Trainingssession vorbereiten. Wie es draußen weiter geht, wissen wir noch nicht genau.

Welche Ziele habt ihr euch als Mannschaft noch für den Rest der Saison gesteckt? 

Die restlichen elf Spiele wollen wir nochmal alles geben und dann am Ende der Saison so weit oben stehen wie möglich. 

Du bist mit sechs Toren und einer Vorlage der Top-Scorer deiner Mannschaft. Was für ein Stürmertyp bist du?  

Grundsätzlich sehe ich mich als klassischer Strafraumstürmer. Ich habe auch ungefähr 80 Prozent meiner Tore im Sechzehner gemacht. Meine Stärke ist der Abschluss.

Angebot aus Tunesien

Muhamed Subasic hat seinen Wechsel nach Österreich verkündet. Steht bei dir ein Wechsel ins Ausland auch zur Debatte? 

Wie vorhin schon gesagt, bin ich prinzipiell offen für alles. Allerdings fühle ich mich in Burghausen momentan sehr wohl. Ich kann mir vorstellen noch fünf oder sechs Jahre hier zu spielen. Mit 25 Jahren und ohne Kinder bin ich aber ziemlich flexibel.

Hattest du schon mal ein Angebot aus dem Ausland?

Zwischen den Stationen Buchbach und Fürth hatte ich ein Angebot aus Tunesien. Ich habe die Doppelte Staatsbürgerschaft. Allerdings habe ich damals gemerkt, dass ich aufgrund der aktuellen Lage Deutschland bevorzuge. 

Text: Florentin Reif

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