Der Liechtensteiner Nationalspieler kehrt zurück

Sandro Wolfinger: Der Mario Götze des SVH

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Erstes Tor für Liechtenstein: Sandro Wolfinger (l.), Nationalspieler in Diensten des SV Heimstetten, muss in Schwabmünchen passen. Ihm wurden Weisheitszähne gezogen.

SV Heimstetten - Der Mario Götze des SV Heimstetten heißt Sandro Wolfinger: Der Liechtensteiner spielt in der Nationalelf und hat soeben das erste Länderspieltor erzielt. Für seinen Klub hingegen stand der 24-Jährige diese Saison noch keine Minute auf dem Feld.

Heimstetten – Es läuft die dritte Minute der Nachspielzeit, als ein langer Ball bei Sandro Wolfinger landet. Der nimmt ihn mustergültig an, spitzelt die Kugel durch die Beine von Jónas Thór Naes und drischt sie unhaltbar für Torwart Teitur Gestsson unter die Latte.

Für Liechtenstein ist dieser zweifelsfrei feine Treffer zum 2:3 im Freundschaftsspiel gegen die Faröer-Inseln nur Ergebniskosmetik; wenig später pfeift der Schiedsrichter ab. Für Sandro Wolfinger aber ist es ein Moment, den er sein Lebtag nicht vergessen wird. Denn im zehnten Länderspiel für den Fürstenstaat steht der 24-Jährige vom SV Heimstetten erstmals volle 90 Minuten auf dem Feld und erzielt sein erstes Tor. „Klar war das ein besonderer Moment“, sagt Wolfinger, bevor er pflichtbewusst hinterherschickt: „Aber trotzdem war danach die Enttäuschung größer. Schließlich hatten wir uns gegen Gibraltar und Faröer mehr ausgerechnet als ein 0:0 und ein 2:3.“

Dennoch darf sich Wolfinger als Gewinner dieser Länderspielreise fühlen: Gegen Gibraltar wird er in der Pause eingewechselt, „weil ein anderer Offensivspieler keinen guten Tag erwischt hat“, erzählt der Heimstettner, der im zweiten Durchgang eine ansprechende Leistung zeigt. Der Lohn: Gegen die Faröer darf er von Anfang an ran und zahlt des Trainers Vertrauen mit einer Vorlage und einem Tor zurück. „Für mich kamen die Einsätze ziemlich überraschend“, sagt Wolfinger. „Ich hatte ja mehr als ein halbes Jahr lang gar nicht gespielt.“

Rückblick: Anfang 2015 wechselt der Mittelfeldmann zum Regionalligisten Heimstetten, weil er in München seinen Master-Abschluss machen will. Unter Vitomir Moskovic spielt Wolfinger eine starke Vorbereitung und steht anfangs in der Startelf. Doch nach eher mauen Leistungen findet sich der Nationalspieler bald auf der Bank wieder, ehe im Sommer seine Leidenszeit beginnt: Zunächst wird Wolfinger wegen eines doppelten Leistenbruchs operiert. Als er wieder ins Training einsteigt, kehren die Schmerzen zurück – und nun beginnt für den Studenten ein Ärztemarathon.

„Ich habe sechs, sieben Therapien ausprobiert, aber nichts hat geholfen. Ich habe kurzzeitig sogar ans Aufhören gedacht.“ Erst nach einem halben Jahr stößt eine Medizinerin auf die Ursache seiner Schmerzen: „Sie hat herausgefunden, dass es ein nervliches Problem ist.“ Bei einer weiteren Operation vor sechs Wochen werden ihm drei Nerven entnommen – seitdem hat er keine Beschwerden mehr.

Nun also will Wolfinger noch mal angreifen – im Nationalteam, aber auch beim SVH: „Mein Ziel ist es, mich in die Mannschaft zu kämpfen, damit ich vor dem Start in die WM-Qualifikation im September möglichst viel Spielpraxis sammle.“ Sein Trainer Heiko Baumgärtner lobt: „Sandro hat in den letzten Wochen gezeigt, dass er wieder rankommt.“ Zwar sei die Konkurrenz auf seiner Position groß, „aber wenn er fit ist, kann er eine Option sein“.

Am Sonntag in Schwabmünchen wird der Liechtensteiner jedoch erneut nicht im Kader stehen. Ausgerechnet während der Länderspielreise kamen die Schmerzen zurück, sodass Wolfinger kurzfristig ein weiteres Mal operiert werden musste. Diesmal war es aber nicht die Leiste: Am Freitag wurden ihm die Weisheitszähne gezogen.

Text: Patrik Stäbler

Quelle: fussball-vorort.de

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