Sport und Corona

SC Eching: Krisenfest dank Digitalisierung

Karate-Kindertrainer Tobias Scheuermann hält eine Online-Sportstunde ab. Er präsentiert vor der Kamera eine Kampftechnik.
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Digitaler Kampfsport: Die Karateka des SC Eching – hier Kindertrainer Tobias Scheuermann in Aktion – haben im Herbst sofort auf die erneute Schließung der Hallen reagiert und beim Training auf Onlinemodus umgestellt.

Vorsitzender Oliver Schäffler vom SC Eching blickt trotz der anhaltenden Corona-Krise optimistisch in die Zukunft – und hofft auf eine Trendwende.

Eching – Wie hat der SC Eching das Jahr 2020 gemeistert? Trotz der Corona-Pandemie gibt es für den Vorsitzenden Oliver Schäffler nicht nur Negatives zu berichten. Im Gespräch mit dem Freisinger Tagblatt zeigt er sich zudem überzeugt davon, dass sein Verein gestärkt aus der Krise hervorgehen wird.

Herr Schäffler, 2020 war alles andere als ein normales Jahr. Wie fällt Ihr Fazit zu den vergangenen zwölf Monaten aus?

Natürlich hatten auch wir wegen der Corona-Pandemie schwer zu kämpfen. Die Schließung der Hallen ab März hat uns sehr getroffen – und besonders in den letzten Monaten habe ich gemerkt, dass die Kündigungen von Mitgliedern mehr werden. Es ist allerdings noch nicht dramatisch, und ich hoffe doch auf eine baldige Trendwende. Angefangen hatte das Jahr 2020 mit einer schönen Veranstaltung seitens der Gemeinde, der Sportlerehrung – da war das Bürgerhaus richtig voll, und wir haben viele Preise bekommen. Zudem haben wir trotz der Pandemie unsere Jubiläumszeitung zum 50-jährigen Bestehen im August veröffentlicht. Es ist ein Meisterwerk geworden, darin haben sich alle Abteilungen ausführlich vorgestellt. Das geplante Festwochenende im Juli musste bedauerlicherweise ausfallen, ist jetzt erst einmal auf dieses Jahr verschoben.

Dank an die Gemeinde Eching und die Projektgruppe für die Tennishalle

Hat die Corona-Pandemie alle Abteilungen des SC Eching gleichstark getroffen?

Ja, da gab es meiner Meinung nach keinen großen Unterschied. Wenn die Hallen geschlossen sind, trifft es jeden gleichermaßen. Trotz der Krise ist aber weiterhin viel passiert – und hier danke ich vor allem unseren Hygienebeauftragten. Sie haben viel geleistet, Konzepte erarbeitet und damit dafür gesorgt, dass wir nach dem ersten Lockdown wieder loslegen konnten. In diesem Zusammenhang gilt mein Dank auch der Gemeinde. Sie hat sichergestellt, dass wir ausnahmsweise im Sommer in die Hallen durften. Dazu treibt die Kommune glücklicherweise auch den Neubau der Tennishalle stark voran. Dieser soll dieses Jahr beginnen und schon im Herbst abgeschlossen sein. Ich bin überzeugt davon, dass alles top laufen wird. Davor hatte unsere Projektgruppe für die Tennishalle bereits mit viel Eigenleistung eine Umkleide mit Duschen gebaut.

Vorsitzender Oliver Schäffler: „Es hat sich gezeigt, dass ich mich immer auf mein Team verlassen kann.“

Training war trotzdem in vielen Monaten des Jahres nicht möglich. Hat sich der Verein hier etwas einfallen lassen?

In der Tat haben manche Abteilungen wie Turnen & Fitness oder Karate Online-Trainingskurse angeboten. Diese wurden regelmäßig live ausgestrahlt und auf den Platzbedarf zu Hause hin konzipiert. Das war ein schöner Erfolg und wurde sowohl von den Kindern als auch den Erwachsenen gut angenommen. Auch unsere Sitzungen haben wir auf Skype umgestellt und zwischendurch sogar ein Misch-Meeting organisiert. Da konnten vor allem die Älteren von zu Hause aus alles verfolgen. Wer wollte, durfte aber auch persönlich vorbeikommen. Der Verein steht in Sachen „Digitalisierung“sehr gut da – davon haben wir profitiert.

„Der Inzidenzwert muss unter 50 fallen – dann könnten wir wieder in die Hallen.“

Wie sieht Ihr Ausblick auf das Jahr 2021 aus?

Es hat sich gezeigt, dass ich mich immer auf mein Team verlassen kann. Bei einer Umfrage unter den Mitgliedern, wie wir mit den Hygienevorschriften umgegangen sind, gab es größtenteils positive Rückmeldungen. Wir haben derzeit ungefähr 1600 Mitglieder, und ich hoffe für alle, dass bald wieder Normalität zurückkehrt. Der Inzidenzwert muss unter 50 fallen – dann könnten wir auch wieder in die Hallen. So ist das mit der Gemeinde abgesprochen. Ich bin mir sicher, dass der SCE gestärkt aus der Krise kommt, und es den Verein mindestens auch noch die kommenden 50 Jahre geben wird.

Interview: Bernd Heinzinger

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