Oberbürgermeister und SCF-Präsident im Streit

SC Fürstenfeldbruck: Neuer Sponsor und Name für das Stadion 

Testspiele wie hier 2019 gegen den TSV 1860 München werden nun im „Energiewerke Bayern Stadion“ ausgetragen.
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Testspiele wie hier 2019 gegen den TSV 1860 München werden nun im „Energiewerke Bayern Stadion“ ausgetragen.

Das Stadion an der Klosterstraße heißt künftig „Energiewerke Bayern Stadion“. Der Stadtrat stimmte der Umbenennung zu, glücklich darüber sind aber nicht alle.

Fürstenfeldbruck – Es ist nicht die erste Namensänderung für das Stadion an der Klosterstraße. Einige Jahre hieß es Techno-Markt-Arena. Nun hat der SCF einen neuen Sponsor aufgetrieben. Die Energiewerke Bayern mit Sitz in Alling erhalten die Namensrechte. 20 Prozent der Sponsorengelder – das sind 1300 Euro – fließen in die Jugendabteilung des Vereins für das Kunstrasenprojekt samt Flutlichtanlage, hat der Verein angekündigt. Der Rest geht an die erste Mannschaft. Der Sponsoringvertrag soll ein Jahr laufen, mit der Option auf Verlängerung.

Jakob Ettner reichte Dienstaufsichtsbeschwerde gegen OB Erich Raff ein 

Einen entsprechenden Antrag hatte der Verein bei der Stadt gestellt. OB Erich Raff sagte in der Stadtratssitzung, er werde sich aus Gründen der Befangenheit nicht an Diskussion und Abstimmung beteiligen. Der Hintergrund: Zum einen hatte SCF-Präsident Jakob Ettner Raff wegen Verdachts der Urkundenfälschung angezeigt. In diesem Fall geht es um ein Benefizspiel des Vereins. Ermittelt wurde gegen den Rathauschef auch wegen Nötigung und Untreue. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen im März eingestellt, wie Raff berichtete. Allerdings habe Ettner Akteneinsicht beantragt, erklärte Raff. Somit sei das Verfahren noch nicht abgeschlossen.

Außerdem stellte der Präsident eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Kommunalaufsicht. Unter anderem, weil Raff ohne Einwilligung des Präsidiums Fragen an den Sponsor gerichtet hatte. Die Kommunalaufsicht hatte nichts zu beanstanden. Dennoch: „Ich will nicht mit meinem Abstimmungsverhalten oder Redebeiträgen die Meinungsfindung beeinflussen“, so Raff. Das sei vielleicht feige, aber er wolle Rechtsaufsicht und Staatsanwaltschaft keine weitere Arbeit aufdrängen. Vize-Bürgermeister Christian Stangl (Grüne) übernahm die Sitzungsleitung.

Die Stadtratsmitglieder wollten dem Verein keine Steine in den Weg legen. Er sei froh, dass sich der Verein auf Sponsorensuche gemacht habe, um seine finanzielle Situation zu verbessern, sagte Philipp Heimerl (SPD). „Wir sollten aus dem Stadtrat heraus keine Vereinspolitik machen.“ Dass es aber kein Brucker Unternehmen ist, gefiel einigen nicht. Die Stadtwerke seien nicht glücklich über den Sponsor, berichtete Christian Götz (BBV). Er schlug vor, den SCF zu bitten, nochmal Kontakt mit den Stadtwerken aufzunehmen. „Ich könnte mir vorstellen, dass die Stadtwerke Geld in die Hand nehmen, um die Rolle des Platzhirschen zu behaupten.“ Die Stadtwerke hätten vor einigen Jahren den Sponsoringvertrag gekündigt, entgegnete Alexa Zierl (ÖDP). Sie würden sich melden, wenn sie wieder Geld hätten.

Stadt behält sich das Recht vor, Zustimmung zu widerrufen 

Willi Dräxler (BBV) kritisierte die Laufzeit von einem Jahr. Man könne das Stadion nicht dauernd umtaufen. „Das ist nicht identitätsstiftend, da brauchen wir einen Bezug zu unserer Stadt.“ Und man müsse überlegen, wie man in Zukunft mit derartigen Anfragen umgehe, ergänzte Markus Droth (FW).

Andreas Lohde (CSU) wies darauf hin, dass noch eine Unterschrift des Präsidenten im Antrag an die Stadt fehle. Laut Zierl hat Ettner seiner Schriftführerin die Zeichnungsberechtigung erteilt. Doch auch hier fehle die Unterschrift, berichtete Stangl. Dies soll Ettner nachholen.

Letztlich segnete der Stadtrat mit 30:8 die Namensänderung ab. Die nötige Unterschrift im Antrag muss der Präsident nachreichen. Die Namensänderung gilt für die Dauer des Sponsorenvertrags. Auf Vorschlag von Franz Neuhierl (FW) behält sich die Stadt das Recht vor, die Zustimmung zu widerrufen – frühestens nach einem Jahr.

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