1. tz
  2. Sport
  3. Amateure

„Hab ich in 30 Jahren nicht erlebt“ – Spielabsage und Pleitenserie: Upfer Buam wollen zusammenhalten

Erstellt:

Von: Boris Manz

Kommentare

Vertrauen in den Zusammenhalt der ‚Upfer Buam‘: Franco Simon bleibt trotz der angespannten Lage zuversichtlich.
Vertrauen in den Zusammenhalt der ‚Upfer Buam‘: Franco Simon (li.) bleibt trotz der angespannten Lage zuversichtlich. © Dieter Metzler

Die Spielabsage des SCU beim 1. FC GAP in der BZL Süd sorgte für Verwunderung. Die letzten sechs Ligaspiele gingen alle verloren. Trotzdem gibt sich Coach Simon zuversichtlich und glaubt an die „Upfer“-Mentalität.

München – Eine Busreise nach Garmisch-Partenkirchen, dort gemeinsam frühstücken, dann das Spiel gegen die Top-Mannschaft der Liga und anschließend noch den Mannschaftsausflug gemeinsam verbringen. So hatte sich Franco Simon, Coach des SC Unterpfaffenhofen, den 15. Oktober ursprünglich vorgestellt. Am Donnerstag im Training dann aber die Gewissheit, dass bei den „Upfer Buam“ fünfzehn Spieler des Bezirksliga-Kaders ausfallen.

SCU-Trainer Franco Simon über das abgesagte Spiel: „Das Spiel gegen Garmisch-Partenkirchen sollte etwas Besonderes werden“

„Grundsätzlich hätten wir schon irgendwie antreten können“, sagt Simon, „aber das Spiel gegen Garmisch-Partenkirchen sollte etwas Besonderes werden.“ Der Coach und sein Team hatten extra als mannschaftsfördernde Maßnahme einen Tagesausflug geplant. Mit Mannschaftsbus und allem drum und dran. Als sich vor dem Abschlusstraining noch ein Spieler einen Muskelfaserriss zuzog, bat der SCU darum, dass Spiel zu verlegen. Nach „freundschaftlichen Gesprächen“ musste der 1. FC GAP aber absagen und bekam am grünen Tisch die drei Punkte.

„In meiner 30-jährigen Trainertätigkeit hab ich das (eine Spielabsage – Anm. d. Red.) noch nie erlebt. Und ich hätte unglaublich gerne mal ein Spiel dort gehabt. Die Alpen, die Zugspitze – die Kulisse ist ja der Wahnsinn“, schwärmt Simon. Hinzu kam, dass von der A-Jugend kaum Spieler zur Verfügung standen, da diese teils privat teils für den SCU unterwegs beziehungsweise im Einsatz waren. Der zweiten Mannschaft wollte man nicht fünf, sechs Spieler klauen und die eigenen Probleme nach unten abwälzen.

Bezirksliga Süd – SC Unterpfaffenhofen will Ergebnis-Wende spätestens in der Rückrunde

Hinzu kam das „wichtige Spiel“ im Kellerduell gegen den TSV Großhadern drei Tage später. Die Spieler, die gespielt hätten, wären ohnehin alle schon auf dem Zahnfleisch gelaufen. Am Ende musste der SCU eine herbe 0:5-Klatsche gegen das Tabellenschlusslicht hinnehmen. „Einzeln betrachtet, macht es jeder gut, aber wenn wir jede Woche mit einer neuen Truppe auflaufen, fehlt im Kollektiv die Kompaktheit“, beklagt Simon. Am Wochenende bekam der SCU dann die nächste Packung. Die 1:6-Niederlage beim SV Bad Heilbrunn war die sechste Niederlage in Folge.

Da will Niemand das sinkende Schiff verlassen. Wir sind die „Upfer Buam“ – ein eingeschworener Haufen“

Franco Simon über die besondere Mentalität des SC Unterpfaffenhofen-Germering

Der SCU scheint am Tiefpunkt angekommen zu sein. Besonders bitter nach dem gelungenen Saisonauftakt mit vier ungeschlagenen Spielen. Dieser beweise auch, dass der Kader grundsätzlich die Qualität hat, in der Bezirksliga mitzuspielen. Doch läuft die Truppe nun Gefahr, angesichts des drohenden Abstiegs auseinander zu fallen? „Das versteht ein Außenstehender vielleicht nicht, aber da will niemand das sinkende Schiff verlassen. Wir sind die „Upfer Buam“ – ein richtig eingeschworener Haufen“, betont Simon.

Spätestens in der Rückrunde will der SCU wieder voll auf Kurs kommen. In der letztjährigen Rückrunden-Tabelle war die Simon-Elf Dritter, eine Aufholjagd sei vorstellbar. Hinzu kommt, dass der Kader dann wieder auf zahlreiche Rückkehrer zugreifen könnte. „Wir haben nur Knöchelbrüche, Außenbandrisse und Leistenbrüche – das geht dann auch irgendwann wieder.“ (Boris Manz)

Auch interessant

Kommentare