Wollte der Boss das Trainer-Gehalt sparen?

SCF-Präsident Ettner schmeißt Sarisakal raus

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Der Präsident sitzt die Sache aus. Jakob Ettner (l.) ist auf Tauchstation gegangen. Sarisakals Nachfolge (r.) tritt Co-Trainer Westermair an.

SC Fürstenfeldbruck - Tarik Sarisakal ist nicht länger Trainer beim SC Fürstenfeldbruck. Präsident Jakob Ettner hat dem Übungsleiter überraschend den Stuhl vor die Tür gestellt. Doch die Beteiligten stellen sich praktisch tot.

Der geschasste Coach, der zum Saisonende ohnehin aufgehört hätte, war am Freitag aus beruflichen Gründen nicht erreichbar. Ettner reagierte auf Anrufe nicht. Die Spieler und Abteilungsleiter Alfred Thurner geben sich ebenfalls bedeckt. Auf die Frage, wie die Mannschaft die Entwicklung aufgenommen hat, sagte Mittelfeldspieler Yannick Demmer: „Dazu möchte ich nichts sagen.“ Gleichen Wortlaut hatte auch Thurners Stellungnahme.

Überhaupt schlug die Bombe quasi beiläufig ein. Der bisherige Co-Trainer Michael Westermair erklärte im Vorfeld zum Spiel am Sonntag in Nördlingen, dass er die Mannschaft ab sofort betreuen werde. „Ich hätte das gerne bis Saisonende mit dem Tarik durchgezogen“, sagt der ehemalige Stürmer, wollte auf die Vorgänge ansonsten aber nicht näher eingehen.

Dass das Tischtuch zwischen Präsident und Coach einen Riss hat, deutete sich bereits nach der jüngsten Niederlage gegen Tabellenführer Gundelfingen an. Ettner hatte Sarisakal vorgeworfen, er hätte zu offensiv spielen lassen. Die zahlreichen Ausfälle seien keine Entschuldigung. Unter der Woche hatte der SCF-Chef seine Kritik im Tagblatt-Gespräch noch einmal erneuert: „Der Verweis auf die fehlenden Spieler muss endlich aufhören.“ Die restlichen Akteure könnten auch alle Fußball spielen, die Mannschaft hätte aber kein System. Außerdem wurde dem Tagblatt die Information zugespielt, dass der SCF-Chef dem Coach zuletzt sogar die Fahrtkosten gestrichen hatte.

Eine gut unterrichtete Quelle, die ihren Namen aber nicht in der Zeitung lesen will, sagte gegenüber dem Tagblatt, dass die sportlichen Gründe für die Demission ohnehin nur vorgeschoben sind. „Ich habe aus erster Hand erfahren, dass der Rauswurf damit begründet wurde, dass sich Jakob Ettner das Geld für den Trainer sparen will“, so der Insider. Ob der Geschasste dies einfach so hinnimmt, erscheint aber zumindest fraglich. Zumindest vermutet die Tagblatt-Quelle, dass der Coach seine Ansprüche auf dem Gerichtsweg einklagen wird.

Und auch wegen des Darlehens von Ehrenpräsident Hans Hahn droht wohl weiter Ungemach. Ettner hatte die Rückzahlung eingestellt, weswegen die Bürgen – darunter ehemalige Präsidiumsmitglieder – einspringen mussten. Gerüchten zufolge wollen die Bürgen ihr Geld nun aber vom Verein zurück haben. Dazu kommt das Damoklesschwert der immer noch nicht endgültig geklärten Forderung des Finanzamtes bezüglich der Einnahmen aus dem Bayern-Gastspiel 2013.

Wie es auf Funktionärsebene weitergeht, ist offener denn je. Ein Termin für die samt Neuwahlen fällige Jahreshauptversammlung steht nach wie vor nicht fest. Ettner hatte zuletzt nur erklärt, dass sie „auf jeden Fall nach Ostern“ stattfinden werde. Zu seiner neuerlichen Kandidatur hat sich der amtierende Präsident bislang komplett bedeckt gehalten. Aber laut Ettners Vorgänger Eckart Lutzeier gibt es bereits eine Personengruppe mit dem nötigen finanziellen Hintergrund, die die Führung des Vereins übernehmen würde. Lutzeier verfolgt das Geschehen vom Krankenbett aus: Er wurde nach einem Unfall beim Schlittschuhlaufen am Oberschenkel operiert.

Quelle: fussball-vorort.de

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