Vorsitzender zeigt Stellvertreter an

SCF-Präsidium: Jetzt ermittelt die Polizei

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Jakob Ettner (l.) war bei der Polizei und hat seinen Vize angezeigt. Andreas Conrad will sein Amt als Vize nur „ruhen lassen“.

SC Fürstenfeldbruck - Der SCF kommt nicht zur Ruhe. Jetzt mischt mit der Schlammschlacht der Verantwortlichen auch die Polizei mit. Das Vereinsgericht beschäftigt sich außerdem mit dem "ruhenden Amt".

Die Schlammschlacht beim SC Fürstenfeldbruck geht in die nächste Runde. Jetzt stellt sich aber nicht nur die Frage, wer denn tatsächlich der oder die amtierende(r) Vizepräsident(in) ist. Vielmehr beschäftigt sich nun auch die Polizei mit dem seit Jahren in den Negativschlagzeilen stehenden Fußball-Landesligisten. Denn Jakob Ettner hat in seiner Funktion als Clubpräsident den bisherigen Stellvertreter Andreas Conrad bei der Justiz angezeigt.

Polizeisprecher Michael Fischer bestätigt den Vorgang, ohne genauere Hintergründe nennen zu dürfen. Auch Ettner will sich vorerst wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern. Conrad selbst wurde noch nicht zur Anhörung vorgeladen, hat aber eine Vermutung, um welches „Delikt“ es sich handeln könnte: „Urkundenfälschung, weil ich einmal eine Rechnung an einen Sponsor geschrieben habe.“

Ungeachtet dessen gibt es immer noch unterschiedliche Ansichten darüber, ob Conrad weiterhin als gewählter Vizepräsident offiziell im Amt ist oder nicht. Weil er den Posten aus eigenem Antrieb „ruhen“ lässt, wurde die Funktion mittlerweile kommissarisch an Monika Valier vergeben. Doch Conrad behauptet: „Ich bin nie zurückgetreten.“ Ausgelöst wurde das ganze Wirrwarr durch seine Aussage, dass er das Amt „ruhen“ lasse.

„Das geht aber so nicht“, bestätigte eine Sprecherin des in München ansässigen Vereinsregistergerichts dem Tagblatt. Zumal Conrad sein Vorhaben lediglich per SMS angekündigt hatte. Conrad: „Laut unserer Satzung kann man nur durch Abwahl, Tod oder Rücktritt aus dem Amt scheiden.“ Conrad geht deshalb davon aus, dass er noch immer Vereinsvize ist.

„Ich weiß, dass ich das Amt nicht auf Dauer ruhen lassen kann“, sagt Conrad. Das sei aber auch nie seine Absicht gewesen. Er habe vielmehr nicht eingesehen, dass „ich nicht mehr in wichtige Entscheidungen eingebunden wurde“. Mit seiner Ruhestands-Ankündigung habe er nur erreichen wollen, dass „sich das Präsidium wieder an einen Tisch setzt und vernünftig diskutiert“.

Den Vorwurf Ettners, er habe vollmundige Versprechungen zu Sponsorenverpflichtungen nicht eingehalten, kontert Conrad ebenfalls. Es habe zwei Treffen mit Ex-Präsident Eckart Lutzeier gegeben, der mit seiner Firma als Trikotsponsor einsteigen wollte. Als die Vertragsmodalitäten abgesteckt waren, habe Ettner die vereinbarten Termine verstreichen lassen. Zwei weitere Sponsoren, die Conrad verpflichten wollte, hätten mittlerweile ihr Interesse nach Querelen mit dem Präsidenten verloren.

Etwaige Kritik, dass er eine zu teure Landesliga-Mannschaft zusammengestellt habe, will Conrad auch nicht auf sich sitzen lassen. Zwar sei eine finanzielle Deckungslücke entstanden. „Die war aber genau so groß, dass sie durch den Vertrag mit Lutzeier gedeckt worden wäre.“ Außerdem sagt Conrad, er habe ausstehende Spielergehälter aus eigener Tasche vorfinanziert. „Das Geld habe ich bis heute nicht mehr zurückbekommen.“ Pikant: Ähnlich hat sich auch Schatzmeisterin Monika Brand geäußert.

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Conrad bezweifelt jedenfalls, dass das derzeitige Präsidium rechtmäßig im Amt ist. Schon bei der Wahl im Frühjahr sei es „nicht mit rechten Dingen zugegangen“. So habe ein mittlerweile ebenfalls bereits wieder aus dem Präsidium geschiedener Beisitzer als Nichtmitglied vom Wahlrecht Gebrauch gemacht. Auch die bei der jüngsten Vorstandssitzung erfolgte Benennung der bislang als Steuerberaterin des Vereins tätigen Monika Valier zur kommissarischen Vizepräsidentin steht nach Conrads Ansicht auf wackligen Füßen. Grund: „Weil ich nicht eingeladen wurde, obwohl ich noch im Amt bin.“

Quelle: fussball-vorort.de

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