Schiri aus Nachbarort der Gäste bringt Hausherren auf die Palme

Zu früh gefreut: Rot-Sünder Christoph Ullmann (l.) und Wilson Onyemaeke. foto: weber

Fürstenfeldbruck - Mit 1:2 hat der SC Fürstenfeldbruck am Freitagabend das Heimspiel gegen die Drittliga-Reserve aus Burghausen verloren. Trotzdem gab es vom Publikum Applaus für die Mannschaft - nicht jedoch für den skandalträchtigen Schiedsrichter Matthias Zacher aus Nußdorf, einer Nachbarstadt Burghausens.

Fragwürdige Kulisse

Gerade einmal 120

Fürstenfeldbruck im Technomarkt-Stadion. Dabei mussten die Verantwortlichen mit der finalen Zahl sogar noch zufrieden sein. Beim Anpfiff konnte man bestenfalls 60 Anhänger ausmachen.
Erst im Verlauf der ersten zehn Minuten füllten sich die Tribünen dann doch noch etwas mehr. Besserung scheint nicht in Sicht. Gegen die Ansetzung der SCF-Heimspiele am Freitagabend bis in den kalten November hinein gab es von Seiten der (noch) anwesenden SCF-Fans auch bereits kritische Stimmen. Dank des Auftritts des Unparteiischen sorgten die 120 Fans aber immerhin für eine lange nicht mehr dagewesene Stimmung im Stadion.

Zuschauer verloren sich am Freitagabend zur Landesliga-Partie des SCEtwas zu Lachen hatten die Brucker nur vor dem Spiel. Grund war das Vorwort von SCF-Vize Eckard Lutzeier im Stadionheft, beziehungsweise vielmehr die Unterschrift. Dort stand nämlich „Lutzeiert“. SCFGeschätsfürer Alfred Januschke kommentierte den Druckfehler scherzhaft: „as kommt davon, weil er immer so rumeiert.“

Schon die Verbands-Ansetzung des Unparteiischen ist angesichts der Nähe von Nußdorf zu Burghausen äußerst unglücklich. Was sich Zacher dann aber in den 90 Minuten erlaubte, hatte schon ein sehr feines G’schmäckle. Er entschied in den ersten 15 Minuten praktisch im Alleingang das Spiel. In dieser Zeit lag der Referee in allen spielentscheidenden Szenen völlig daneben. Die Aufreger:
10. Minute: Das 1:0 für Burghausen. Torschütze Christoph Behr steht für alle im Stadion deutlich sichtbar zwei Meter im Abseits. Zacher gibt den Treffer jedoch.
13. Minute: Christoph Ullmann spielt bei einer Abwehraktion im eigenen Strafraum klar ersichtlich den Ball. Zacher deutet nicht nur auf den Punkt, sondern schickt den Gilchinger auch noch mit der Roten Karte vom Platz. Roland Bonimeier nutzt das Elfergeschenk zum 2:0.
17. Minute: Jetzt entschied Zacher einmal zugunsten der Brucker, als er Koray Altinays Anschlusstreffer zum 1:2 gibt, obwohl der Schütze beim Zuspiel von Wilson Onyemaeke hauchdünn im Abseits steht.
Eine Tätlichkeit von Daniel Roppert übersieht Zacher in Halbzeit eins zwar, allerdings wird er von seinem Assistenten mit der Fahne darauf hingewiesen. Statt des fälligen Platzverweises zeigt Zacher nur die Gelbe Karte.
In der Zweikampfbewertung ist der Nußdorfer Schiedsrichter ebenfalls völlig einseitig. Üble Fouls von Burghausen bleiben ungeahndet, die Brucker werden für jede Kleinigkeit verwarnt. Die Bilanz am Ende: Fünfmal Gelb, einmal Gelb-Rot, einmal Rot für Bruck, nur zweimal Gelb für die Gäste.
Und auch der zweite Platzverweis gegen den SCF in der 87. Minute war zumindest umstritten. Bei einem Einwurf entschied Zacher zugunsten der Gäste - eine erneute Fehlentscheidung. Dem bis dahin ruhig geblibenen Koray Altinay platzte daraufhin der Kragen, wofür er - bereits verwarnt - die Ampelkarte wegen Meckerns sah.
Die Stimmung bei den 120 Zuschauern und den SCF-Verantwortlichen war anschließend entsprechend geladen. „Du Blinder“ waren noch die freundlichsten Worte, die sich Zacher aus dem Publikum anhören durfte. Und auch SCF-Abteilungsleiter Alfred Thurner war stocksauer. „Ich habe bislang noch nie was gegen die Schiedsrichter gesagt, aber das war eine Frechheit hoch drei.“ Vizepräsident Eckard Lutzeier fauchte angefressen: „Das war wirklich das Allerallerletzte.“
Besonders bitter: Der SCF war den Gästen auch mit nur neun Feldspielern haushoch überlegen und spielte den Favoriten regelrecht an die Wand. Alleine das erlösende Tor zum 2:2 wollte nicht fallen. Die beste von einer ganzen Reihe sehr guter Möglichkeiten hatte noch Onyemaeke, dessen Lupfer über den Torwart sich jedoch auf das Tor senkte.

von Andreas Daschner

Quelle: fussball-vorort.de

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