"Schlafwagen-Fußball" bringt Spartenleiter zum Toben

- VON HANS-PETER KOLLER Holzkirchen - Dass beim FC Unterbiberg fünf Stammspieler fehlten, hatte sich schnell in den Holzkirchner Reihen herumgesprochen. Dies aber war für die Grün-Weißen kein Signal, die Truppe aus dem Münchner Süden mit kombinatorischen Kabinettstückchen auseinander zu legen oder mit Laufarbeit zum Erfolg zu kommen. Der TuS wollte in Unterbiberg im Schongang zum Sieg und wurde prompt mit einem 1:2 bestraft.<BR>

Wer Toni Staller kennt, weiß, dass ihm die bayerische innere Ruhe nicht fremd ist. Nach dem Abpfiff aber war der Spartenleiter des TuS Holzkirchen stocksauer: "Das war Schlafwagen-Fußball. Erst eine große Klappe und dann eine miserable Vorstellung. Das passt überhaupt nicht zusammen." Dass sich der Ideenreichtum der Platzherren auf lange Bälle aus der Abwehr heraus beschränkte und sich seine Burschen diesem niveaulosen Gekicke anpassten, trieb dem Fußball-Chef aus der Marktgemeinde die Zornesröte ins Gesicht. <P>Es waren noch keine 100 Sekunden gespielt, als der Querbalken über dem Holzkirchner Torwart Oliver Beck wackelte: Der Ball sprang in den Strafraum zurück, und im darauf folgenden Gestochere ging ein Unterbiberger zu Boden. Für den Schiedsrichter bestand kein Grund einzuschreiten, aber die Holzkirchner Abwehrspieler verharrten regungslos auf ihren Plätzen. So konnte einer der Hausherren unbedrängt den Latten-Rückpraller annehmen, an drei TuS-Verteidigern vorbeimarschieren und zum 1:0 einschieben. Oliver Beck hatte sich der Tatenlosigkeit seiner Vorderleute angepasst. <P>Das Erwachen nach dem Rückstand war mühselig. Markus Müller scheiterte mit einem Freistoß aus 18 Metern am Torwart (8.), und Mario Gacic zog eine Flankenvorlage am rechten Pfosten vorbei (18.). In der 27. Minute machte die Holzkirchner Abwehr ein weiteres Nickerchen. Michael Stelzer marschierte ungehindert zwischen zwei Verteidigern in Richtung Tor und traf aus zwölf Metern zum 2:0. Der 1:2-Halbzeitstand schmeichelte den Gästen aus Holzkirchen: Florian Krämer hielt mangels einer Anspielstation aus 25 Metern auf das Tor, und der Ball senkte sich genau in den Winkel (45.). "Der Trainer hätte sieben oder acht Neue bringen müssen", meinte Staller zu den Auswechslungen von Simon Schedel und Kaspar Obermüller für Daniel Klintzsch und Sepp Sappl. <P>Nach dem Seitenwechsel hatten die Holzkirchner ihre stärkste Phase. Es schien, als wollten sie die Platzherren überrennen. Müller verfehlte eine Gacic-Flanke nur knapp. Nach einem weiten Einwurf von Gacic rettete ein Verteidiger auf der Linie. Kurz danach zog Gacic dicht über den Querbalken. In der 55. Minute aber war das Strohfeuer erloschen. Beck verhinderte einen höheren Rückstand, als er einen Freistoß aus dem Eck fischte (63.). Der vom Liberoposten weg ins Mittelfeld aufgerückte Jozo Ereiz kam nach einer Flanke von Christian Alber um einen Schritt zu spät (74.). Kurz darauf traf Alber freistehend aus sechs Metern den Ball nicht richtig, der darauf "nur" den Pfosten touchierte. <P></P>

Quelle: Merkur.de

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