Schlösser: "Selbst die Älteren sind Jungspunde"

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Keine leichte Aufgabe: Ingo Schlösser (41) trainiert Hachings zweite Garde.

SpVgg Unterhaching II – Die SpVgg Unterhaching II, neuerdings aufgrund der Kooperation mit dem dort ansässigen Deutschen Fußball-Internat in Bad Aibling zuhause, sitzt nach dem 0:5 (0:2) beim SV Pullach mit einem Punkt aus acht Partien ganz unten im Bayernliga-Keller fest.

Nach der höchsten Saisonniederlage seines U23-Teams, das in der ersten Halbzeit couragiert dagegenhielt, dann aber stark abbaute, stellte sich Hachings Trainer Ingo Schlösser (41) den Fragen unserer Zeitung.

Ihr Kommentar zum Spiel?

Schlösser: Wir haben uns in der ersten Halbzeit um den Lohn unserer Arbeit gebracht. Das ärgert mich. Man hat Pullach die Verunsicherung nach zwei Niederlagen nämlich durchaus angemerkt. Ich habe da keine Mannschaft gesehen, die die andere an die Wand gespielt hat, das war schon einigermaßen auf Augenhöhe. Pullach hat nur nach unseren Fehlern Torchancen bekommen. Mit dem dritten Treffer Anfang der zweiten Halbzeit war die Messe dann aber gelesen. Grundsätzlich muss man auch sagen: Vorne fehlt uns die Entschlossenheit.

Und wie lautet Ihre bisherige Saisonbilanz?

Schlösser: Dass es schwierig sein wird, wussten alle Beteiligten. Wir hatten zwar die Hoffnung, dass es besser läuft. Aber heute hatte ich wieder fünf Spieler drin, die noch in der U19 spielen können und von den anderen sechs ist auch noch keiner 23. Bei uns sind also selbst die älteren Spieler Jungspunde. Wir haben nicht die drei, vier erfahrenen Leute wie andere Mannschaften. Nur in Raisting hatten wir ein paar Spieler aus dem Profikader dabei, und da haben wir mit dem 2:2 unseren einzigen Punkt geholt.

Abgesehen von der Unerfahrenheit: Haben Sie noch mit anderen Problemen zu kämpfen?

Schlösser: Ich habe einen Kern von zehn, elf Leuten, mit denen ich regelmäßig trainiere, dazu kommen zum Spiel fünf, sechs Spieler aus der U19. Die erste Schwierigkeit ist, aus diesen zwei Lagern eine Truppe zu bilden. Da kann ich kaum Einfluss auf Einstellung und Taktik nehmen. Die zweite Schwierigkeit ist es, die bei der Stange zu halten, die nicht spielen. Denn die Jugendspieler, die dazu kommen, sind oft den Tick besser. Wir sehen das Ganze aber unter einem anderen Gesichtspunkt: Wir wollen von Spiel zu Spiel einen Schritt nach vorne machen. Und ich finde, die erste Halbzeit in Pullach war ein Schritt nach vorne.

Wie steht es denn um die Wertigkeit der U23 innerhalb des Vereins? Auf der Internetseite der SpVgg Unterhaching findet man beispielsweise überhaupt keine Informationen zu Ihrem Team, ja nicht einmal einen Hinweis auf dessen Existenz.

Schlösser: Dazu will ich mich nicht äußern. Ich konzentriere mich auf die sportlichen Belange und versuche Woche für Woche eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen.

Die zweite Mannschaft galt ja in der Vergangenheit immer auch als mögliches Sprungbrett zu den Profis. Spielt dieser Aspekt derzeit überhaupt noch eine Rolle?

Schlösser: Das hat man den Jungs als Bonbon gesagt: Dass die Durchlässigkeit theoretisch möglich ist, wenn einer überragende Leistungen bringt. Ich sehe auch einen, der es vielleicht schaffen kann, wenn er sich gut entwickelt, möchte aber keinen Namen nennen.

Der Kampf um den Klassenerhalt dürfte ziemlich hart werden. Lohnt er sich überhaupt oder wäre der Abstieg gar keine große Katastrophe?

Schlösser: Die Tabelle lügt nicht. Die aktuelle Mannschaft wäre wohl in der Landesliga besser aufgehoben. Aber alle im Verein denken, nächste Saison würde es leichter werden, weil mehr aus der Jugend nachkommt. Und wer steigt schon gerne ab. Eine Katastrophe wäre der Abstieg aber nicht.

Und was macht Ihnen Hoffnung, dass Ihre Mannschaft am Ende vielleicht doch in der Bayernliga bleibt?

Schlösser: Ich habe nicht im Kopf, wie viele Punkte noch zu vergeben sind. Aber so lange wir nicht zu weit weg sind, versuchen wir es. Die Jungs bräuchten jetzt allerdings zügig ein Erfolgserlebnis. Am Samstag spielen wir beim SB Rosenheim, die stehen ja auch nicht so gut da (Vorletzter mit fünf Punkten - d. Red.). Wenn es uns da nicht gelingt, wenigstens einen Punkt zu holen, wird es schwer, dass die Spieler weiter an sich glauben.

Quelle: fussball-vorort.de

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