Pullach-Coach grummelt trotz Tabellenführung

Schmöller: "Haben uns nicht sehr intelligent angestellt"

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Pullacher Jubel nach dem 1:0: (v.l.) Bernd Häfele, Torschütze Tim Sulmer und Ömer Kanca.

SV Pullach - Spitzenreiter ohne Spitzenleistung: Durch einen 3:1 (1:0)-Heimsieg über den FC Unterföhring hat der SV Pullach die Tabellenführung in der Bayernliga Süd übernommen.

Dank der 0:2-Niederlage des bisherigen Primus VfR Garching beim Dritten 1. FC Sonthofen stehen die Raben nun also ganz oben. Frank Schmöller sah den Sprung auf Platz eins aber eher nüchtern: „Mit der Leistung von heute bleiben wir da nicht lange.“ Denn der SVP-Coach gab offen zu: „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit der Leistung nicht. Wir hatten zu viel Unruhe im Spiel und haben uns nicht sehr intelligent angestellt.“ Tatsächlich zeigten die Gäste, die durch einen Sieg noch den Anschluss nach oben hätten herstellen können, die besseren Ansätze. „Unterföhring ist eine der spielstärksten Mannschaften in der Liga“, betonte Schmöller. „Wir wollten den Gegner eigentlich früh unter Druck setzen. Das ist uns in der ersten Halbzeit teilweise gelungen.“

Aber eben nur teilweise, sodass sich einige Möglichkeiten für den FCU ergaben. Andreas Faber zielte von links am langen Pfosten vorbei (23.), Pullachs Schlussmann war gegen Pascal Putta (25.) und bei einem Freistoß von Daniel Jungwirth (32.) zur Stelle. „Unterföhring war die aktivere Mannschaft in der ersten Halbzeit, hatte auch die besseren Chancen“, gestand Schmöller, der im Auftritt seiner Elf noch Nachwirkungen der 1:5-Hinspielschlappe zu erkennen meinte: „Ich glaube, dass das unseren Spielern noch in den Klamotten steckte. Wir hatten schon großen Respekt.“

Und trotzdem gingen die Raben mit einer Führung in die Kabine. Nach Ömer Kancas abgeblocktem Schussversuch reagierte Tim Sulmer am schnellsten und schob den Ball ein (40.). Erste Großchance, erstes Tor: Irgendwie beschloss der SVP diesen ersten Durchgang dann doch im Stile einer Spitzenmannschaft. Die Unterföhringer knickten durch den Rückstand aber nicht ein, sie drängten auf den Ausgleich, meist durch Faber, der Hofmann aber nicht ernsthaft in Verlegenheit bringen konnte (55., 58.). Dann übernahm plötzlich Schiedsrichter Matthias Zacher (Nußdorf am Inn) die Regie: In der bis dahin völlig harmlosen Partie zückte er gegen den protestierenden Putta innerhalb weniger Sekunden zweimal Gelb (60., siehe nebenstehenden Bericht).

Diese Ampelkarte brachte die Gäste auf die Palme – und scheinbar auf die Verliererstraße. Denn kurz darauf köpfte der eingewechselte Menelik Ngu’Ewodo nach Peter Beierkuhnleins Flanke zum 2:0 ein (64.). Und als auch noch Unterföhrings Patrick Irmler nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot gehen musste (72.), war der Raben-Sieg so gut wie ausgemacht. Doch nach einem Zweikampf zwischen Beierkuhnlein und Uwe Schlottner gab es von Zacher ein Elfmetergeschenk für den FCU, das Faber dankend annahm (77.). Und plötzlich waren die acht Unterföhringer Feldspieler richtig am Drücker, Faber hatte den Ausgleich auf dem Kopf (80.). Erst Christoph Dinkelbachs 3:1 nach schöner Vorarbeit von Ngu’Ewodo (87.) erlöste Schmöller, der das konfuse Überzahlspiel seines Teams einigermaßen launig kommentierte: „Das 2:0 war schön herausgespielt, aber danach haben wir uns nicht sehr clever angestellt. Der Elfer gegen uns war allein schon wegen Schlafmützigkeit berechtigt. Normal hätte ich nach den Platzverweisen auch gleich zwei Mann runternehmen müssen, dann wären alle wieder bei 120 Prozent gewesen. So schaltet halt jeder zehn Prozent runter. Aber egal: Wir haben die drei Punkte.“

Quelle: fussball-vorort.de

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