Thomas Tuchel ist nicht mehr Trainer von Borussia Dortmund

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"Fünf Minuten Chaos"

Schmöller will 1:2 in Garching nicht dramatisieren

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SVP-Coach Frank Schmöller.

SV Pullach – Florian Königer stapfte wutschnaubend vom Feld: „So unverdient!“, zeterte der Verteidiger des SV Pullach nach dem 1:2 beim VfR Garching.

Man hätte ihm durchaus recht geben können, wären da nur nicht diese „fünf Minuten Chaos“ gewesen, von denen sein Trainer Frank Schmöller hinterher sprach: „Der einzige Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen kann, ist, dass sie da die Ordnung verloren hat.“ Und so konnte Schmöllers Garchinger Kollege Daniel Weber den Pullachern entgegenhalten: „Verdient ist es, wenn du es 90 Minuten durchziehst.“

Doch eben das gelang den Raben nicht. Hätten sie ihren imponierenden Auftritt des ersten Durchgangs mit der verdienten Führung durch Alexander Benedes Kopfball (37.) auf die gesamte Spielzeit ausgedehnt, hätte es nur einen Sieger dieses Bayernliga-Schlagers geben können. „Wir haben ein richtig gutes Fußballspiel gezeigt und in der ersten Halbzeit klar dominiert“, kleidete Schmöller die Überlegenheit seines Teams in fast noch bescheidene Worte. Der Garchinger zeigten sich jedenfalls beeindruckt. Weber gab zu, dass er die Gäste längst nicht so forsch, sondern mit eher abwartender Taktik erwartet hatte und bescheinigte dem SVP „sehr abgeklärt“ aufgetreten zu sein. VfR-Kapitän Dennis Niebauer drückte den Raben seinen Respekt für deren starke erste Halbzeit ganz ähnlich aus: „Sie haben das wirklich recht souverän gemacht.“

Auch nach der Pause schienen die Pullacher lange Herr der Lage zu sein. Doch obwohl Garching vor dem Ausgleich durch Niebauers Klassekopfball in der 72. Minute keine echte Torchance hatte: Die Selbstverständlichkeit, mit der die Raben davor den Gegner beherrscht hatten, ließ zunehmend nach. „In der ersten Halbzeit hat das gut ausgeschaut, aber in der zweiten wurde es unruhiger“, gab Innenverteidiger Daniel Leugner zu. Und Schmöller ergänzte: „Nach dem Wechsel waren wir ein Stück zu hektisch, wir haben uns etwas zu wenig bewegt und uns nicht mehr getraut, Fußball zu spielen.“ Diese Veränderung schrieb der Coach auch dem Ausfall von Tim Sulmer zu: „Ich bin überzeugt, wenn er durchgespielt hätte, hätten wir gewonnen. Er hat mir sehr gut gefallen, hat sich gut bewegt. Dann wird er so aus dem Spiel geholt.“ Nach einem Foul vom Tobias Gürtner versuchte es der Stürmer noch einige Minuten, ehe er wegen einer Instabilität im linken Knie aufgeben musste. Für Schmöller war das nur mit Gelb bestrafte Einsteigen des Garchingers, auch wenn dieser den Ball berührt hatte, der erste Grund für eine deutliche Kritik am Unparteiischen Florian Badstübner (Windsbach): „Es gibt eine klare DFB-Regel: Von hinten mit beiden Beinen ist Rot.“ Die zweite Schiedsrichterschelte betraf den Strafstoß zum Siegtreffer. Pullachs Keeper Michael Hofmann war dem Garchinger Oliver Hauck entgegengeeilt, die beiden trafen sich am Schnittpunkt von Strafraumgrenze und Torauslinie. Hauck fiel, Badstübner pfiff und Schmöller schimpfte: „Michi Hofmann spielt klar den Ball. Wenn das ein Elfer ist, gibt es in der Bundesliga jedes Wochenende 120 Elfmeter.“ Hofmann selbst äußerte sich diplomatisch und auch selbstkritisch: „Was soll ich sagen, wenn er pfeift? Ich hätte vielleicht nicht rausgehen dürfen.“ Niebauer, der erst im Nachschuss (75.) verwandelte, räumte, den Strafstoß wie das Spiel insgesamt betreffend, ein: „Das war schon glücklich heute.“ Und Schmöller beklagte, dazu passend, „das Pech, dass jeder Fehler ausgenutzt wurde.“ Wie die Garchinger dies taten, zeigt aber auch ihre Qualität als Top-Team. Weshalb Schmöller die erste Niederlage nach 19 Partien nicht dramatisieren wollte. „Nach so einer Serie ein Spitzenspiel auswärts zu verlieren, ist kein Beinbruch. Wenn wir in den letzten sieben Spielen wieder eine Serie hinlegen, ist alles gut.“

Im Aufstiegsrennen ist alles offen

Die Tabellenführung ist weg, doch entschieden ist noch lange nichts. Während Garchings Trainer Daniel Weber, dessen Team jetzt zwei Punkte Vorsprung vor dem SV Pullach hat, in den restlichen sieben Spielen einen Zweikampf zwischen diesen beiden Mannschaften erwartet, sieht SVP-Coach Frank Schmöller einen größeren Kreis von Anwärtern: „Wir tun alle gut daran, wenn wir die anderen Mannschaften nicht abschreiben. Besonders 1860 Rosenheim ein gefährlicher Gegner.“ Der Tabellendritte ist stark im Aufwind und hat nur noch vier Zähler Rückstand auf den SVP. Auf sein eigenes Team sieht Schmöller nach dem zu erwartenden Ausfall von Tim Sulmer (Diagnose noch offen) ein hartes Saisonfinale zukommen.

Mit Ömer Kanca und Grgur Rados hatten sich zwei weitere angeschlagene Offensivspieler vor der Garching-Partie kurzfristig abgemeldet. „Es macht mir Sorgen, dass ich nur noch 13 gesunde Spieler habe. Am Schluss sind einige auf dem Zahnfleisch dahergekommen“, so Pullachs Trainer. „Garching hatte sieben Spieler auf der Bank, wir zwei gesunde. Das hat vielleicht auch eine Rolle gespielt.“ Die Personalsituation könnte auch in den nächsten Wochen von entscheidender Bedeutung sein. Zunächst aber muss geklärt werden, ob der SV Pullach überhaupt einen Antrag auf eine Regionalliga-Lizenz stellen wird, was wiederum davon abhängt, ob die Raben im Aufstiegsfall die Anlage des SV Heimstetten als Ausweichspielstätte nutzen dürfen. In dieser Frage gab der Verein nichts Neues bekannt, eine Entscheidung soll aber im Laufe der Woche fallen.

Umberto Savignano

Quelle: fussball-vorort.de

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