Pullach verspielt 2:0-Führung über Sonthofen

Schmöller: "Wir sind die dämlichste Mannschaft der Liga!"

In der zweiten Halbzeit bauten die Pullacher (im gelben Trikot Daniel Leugner) mächtig ab. FOTO: BRO

Trainer Schmöller nach dem 2:2 gegen den 1. FC Sonthofen mächtig sauer

Pullach – In einem Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten gab der SV Pullach nicht nur den Sieg gegen den 1. FC Sonthofen, sondern auch die Tabellenführung über die Winterpause aus der Hand. Trainer Frank Schmöller war nach dem 2:2 (2:0) seiner Elf mächtig sauer.

Eine sachliche Analyse, warum sein Team nach dem Wechsel so abbaute, war für den Pullacher Coach nach der letzten Partie des Jahres keine Option: „Seit Wochen ist es das gleiche: Wir schaffen es nicht, einen Gegner, der am Boden liegt, totzumachen. Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen. Ich habe keine Lust, das zu erklären. Das sollen mal die Spieler machen.“

Torjäger Lukas Dotzler, der die Raben mit seinem 18. Saisontreffer in Führung gebracht hatte (18.), fiel zu dem Thema aber auch nicht allzu viel ein. Er verwies auf die Steigerung der in der ersten Halbzeit harmlosen Gäste: „Wenn der Gegner körperlich so dagegen hält, ist es schwer, mit unserem Kombinationsspiel durchzukommen.“ Und auf die wenig zielstrebigen Pullacher Gegenstöße gegen die in den zweiten 45 Minuten naturgemäß stürmischen Allgäuer: „Wir haben keine Konter setzen können.“ Dabei hatte man zur Pause genau das erwarten können: Dass die Raben, die durch die Treffer von Dotzler und Alexander Jobst, der nach einer Ecke einnickte (31.), den Sack mit dem dritten Treffer irgendwann zumachen würden.

Denn bis dahin hatten sie klar dominiert. Was Schmöller nach dem Schlusspfiff nicht mehr sonderlich interessierte. „Sollen wir sagen: Wir haben in der ersten Halbzeit super Fußball gespielt?“, stellte der Coach eine rhetorische Frage, die er indirekt selbst beantwortete: „Wir sind über 90 Minuten die dämlichste Mannschaft, die in der Liga rumläuft.“ Denn wieder einmal hatten die Raben einen schon fast besiegten Gegner fahrlässig aufgebaut. Und anders als bei früheren Gelegenheiten schafften sie diesmal keine Wende zurück zu ihren Gunsten. Im Gegenteil: Nach den beiden Treffern durch Burak Kesici (74., 82.) drängten die Sonthofener gegen die im zweiten Durchgang zweikampfschwachen Pullacher auf den Sieg

Der fehlende Biss schadete den Raben nicht nur in der Defensive, sondern auch vorn: Daniel Leugner hatte das 3:0 auf dem Fuß, wollte aber in bester Position noch einmal quer spielen. Oder traf er den Ball nicht richtig? Jedenfalls verpuffte die Chance in einer Art und Weise, die symptomatisch war für den SVP-Auftritt im zweiten Durchgang. Dem Trainer war auch deshalb so angefressen, weil offenbar niemand auf ihn gehört hatte. Wofür er den Anschlusstreffer der Gäste als Beleg nahm: „Ich habe vorher gesagt: Sonthofen führt seine Freistöße schnell aus. Was passiert? Der Ball kann in Ruhe in den Strafraum auf den freien Mann gespielt werden. Das war Kreisliga-Niveau von uns, und damit beleidige ich fast jeden Kreisliga-Spieler.“

Künftig, so Schmöller, könne er sich dann ja solche Besprechungen sparen: „Dann schmeiße ich einfach die Trikots in die Kabine und die ersten elf, die sich eins nehmen, können spielen.“ Sogar die Variante, ganz auf sein Erscheinen zu verzichten, brachte der 51-Jährige ins Spiel „Da brauche ich mich am Samstag Nachmittag nicht hier rauszustellen, da bleibe ich lieber zuhause.“ So sauer hat man Schmöller an der Gistlstraße wirklich noch nicht gesehen. Seine Spieler dürfen froh sein, dass jetzt Winterpause ist. 

Quelle: fussball-vorort.de

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