Haching von den Fans enttäuscht

Schromm: "Buhrufe helfen unserer Mannschaft nicht weiter"

Niedergeschlagenheit pur: Haching-Torjäger Stephan Hain nach dem 1:4 gegen die SG Sonnenhof-Großaspach. FOTOS: ROBERT BROUCZEK

Vor 15 Monaten ging die SpVgg Unterhaching in einem Punktspiel letztmals  zuhause als Verlierer vom Platz. Jetzt endete diese Serie – und zwar recht deftig. Die 1:4-Heimpleite gegen die SG Sonnenhof Großaspach war dann durchaus überraschend, denn die Gäste aus Baden-Württemberg waren zuletzt in der 3. Liga 360 Spielminuten lang torlos geblieben. Doch der selbsternannte „Dorfklub“ zeigte den Hachingern deutlich die Grenzen auf.

Trainer Claus Schromm musste auf die verletzten Jim-Patrick Müller, Alex Piller, Maximilian Nicu, auf den gesperrten Alex Winkler und auf Max Dombrowka (bekam eine schöpferische Pause) verzichten. In den ersten Spielminuten deutete nichts darauf hin, dass sich diese personelle Schwächung negativ auswirken könnten. Nach drei Minuten traf Neuzugang Stefan Schimmer den Pfosten. Nach fünf Minuten steuerte Sascha Bigalke ganz allein auf das gegnerische Tor zu, verzettelte sich aber im letzten Augenblick.

Für Schromm bedeuteten diese zwei Szenen den Schlüssel zum weiteren Spielverlauf: „Die ersten zehn Minuten gehen an uns, dann haben wir mit vielen Fehlern Großaspach stark gemacht.“ Mit Fehlpässen und Missverständnissen am Fließband bauten die Hachinger den anfangs verunsicherten Kontrahenten mächtig auf. Nach einer halben Stunde verlor Uli Taffertshofer das Duell gegen Alexander Aschauer und der „Mittelstürmer“ der Gäste staubte eiskalt zum 0:1 ab.

Auch nach dem Seitenwechsel erwischte die Hachinger einen guten Start, der Kopfball von Taffertshofer (49.) verfehlte nur knapp das Ziel. Das kurze Aufbäumen endete aber abrupt mit weiteren Schnitzern in der Defensive. Der Gäste-Kapitän Daniel Hägele freute sich über die Geschenke der Heimelf und brachte sein Team mit 3:0 in Führung (50. und 64.). Der Rest war dann Formsache für die spielstarken Gäste, die per Elfmeter in der 72. Minute durch Shqiprim Binakaj (72.) den vierten Treffer erzielten. Schromm versuchte, mit einigen Auswechslungen das Blatt zu wenden. Aber mehr als der „Ehrentreffer“ von Stephan Hain (88.) sprang nicht mehr heraus.

„Das Ergebnis ist bitter, aber wir haben verdient verloren“, resümierte Hain. Auch Kapitän Josef Welzmüller konnte sich die hoche Niederlage kaum erklären: „Ich bin doch etwas ratlos, vielleicht fehlte uns diesmal das Selbstvertrauen.“

Für Trainer Claus Schromm gibt es jedenfalls nur eine Antwort auf das Debakel: „Mund abwischen und weiter arbeiten.“ Allerdings vermisste der Coach die Unterstützung durch das Publikum: „Buhrufe helfen unserer jungen Mannschaft nicht weiter.“ Präsident Manfred Schwabl wollte nach der Pleite nichts schönreden, sah aber keine Veranlassung, in Panik zu geraten: „Als Aufsteiger befindet sich die Mannschaft in einem Entwicklungsprozess, es gibt im Fußball immer wieder Tage, wo einfach nichts läuft, wir müssen nach vorne schauen.“

Zeit zum Trauern bleibt den Hachingern sowieso nicht, denn bereits am Mittwoch geht es in der dritten Liga mit dem Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Erfurt weiter. Schromm deutete an, dass es beim Gastspiel in Thüringen einige Umstellungen geben wird: „Wir haben schon einen breiten und guten Kader.“

Quelle: fussball-vorort.de

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