Wird Haching auch für Leverkusen ein Stolperstein?

Schromm: "Die Mannschaft hat Blut geleckt"

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Claus Schromm glaubt an eine Sensation.

SpVgg Unterhaching - Die SpVgg Unterhaching erwartet am Dienstag (19 Uhr) zum DFB-Pokal-Achtelfinale mit Bayer Leverkusen eine Mannschaft mit europäischem Spitzenformat, die in Unterhaching einst ein Trauma erlebte.

Unterhaching – Das morgige Pokalspiel zwischen der SpVgg Unterhaching und Bayer Leverkusen ist durch seine Vorgeschichte mächtig aufgeladen. Am 20. Mai 2000 hatten die damals in der Bundesliga spielenden Hachinger Leverkusen am letzten Spieltag als krasser Außenseiter überraschend mit 2:0 geschlagen. Der Sieg vor über 15 Jahren hatte deshalb für bundesweite Beachtung im Fußball-Deutschland gesorgt, weil durch diesen Erfolg der zeitgleich im nur wenige Kilometer entfernten Münchner Olympiastadion gegen Werder Bremen erfolgreiche FC Bayern Deutscher Meister wurde. Und Leverkusen nur enttäuschter Zweiter, dem im Unterhachinger Sportpark das bisher größte Trauma der Vereinsgeschichte widerfuhr.

Der aktuelle Cheftrainer der SpVgg, Claus Schromm, erinnert sich an die Zeit nach dem Meistermacher-Coup der Rot-Blauen, die damals bei der Meisterfeier des deutschen Rekordmeisters in der „Alten Gärtnerei“ in Taufkirchen von den Bayern-Spielern umjubelt empfangen wurden. „Das war ein brutaler Hype danach. Haching hatte sich einen Kultstatus erarbeitet. Das war eine super Zeit“, sagte Schromm, der zu dieser Zeit A-Jugend-Trainer der SpVgg war.

Seit diesem geschichtsträchtigen Ereignis haben sich die Wege der beiden Klubs, die noch dreimal gegeneinander antraten (dreimal gewann Leverkusen), deutlich getrennt. Während Haching nach dieser Hochphase Stück für Stück bis runter in die Viertklassigkeit in der Regionalliga Bayern abrutschte, ist Leverkusen weiterhin ein Bundesligist geblieben geblieben.

Ein erfolgreicher dazu. Die Werkself von Bayer, die in der Vorwoche noch gegen den FC Barcelona in der Champions-League antrat, ist auch international am Ball. Die aus der europäischen Königsklasse in der Vorwoche ausgeschiedene Mannschaft von Bayer-Trainer Roger Schmidt kann mit zehn aktuellen Nationalspielern aufwarten. Darunter unter anderem Stürmer-Star Chicharito (Mexiko), der aktuell verletzte Chilene Charles Aránguiz oder die drei deutschen Nationalspieler Karim Bellarabi, Torwart Bernd Leno sowie der verletzte Christoph Kramer.

Schromm kann die Qualitäten des Gegners gar nicht hoch genug einschätzen. Im Vergleich zu den beiden bisherigen Hachinger Überraschungserfolge gegen den Bundesligisten FC Ingolstadt 04 und gegen den Zweitligisten RB Leipzig wartet die Hachinger im Achtelfinale jetzt ein ganz anderes Kaliber. „Die Qualität ist noch einmal höher. Das wird man sehen und spüren“, sagt der 46-Jährige, der beim aktuellen Bundesliga-Siebten „defensiv und offensiv herausragende Qualitäten“ erwartet.

Die Geschichte vom 20. Mai 2000 noch einmal zu schreiben, das dürfte für den Regionalliga-Vierten schwierig werden. Ein Sieg für den krassen Außenseiter ist zumindest auf dem Blatt Papier eher unrealistisch. Etwas Glück reicht da nicht. „Da muss schon das ganze Spiel in unsere Richtung laufen“, meint Schromm.

Wie agiert man als drei Klassen tiefer spielender Regionalligist gegen eine Mannschaft, die mit internationalen Top-Stars gespickt ist? Schromms Antwort liegt auf der Hand: ebenso wie bei den beiden vorausgegangenen Pokalsiegen der Hachinger. „Wir werden unseren Plan aus den letzten beiden Pokalspielen nicht verändern. Die Mannschaft hat Blut geleckt durch die Pokal-Erfolge“, sagt Schromm, der wahrscheinlich wieder auf die zuletzt angeschlagenen Markus Einsiedler (Bänderverletzung) und Jonas Hummels (Muskuläre Probleme) zurückgreifen kann.

Schromm freut sich unabhängig vom Spielausgang auf den Höhepunkt zum Jahresabschluss. „Es wird das absolute Highlight, das sich die Mannschaft verdient hat.“

Quelle: fussball-vorort.de

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