SpVgg-Coach mit nüchterner Analyse

Schromm: "Drei Punkte, kein Gegentor, für heute schon okay"

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Claus Schromm war es am Ende egal: Hauptsache drei Punkte.

SpVgg Unterhaching - Diesmal gab’s gegen einen Abstiegskandidaten alles andere als eine Gala, die SpVgg Unterhaching kann aber auch schmutzig gewinnen. Das 1:0 beim FC Amberg war hart umkämpft, am Ende holten die Hachinger mit Glück den dritten Sieg in Folge.

Es war kein Wunder, dass nach dem Schlusspfiff einige Spieler erschöpft zu Boden sanken. Es war ein hartes Stück Arbeit gewesen am Karsamstag, das der SpVgg die Fortsetzung ihrer Erfolgsgeschichte bescherte. Ein schwierig zu bespielender Platz, ein aufopferungsvoll kämpfender Gegner – trotzdem war es nicht leicht zu erklären, warum am Ende nur ein erzitterter 1:0-Sieg zu Buche stand.

Die Weichen waren durch Sascha Bigalkes frühes Tor schon nach 140 Sekunden früh gestellt, Haching hatte alles im Griff, zeigte dem Gegner klar seine Grenzen auf und war zudem bereits nach 36 Minuten in Überzahl. Fischer hatte nach einem harten Einsteigen gegen Sieghart Rot gesehen. Kurioserweise der dritte Platzverweis gegen Hachings Gegner in Folge. Doch statt die nun auch numerische Überlegenheit zu nutzen, musste man am Ende bei der SpVgg „tief durchatmen“, wie der verletzte Kapitän Josef Welzmüller zugab. „Wir hatten bei der ein oder anderen Situation ein bisschen Glück“, gestand Trainer Claus Schromm, „es war ein dreckiger Sieg.“

Nach den beiden Galas gegen Augsburg (6:0) und Bayern II (4:1) eine neue Erfahrung, aber keine schlechte. „Vielleicht ganz gut für den Kopf“, meinte Abwehrchef Ulrich Taffertshofer, „um wieder ein bisschen auf den Boden zu kommen.“ Seine Begründung für den Zittersieg beim Aufsteiger: „In Unterzahl hat sich der Gegner gesagt: Jetzt erst recht. Und dann war das echt ein harter Brocken auf einem Platz, auf dem man nicht wirklich gut Fußball spielen kann.“ Allerdings: „Es gibt in jedem Spiel drei Punkte, die haben wir geholt.“ Deshalb war auch Cheftrainer Schromm keineswegs enttäuscht: „Schließlich haben wir gewonnen. Drei Punkte, kein Gegentor, das ist für heute schon okay.“

Glück hatten die Hachinger auch, weil vor Bigalkes 0:1 Schiedsrichter Thomas Berg eine sehr energische Ringereinlage von Markus Einsiedler nicht abgepfiffen hatte. Ein „ganz klares Foul“ hatte Ambergs Coach Timo Rost gesehen. Der Platzverweis gegen Fischer war dagegen völlig überzogen. „Absolut unverständlich“ für Rost, Schromm war „überrascht über die Farbe der Karte“. Das alles spielte dem Tabellen-Vierten in die Karten, der sich selbst vor allem einen Vorwurf machen musste: „Wir hatten Chancen zum 2:0, haben aber den Deckel nicht draufgemacht.“

Das führte nach überlegener erster Hälfte zur überraschenden Wende nach der Pause: Amberg kam in Unterzahl immer besser ins Spiel, bot erfolgreich Paroli und hatte in der 63. und 75. beste Möglichkeiten zum Ausgleich. Erst in der Schlussphase, als die Hausherren alles nach vorne warfen, tauchte Haching wieder vor dem gegnerischen Tor auf. Caleb Clarkes Nachschuss vorbei am leeren Kasten (87.) war die bemerkenswerteste Aktion.

„Unterm Strich war das von uns zu wenig“, fand Welzmüller, der wegen einer Sehnenreizung nur zum Zuschauen in die Oberpfalz gefahren war, „ganz gut, mal wieder einen schwierigen Sieg zu feiern, aber mit der Leistung können wir nicht zufrieden sein.“

Wohl aber mit dem Spieltag. Weil sowohl Spitzenreiter Regensburg als auch Verfolger Burghausen Federn ließen, ist die SpVgg mehr denn je in Schlagdistanz nach ganz oben. Fünf Punkte Rückstand sind es nur noch auf Platz eins, und Haching hat noch ein Spiel mehr zu absolvieren. Da bleibt trotz verwehrtem Aufstieg Ziele, wie Taffertshofer anfügte: „Wir wollen die beste Amateurmannschaft Bayerns werden, dafür arbeiten wir weiter.“

Text: Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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