Schromm: "Elversberg hat einen großen Vorteil"

foto: Sven Leifer

Unterhaching – Die SpVgg Unterhaching kämpft am kommenden Sonntag und am darauffolgenden Mittwoch gegen die SV Elversberg um den Aufstieg in die 3. Liga. Wir sprachen mit Cheftrainer Claus Schromm.

Können Sie sich noch an den 15. August 2015 erinnern?

Nein. Was war an diesem Datum?

An diesem 6. Spieltag der Saison 2015/2016 haben Sie mit Haching 0:0 beim SV Schalding-Heining gespielt und standen auf einem Abstiegsplatz. Und das, nachdem die SpVgg kurz zuvor gerade erst aus der 3. Liga abgestiegen war.

Stimmt. In der Saison haben wir das erste Spiel gegen Ingolstadt Unentschieden gespielt und haben dann dreimal verloren. Dann waren wir zwischenzeitlich sogar Tabellenletzter, bevor wir danach die Kurve bekommen haben.

Wie ging es Ihnen damals zu dieser schwierigen Phase?

Es war damals ein kompletter Umbruch und wir haben die Mannschaft neu aufgebaut. Wir wussten, dass die Mannschaft Zeit braucht, um sich zu finden. Dass wir als Absteiger so schlecht in die Liga starten, davon gehst Du aber natürlich nicht aus.

Seit Mitte August 2015 ging es auf einmal bergauf. Wie kam das?

Mit den Pokalerfolgen gegen Ingolstadt und Leipzig sowie darauf dann im Viertelfinale bei der knappen Niederlage gegen Leverkusen wurden wir dann auch stabiler in der Liga. Danach kamen die Präsidiumswahlen, die in der Öffentlichkeit diskutiert wurden. Es war eine schwierige Zeit, auch innerhalb des Trainerteams der ersten Mannschaft. Da haben wir die eine oder andere Position noch einmal korrigiert. Und seitdem geht es gefühlt richtig bergauf, was die erste Mannschaft anbelangt. Wir haben im November 2015 das letzte Ligaspiel im Sportpark verloren und sind seit eineinhalb Jahren zu Hause ungeschlagen.

Haben Sie immer daran geglaubt, dass es irgendwann bergauf geht?

Ja. Ich hatte damals schon Visionen, die ich dargelegt habe. Für einige war das damals weit weg. Für mich nicht. Mir war klar: wenn wir es schaffen, diese Visionen in die Mannschaft zu transportieren, dann funktioniert es. Ich habe daran geglaubt und es war sehr schön zu sehen, dass viele daran geglaubt haben.

Wie kam es dann zu konkret zur positiven Veränderung bei Haching?

Gerade bei der Kaderbildung war es schon eine Überraschung, wie gut es vor dieser Saison dann lief und wie stark der Kader dann am Ende war. Von Zeit zu Zeit kamen insgesamt acht Neuzugänge. Und bis auf Alexander Sieghart konnten wir den Kader halten. Jetzt stecken wir in einer brutalen Entwicklung. Wir möchten die eine oder andere Stellschraube noch drehen und den Kader für die neue Saison optimieren. Da sind wir auf einem sehr guten Weg. Der Ausgangspunkt für die Erfolge ist von der Mannschaft gekommen, die immer daran geglaubt hat.

Wie beurteilen Sie die abgeschlossene Saison, die mit 83 Punkten rekordverdächtig lief?

Wir sind schon ein bisschen stolz drauf, was wir geleistet haben. Die Meisterschaft heuer ist eine logische Konsequenz aus dem Jahr zuvor. Ich habe dem Präsidenten vor der Saison versprochen, dass ich Meister mit der Mannschaft werde. Und dieses Versprechen habe ich noch vor der Verpflichtung von Stahl und Hain gegeben.

Was ist Ihnen für die Relegation wichtig? Zu Null, wie Sie es im letzten Ligaspiel ausgegeben haben?

Ich glaube, dass wir mit unserer Art und Weise, wie wir Fußball spielen, immer gefährlich sind. Wir haben einige Spieler in unseren Reihen, die Chancen kreieren können. Und wir haben ein gutes Miteinander mit einem guten Offensivplan. Dass wir immer für ein Tor gut sind, haben wir in der Saison mit 95 Toren bewiesen. Wenn am Ende des Tages dann die Null steht, hast Du gute Chancen, den großen Schritt zu machen.

Hat Haching eine Chance, wenn vermeintliche Top-Spieler wie Liga--Torjäger Stephan Hain oder Sascha Bigalke nicht funktionieren?

Ich tue mir da immer ein bisschen schwer, einen Spieler herauszunehmen. Es wird bei uns immer Hain und Bigalke genannt. Aber man darf nicht vergessen, dass wir uns in der Phase, als Max Dombrowka und Maximilian Bauer verletzungsbedingt nicht dabei waren, in der Liga richtig schwergetan haben. Diese Ausfälle der beiden Spieler konnten wir zum Beispiel nicht kompensieren. Sie sind für uns unersetzlich. Der Kapitän Josef Welzmüller war auch lange weg. Es sind also viele Positionen, die für uns wichtig sind.

Welche Rolle spielt Stefan Reisinger, der bis zur Winterpause in Haching als U19-Trainer gearbeitet hat und jetzt Co-Trainer in Elversberg ist?

Das ist natürlich schon eine witzige Sache, dass er jetzt in Elversberg auf der anderen Seite sitzt. Er kennt nicht nur unsere Spieler in- und auswendig, sondern auch unsere Denke. Er weiß, wie wir Fußball verstehen. Und wie wir uns auf unsere Gegner im Detail vorbereiten. Das ist schon ein Vorteil für Elversberg, das muss ich schon sagen.

Wie würden Sie mit einem verpassten Aufstieg umgehen?

Wenn es nicht klappt, heißt es Mund abwischen. Es gibt da einige Vorbilder wie Zwickau, die früher einmal in der Relegation gegen RB Leipzig durch ein Eigentor ausgeschieden sind. Sie haben genauso weitergemacht und sind dann das Jahr drauf in der Relegation aufgestiegen. Wir müssten dann da auch durch und es hieße für uns, es im nächsten Jahr wieder zu versuchen. Aber wir hoffen natürlich, dass wir es im ersten Anlauf schaffen werden.

Würden Sie als Trainer der SpVgg weitermachen und nochmal gegen Schalding-Heining in der Regionalliga spielen?

Davon würde ich ausgehen, ja.

Das Gespräch führte Robert M. Frank.

Quelle: fussball-vorort.de

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