Haching-Coach im Interview

Schromm: "Großer Schritt nach vorn"

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Auf den Geschmack gekommen ist Claus Schromm bei den Pokalspielen gegen die Bundesligisten Ingolstadt und Leverkusen: Mit der SpVgg Unterhaching würde er gern öfters in ähnlich gut gefüllten Stadien spielen – deshalb arbeitet der Hachinger Cheftrainer mit Akribie an der Rückkehr in die 3. Liga.

SpVgg Unterhaching - SpVgg-Cheftrainer Claus Schromm spricht im Interview über die Entwicklung des Teams, Angst vor Abgängen und die Unruhe im Umfeld.

Am Montag in einer Woche hat die fußballlose Zeit für die SpVgg Unterhaching endlich ein Ende. Nach fast fünf Wochen Pause bittet Cheftrainer Claus Schromm dann zum Trainingsstart des Regionalligisten in den Sportpark. „Es wird schon langsam wieder Zeit, dass es weitergeht“, sagt der 46-Jährige. Ein Interview vor dem Auftakt.

Herr Schromm, die lange Pause war ungewohnt. War sie auch zu lang?

Das ist halt vierte Liga. Die Spieler hatten aber nur von 15. bis 28. Dezember richtig frei, ab da dann einen individuellen Trainingsplan. Ich gehe davon aus, dass alle fleißig gearbeitet haben. So können wir nächsten Montag mit einem gewissen Niveau einsteigen. Aber früher anfangen wollten wir nicht, weil die Vorbereitung auch nicht länger als sechs Wochen dauern soll. Und so lange haben wir ja immer noch Zeit.

Sie gehen als Tabellen-Vierter in den Rest der Saison. Ihr Zwischenfazit lautet also...

Wir können absolut zufrieden sein. Nach dem Abstieg im Frühjahr hatten wir noch einen Spieler mit Vertrag. Was daraus entstanden ist, kann sich sehen lassen. Vom Tabellarischen her wie auch von der Entwicklung der Spieler. Man hat schon früh gesehen, dass einiges an Potenzial da ist. Wir haben schließlich eine tolle Serie hingelegt und auch im Pokal für Furore gesorgt. Das war eine super Erfahrung, mal in ein gefülltes Stadion einzulaufen.

Wer Vierter ist, will logischerweise mehr. Sie auch?

Wir bleiben vor allem realistisch. Ich denke, wir tun gut daran, die Entwicklung weiter zu gestalten. Am besten wäre es, wenn wir uns relativ früh auf die neue Saison konzentrieren könnten. Das wäre ein Novum, in den vergangenen Jahren mussten wir immer neu beginnen, es gab immer einen großen Bruch.

Das soll diesen Sommer anders werden?

Das ist unser Ziel: dass der Großteil der Mannschaft bleibt. Es wäre etwas Neues, mit dem Kader länger als zwölf Monate arbeiten zu können. Wenn wir irgendwann mal wieder oben angreifen wollen, ist das nur so möglich.

Wie sieht es diesen Winter mit Abgängen oder Zugängen aus?

Paul Niehaus wechselt nach Garching, das ist das erste, was fix ist. Bei Sascha Bigalke schauen wir gerade, ob es Sinn macht, dass er für das nächste halbe Jahr einen Vertrag bekommt. Er hat nach seiner Kreuzband-OP schon sechs Wochen bei uns mittrainiert, seit November steht er wieder auf dem Platz. Spielfit ist er noch nicht, aber so bei 80 Prozent. Er war ja schon zweimal da und dann wieder weg, hat dem Verein auch schon zweimal geholfen, unter anderem durch seinen Verkauf nach Köln. Jetzt versuchen wir, ihm zu helfen.

Haben Sie Befürchtungen, dass Torhüter Stefan Marinovic geht?

Die Angst, dass ein Spieler plötzlich weg möchte, ist immer relativ groß. Wenn ein Angebot kommt, setzt man sich zusammen. Meist entscheiden wir im Sinne des Spielers, wenn er sich gut verhalten hat, und das tun alle. Aber aktuell gibt es keinen Gesprächsbedarf. Mit keinem Spieler.

Wenn Sie aus der Mannschaft der Vorrunde jemanden herausheben sollten, weil er eine besonders große Überraschung war: Wer wäre das?

Schwierig. Weil alle einen richtig großen Schritt nach vorne gemacht haben, sowohl vom Mannschaftsgefüge her als auch individuell. Außerdem ist bei einigen Spielern die Messlatte natürlich höher, wie etwa Seppi Welzmüller, der schon Dritte Liga gespielt hat. Alex Winkler hat als Innenverteidiger super reingefunden, Maxi Bauer und Max Dombrowka als Außenverteidiger haben voll eingeschlagen. Mit dem Keeper und dem zentralen Mittelfeld zusammen haben sie die beste Abwehr der Liga gestellt, das war ein Fundament für unseren Erfolg. Aber auch andere haben super Tage gehabt, wie Alex Piller.

Wie haben Sie die Rücktritte der beiden Jugendkoordinatoren Markus Oberleitner und Mike Frühbeis erlebt?

Das war schon überraschend, vor allem auch der Zeitpunkt. Aber die beiden haben ja keine Mannschaft trainiert. Natürlich muss man jetzt Ersatz finden, wenn nicht, wäre das ein Schritt zurück. Es haben schon viele Gespräche stattgefunden.

Aber mit Blick auf die Entwicklung des Vereins können Sie darüber ja nicht glücklich sein.

Wenn Unruhe reinkommt, ist das nie gut. Es beschäftigt einen natürlich, aber es gibt wie immer auch zwei Seiten. Man muss die Rücktritte einfach so akzeptieren. Ich fand nur den Zeitpunkt vor dem Leverkusen-Spiel nicht glücklich. Aber das hat die Mannschaft ja zum Glück nicht aus der Ruhe gebracht.

Interview: Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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