Deftige Heimpleite gegen Paderborn

Schromm: "Wir haben den Schwanz eingezogen"

Dreimal bezwungen wird Haching-Torwart Korbinian Müller im Heimspiel gegen den SC Paderborn. Foto: Robert Brocuzek

Der Tabellenführer zeigte der SpVgg Unterhaching die Grenzen auf. Mit 0:3 kassierten die Hachinger am Samstag gegen den SC Paderborn eine deftige Heimniederlage, die allerdings in dieser Höhe nicht unbedingt verdient war.

Darin waren sich auch die beiden Trainer nach dem Spiel einig. „Aufgrund der Zahl der Torchancen war unser Sieg nicht unverdient“, stellte Gäste-Coach Steffen Baumgart fest, „aber das Ergebnis ist schon sehr hoch ausgefallen.“ Und auch SpVgg-Trainer Claus Schromm befand: „Der Sieg war verdient, aber zu hoch.“ Zugeben musste er allerdings: „Jeder hat gesehen: Der Spitzenreiter ist eine Spitzenmannschaft. Paderborn hat uns über die komplette Spielzeit gezeigt, wo wir noch Luft nach oben haben. Wir haben nach einer halben Stunde den Schwanz eingezogen und mussten einen Gang zurückschalten. Das ist noch nie vorgekommen.“

Es gab allerdings auch das große Aber im Sportpark: An zwei Situationen erinnerte Schromm unter dem Motto „was wäre wenn“. So hätte die Partie vielleicht anders laufen können, wären Stephan Hain und Finn Porath schon in der 5. Minute beim dreimaligen Nachstochern vor dem Gäste-Tor nicht immer an einem Abwehrbein der Paderborner hängen geblieben. Statt der Führung kam sechs Minuten später die kalte Dusche. Ritter zog unbedrängt von der Strafraumgrenze ab und traf den Innenpfosten, der Ball trudelte zum 0:1 ins Tor. „Bei Paderborn war der erste Schuss ein drin, wir hatten wie bei der Niederlage gegen Rostock die erste hundertprozentige Chance“, ärgerte sich Präsident Manfred Schwabl.

Noch ärgerlicher war die Szene in der 63. Minute. Sascha Bigalke zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern an den Pfosten, den zurückspringenden Ball köpfte Hain neben das Tor. Für Schwabl „die entscheidende Szene“ der Partie: „Das war der Knackpunkt, da war das Glück halt mal nicht bei uns.“

Denn wenige Minuten danach kam erneut Ritter im Unterhachinger Strafraum unbedrängt zum Kopfball und traf zum 0:2. „Damit war leider der Deckel drauf“, fand Hachings Präsident. Drei Minuten später erhöhte Bertel frei vor Torhüter Korbinian Müller nach Ritter-Vorarbeit per Hacke sogar noch auf 0:3.

Nicht zu verschweigen war darüber hinaus auch noch ein Lattentreffer von Michel in der 49. Minute. Dennoch fand Schwabl: „Bis zur 63. Minute waren wir super im Spiel. Aber wenn du gegen eine Spitzenmannschaft Chancen hast, muss es halt mal scheppern.“ Die Enttäuschung hielt sich beim Präsidenten trotzdem „sehr in Grenzen. Paderborn war nach Rostock die beste Mannschaft, die bisher hier gespielt hat.“

Wesentlich selbstkritischer ging Kapitän Josef Welzmüller mit der dritten Heimniederlage um: „Drei Gegentore sind katastrophal, da muss sich jeder in der Defensive hinterfragen. Wenn Spieler dreimal alleine vor dem Tor stehen, sind das Abwehrfehler. Und Paderborn braucht halt nicht viele Chancen.“ Für den Hachinger Abwehrchef war das 0:3 sehr wohl „eine riesige Enttäuschung. Immerhin hätten wir in Führung gehen können und haben in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht und ein Chancenplus gehabt.“

Die Auswirkungen sind zu verschmerzen. Der Tabellenführer baute mit dem 13. Sieg im 16. Saisonspiel den Vorsprung auf Nicht-Aufstiegsplatz vier auf satte zehn Punkte aus, die SpVgg bleibt aber auf Rang fünf und nur drei Punkte hinter Platz drei.

Für die Hachinger freilich nur ein Nebenschauplatz. „Es ist nicht unser Anspruch, oben zu stehen und uns zurückzulehnen“, sagte Welzmüller, „wichtig ist das Punktepolster nach unten.“ Auch Schwabl richtete den Blick in ganz andere Regionen: „Ich schaue als erstes, wie die letzten Fünf gespielt haben.“ Der Hachinger Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt seit Samstag übrigens nur noch 14 Punkte.

Quelle: fussball-vorort.de

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