Schwabl: "Kompliment, wenn man so zurückkommt"

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Verhaltener Jubel bei Kenny Redondo über den Anschlusstreffer zum 1:2.

SpVgg Unterhaching - Zweimal einen Rückstand aufgeholt, denoch war kaum jemand bei der SpVgg Unterhaching zufrieden nach dem 3:3 gegen Energie Cottbus. Nach einem aufregenden Drittliga-Match ru...

SpVgg Unterhaching - Zweimal einen Rückstand aufgeholt, denoch war kaum jemand bei der SpVgg Unterhaching zufrieden nach dem 3:3 gegen Energie Cottbus. Nach einem aufregenden Drittliga-Match rutschte die SpVgg drei Spieltage vor Saisonende wieder auf einen Abstiegsplatz ab.

Die Fans feierten die Hachinger Spieler nach dem Abpfiff trotzdem. Für die 3000 Zuschauer hatte sich das Kommen auch gelohnt – inklusive Herzschlag-Finale mit dem Ausgleich der Gastgeber wenige Minuten vor Schluss. „Sommerfußball haben wir hier nicht geboten, die neutralen Zuschauer hatten einen spannenden und schönen Nachmittag“, sagte Energie-Trainer Stefan Krämer. Seine Meinung war auch: „Das 3:3 geht am Ende in Ordnung. Hinten raus hat Haching gezeigt, was die Mannschaft für einen Charakter hat.“

Und es gab dafür auch einen Ausdruck: „Scheißhausfliegenmentalität“ nannte es Kenny Redondo, was sich die junge Hachinger Mannschaft für den Abstiegskampf auf die Fahne geschrieben hat. Immer lästig bleiben, nie Ruhe geben, egal wie die Lage ist. Gegen Cottbus lag schon der üble Geruch einer womöglich vorentscheidenden Heimpleite in der Luft, am Ende konnte man aber doch etwas beruhigter durchatmen. Die Gäste waren durch einen abgefälschten Schuss (10.) und einen Fallrückzieher (24.) in Führung gegangen, trafen kurz danach sogar noch die Latte. Redondo selbst hatte dann in der 28. Minute einfach abgezogen und bis zur Pause immerhin auf 1:2 verkürzt.

Ein cooler Lupfer von Alon Abelski kurz nach dem Seitenwechsel nach tollen Zuspiel von Benjamin Schwarz brachte den Ausgleich. Spätestens jetzt wurde die Partie richtig interessant. Die SpVgg hatte zweimal Riesenglück, als Perdedaj das Lattenkreuz traf (53.) und Keeper Felix Ruml einen Kopfball von Kleindienst aus dem Winkel fischte (55.). Dann schienen die Gastgeber am Drücker, doch der völlig freistehende Möhrle sorgte mit dem 2:3 für den nächsten Schock. Als Yannic Thiel aus dem Gewühl heraus zum 3:3 traf, war das hochverdient. Pascal Köpke war in der 88. Minute sogar auf dem Weg zum 4:3, wurde aber gerade noch gestoppt.

„Kompliment, wenn man nach einem 0:2 so zurückkommt“, meinte Markus Schwabl hinterher, sprach aber auch über die erste Halbzeit Klartext: „Das hatte mit unserem Spiel nichts zu tun. Wenn du so naive Tore kriegst, musst du über einen Punkt froh sein.“ Von Coach Krämer klug eingestellt, störten die Cottbuser in der ersten Hälfte das Hachinger Kombinationsspiel erfolgreich. Das musste auch SpVgg-Trainer Claus Schromm eingestehen: „Das haben die gut gemacht, wir hatten richtig Probleme und waren verdient hinten.“ Doch auch er zollte seinem Team „Respekt, dass die Jungs nach dem 2:3 nochmal so aufstehen. Wir waren dran, das Spiel hätte sogar komplett kippen können.“ Verantwortlich für den Umschwung nach der Pause war auch eine deftige Kabinenansprache des Trainers. „Da gab es klare Worte“, verriet Redondo, „und das hat auch geholfen.“

Es war ein Punktgewinn für die Moral, der im Abstiegskampf aber nicht wirklich zufriedenstellt. „Tabellarisch können wir nicht ganz so zufrieden sein“, gab Schromm zu, nachdem Mainz II mit dem 3:1-Sieg gegen Großaspach wieder auf Rang 17 vorbeiziehen konnte. „Wie viel Wert dieses Unentschieden hat, werden wir in drei Wochen sehen. Ich gehe weiter davon aus, dass wir dann über dem Strich stehen.“

„Heute müssen wir mit dem einen Punkt leben und eben nächste Woche drei holen“, sagte Torhüter Felix Ruml, „natürlich ist es schade, wenn man zu Hause nicht gewinnt. Aber ich denke, wir haben immer noch alles in der eigenen Hand.“ „Schwer zu bewerten“ fand Markus Schwabl das Remis, „aber im Abstiegskampf hilft jeder Punkt.“ Kenny Redondo versprach: „Wir werden alles tun für weitere Punkte. Es ist überall was möglich, auch nächste Woche in Dresden.“ Vielleicht hilft dort ja auch wieder die „Scheißhausfliegenmentalität“.

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Quelle: fussball-vorort.de

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