Haching-Präsident im Interview

Warum ist Sechzig Ihr Traumlos, Herr Schwabl?

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Manni Schwabl (li.) will die unerwarteten Einnahmen aus dem Pokal sinnvoll in die Zukunft investieren.

Unterhaching - Haching steht im DFB-Pokal-Achtelfinale. Im Interview spricht Präsident Manni Schwabl über den willkommenen Geldsegen und seinen Wunschgegner.

SpVgg Unterhaching-  Einige Fans der SpVgg Unterhaching legten sich am Dienstagabend im heimischen Sportpark bereits in der 70. Minute fest. „Gegen Haching kann man mal verlier'n“, sangen sie in Richtung RB Leipzig. Zu dem Zeitpunkt führte der Regionalligist in der zweiten Runde des DFB-Pokals mit 3:0 (2:0) gegen den sächsischen Zweitligisten. Eine Viertelstunde später – da stand es dank Schlussmann Stefan Marinovic immer noch 3:0 – wurde auch Vereinspräsident Manni Schwabl bewusst: „Das könnte klappen!“ Nach ihrer Galavorstellung ließ sich die Mannschaft dann minutenlang von den Anhängern bejubeln. Danach verlegte sie die Party-Location erst auf die Kabine, um mit Schwabl über die angemessene Siegprämie zu diskutieren, und feierte anschließend ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden. Im Interview redet der SpVgg-Präsident über den Schlüssel zum Sieg, den Wunschgegner fürs Achtelfinale – und die 527 000 Euro Preisgeld.

Manni, ist nach dem Gespräch mit den Spielern noch was von der halben Million übrig?

Schwabl (lacht): Die Jungs haben auf jeden Fall super verhandelt. Das hättest du früher als Kapitän nicht machen können.

Welche Auswirkungen hat dieser unerwartete Geldsegen?

Schwabl: Das wird den Konsolidierungskurs jetzt sicherlich beschleunigen. Vielleicht haben wir diesen Schritt zurück in die Regionalliga machen müssen, um alles neu aufzubauen. Vielleicht muss man sich das Glück manchmal erarbeiten. Wir versuchen jetzt, diese Mannschaft zusammenzuhalten. Das Ziel ist es natürlich, die Strukturen so zu schaffen, dass wir in ein, zwei Jahren wieder in Ruhe angreifen zu können.

Es sind auch heuer noch einige Spieltage in der Liga. Sie könnten schon im Winter einkaufen und den Aufstieg anpeilen.

Schwabl: Ich bin überzeugt davon, dass Jahn Regensburg das heuer schafft. Da ist der Abstand zu groß. Wir legen den Fokus auf nächstes Jahr. Da lasse ich mich jetzt auch nicht blenden.

War der Sieg über Leipzig dennoch Ihr bisher schönster Tag als Präsident der SpVgg?

Schwabl (lacht): Es hat sicher schon unangenehmere gegeben. Aber auch Ingolstadt in Runde eins war ein echtes Highlight. Das war halt ein brutales Ausrufezeichen, dass Haching lebt. Und auch diesmal war richtig geil, wie die Leute mitgegangen sind.

Geld schießt Tore. Was hat gegen Leipzig Tore geschossen?

Schwabl: Herz und Leidenschaft – und elf Mann, die von der ersten Minute an ohne Ehrfurcht Fußball gespielt haben. Das ist einfach eine geile Truppe, die zusammenpasst. Da ist jetzt keiner dabei, der ausschert. Und wenn elf Leute an einem Strang ziehen, ist immer was möglich im Leben.

Auch Sechzig hat sich für das Pokal-Achtelfinale qualifiziert. Ihr Wunschgegner?

Schwabl: Sechzig war schon für die zweite Runde mein Traumlos. Aber nicht deshalb, weil ich sage, dass wir da große Chancen haben. Sondern weil es ein Lokalderby ist und für mich als ehemaligen Sechzig-Kapitän natürlich sowieso toll ist. Das wäre absolut etwas Besonderes.

Ihre anderen beiden Ex-Klubs, der 1. FC Nürnberg und FC Bayern, sind am Dienstag ebenfalls weitergekommen.

Schwabl (lacht): Man kann sagen, dass das ein bayerischer Dienstag war. Trotzdem bleibt mein Traumlos Sechzig.

Aufgezeichnet von: Sina Ojo

Quelle: fussball-vorort.de

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