Schwabl: "Wir sind alle schmerzfreier geworden"

+
Den Schwerpunkt sieht Manni Schwabl aktuell bei den Drittliga-Profis sowie den Teams von U?19 (Bayernliga) und U?17 (Bundesliga).

SpVgg Unterhaching II - SpVgg-Präsident Manfred Schwabl erklärt den Absturz von Hachings U?23 und erzählt, warum er beide Augen zudrückt.

Zehn Spiele, ein Pünktchen, neun Niederlagen und eine Tordifferenz von minus 30: Die U?23 der SpVgg Unterhaching II, die am Samstag (14 Uhr) beim TSV Rain/Lech antritt, ist derzeit das Fallobst der Fußball-Bayernliga Süd. Über die Entwicklung bei Hachings Amateuren sprachen wir mit SpVgg-Präsident Manfred Schwabl.

Hätten Sie nach der Auslagerung der U23 ins Deutsche Fußball-Internat (DFI) in Bad Aibling gedacht, dass sich die U?23 dieses Jahr in der Bayernliga so schwer tut?

Dass es für das DFI schwierig wird, war uns klar. Der zeitliche Vorlauf war für das DFI auch extrem knapp. Ich denke, dass Bayernliga da einfach eine Liga zu hoch ist. Wir möchten uns in diesem Jahr auf die Profis, die U?19 und die U?17 konzentrieren. Es bringt nichts, zwei bis drei Profis oder U?19-Spieler für die Spiele der U?23 abzustellen. Das macht keinen Sinn, weil sie die ganze Woche nicht beim DFI trainieren.

Inwiefern macht eine U23 für die SpVgg Sinn?

In der ersten und zweiten Liga ist das Melden einer U?23-Mannschaft sowieso nur noch auf freiwilliger Basis. In der 3. Liga (wo aktuell eine U23 verpflichtend ist; Anm. d. Red.) gehe ich davon aus, dass diese Regelung auch so kommen wird. Wir wissen, dass diese Regelung momentan ein schwieriges Unterfangen für uns ist. Denn wir müssen irgendwo Abstriche machen und können nicht alles alleine stemmen. Deswegen haben wir beschlossen, uns auf die erste Mannschaft sowie auf die U19 und U17 zu konzentrieren. Wenn man einen Durchschnitt von 21 Jahren in der ersten Mannschaft hat, dann bringt uns eine U?23 als Verein momentan gar nichts.

Und in der Zukunft?

Vielleicht kommt das mal wieder anders. Da muss man dieses Jahr bei den Ergebnissen vielleicht mal beide Augen zudrücken. Das ist nichts, was den Verein jetzt aus den Angeln hebt. Viele werden sagen, was jetzt mit der U?23 los ist. Ich sage: Man kann nicht alles haben. Ich schaue mir die Tabelle schon an. Es war vor der Saison zwar nicht eingeplant, aber wenn man ehrlich ist, musste man damit rechnen, dass man unten mitspielt. Andere Vereine in der Bundesliga und 2. Liga haben die U?23 abgeschafft.

Wie steht die SpVgg zu diesem Thema?

Wir haben die Mannschaft zu unserem strategischen Partner DFI ausgelagert. Wenn es mal wieder vonnöten ist, sie wieder selbst zu übernehmen, dann können wir das ja in Absprache mit dem DFI machen. Das ist der Vorteil, wenn man die Mannschaft nicht ganz abmeldet. Man kann sie dann wieder nach oben bringen, wenn man wieder ein Augenmerk drauf legen will. Momentan haben wir ja in der 3. Liga schon eine Art U?23.

Bei einem Abstieg wird die Kluft zur 3. Liga größer. Geht die Kooperation dann weiter?

Das DFI arbeitet sich in diesem Jahr ein. Ich gehe davon aus, dass es dann nächstes Jahr unter der Führung des DFI weitergeht. Wenn die Mannschaft nächstes Jahr in der Landesliga spielen sollte, dann ist es vielleicht die richtige Klasse.

Wo sollen die Jugendspieler der SpVgg zukünftig ohne U?23 landen?

Bei uns ist es ganz klar, dass die U?19-Spieler den Sprung in den Kader der ersten Mannschaft direkt schaffen sollen. Auf einem Umweg über die U?23 ist das schwierig. Das sehen andere Vereine genauso und ist keine Situation, die nur wir so beurteilen. Wir haben eine junge Mannschaft. Wenn wir einen Profikader mit einem Altersdurchschnitt von 28 Jahren hätten, dann würde es Sinn machen, dass sich ein junger Spieler in der U?23 empfehlen kann. Aber in unserem Fall ist das ganz schwierig.

Übertragen die hohen Niederlagen nicht ein schlechtes Image auf den Verein?

Die hohen Niederlagen müssen wir heuer einfach mal schlucken. Wenn wir jetzt bei der U?23 abgewatscht werden, dann ist es halt so. Man kann sich eben nicht auf alle Sachen konzentrieren. Die wichtigste Kooperation mit der DFI liegt im unteren Jugendbereich, wo wir junge Talente entwickeln wollen. Auch der schulische Hintergrund spielt dabei eine wichtige Rolle. Spieler von elf bis 16 Jahren zu entwickeln, ist in der Kooperation ganz wichtig. Vor allem, dass man ein Internat und eine schulische Partnerschaft hat. Das ist wesentlich wichtiger bei diesem Konzept als die U?23.

Wenn eine Regel kommen wird, werden Sie die U?23 ganz abschaffen?

Ich kann mir schon vorstellen, dass im nächsten Jahr die U?23 weiter unter der Federführung des DFI in der Landesliga spielt. Es geht für die Jungs dort darum, auch mal am Wochenende ein Erwachsenen-Spiel zu haben. Ob das dann in der Bayernliga oder in der Landesliga ist, das ist nicht so relevant. Das wird das DFI genau so sehen. Für das DFI ist es wichtig, dass die Spieler dort weiterhin spielen können, wenn sie schon 18 und 19 sind. Für uns hat die U?23 im Moment nicht Priorität Nummer eins.

Können Sie die Frustration von U?23-Trainer Ingo Schlösser nach den hohen Niederlagen verstehen?

Bei uns sind Leute wie Claus Schromm (Leiter des Hachinger Nachwuchsleistungszentrums NLZ; Anm. d. Red.) deswegen auch manchmal frustriert. Claus steht in Kontakt mit Ingo Schlösser. Mittlerweile sind alle schmerzfreier geworden. Es war klar, dass es ein schwieriges Unterfangen wird. Die anderen schlafen auch nicht. Die ganzen Bayernligisten haben alle gute Mannschaften. Da war es klar, dass es nicht leicht wird. Dass Ingo Schlösser gerade nicht immer amüsiert ist, kann ich verstehen. Das bin ich aber auch nicht immer.

Werde Mannschaftsverwalter für dein Team!

Hol dir hier einen Zugang: http://statistik.fussball-vorort.de

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Wahnsinn im Video: Dieser Keeper trifft zum Klassenerhalt
Wahnsinn im Video: Dieser Keeper trifft zum Klassenerhalt
Aufgepasst: Die Termine der Relegationsspiele stehen!
Aufgepasst: Die Termine der Relegationsspiele stehen!
Nächster Coup:VfB-Spürhund Schmidmeier landet Königstransfer
Nächster Coup:VfB-Spürhund Schmidmeier landet Königstransfer
Goia, Baki und Rohrhirsch verlassen Garching
Goia, Baki und Rohrhirsch verlassen Garching

Kommentare