Fußball Bezirksliga

Schwaig besiegt Moosinning: Maxi Hellinger macht den Unterschied

Immer mitten drin: Maxi Hellinger (2. v. l.) setzte sich gegen die zweikampfstarken Moosinninger immer wieder durch. In dieser Szene liefert er sich ein Duell mit David Diranko, der den FCM in Führung geschossen hatte.

Maxi Hellinger führt den FC Schwaig im ersten Spiel nach dem Tod seines Vaters zum Derbysieg.

Schwaig – Nach dem fünften Sieg im fünften Spiel thront der FC Schwaig an der Tabellenspitze der Bezirksliga Nord. Und das war nicht irgendein Sieg am Mittwochabend, sondern ein 2:1-Erfolg gegen den Landkreisrivalen FC Moosinning. Einer konnte nicht mehr dabei sein: Franz Hellinger, jahrzehntelang die gute Seele des Vereins. Er war vor zwei Wochen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Spieler und Zuschauer gedachten ihm mit einer Schweigeminute. Sein Sohn Maxi stand erstmals nach dem Schicksalsschlag wieder auf dem Platz.

Seine Leistung im Spiel sollte dann so manchen erstaunen. Zum Beispiel jenen Trainer aus Sauerlach, dem ein „Wow, das hat ja Bayernliga-Niveau“ entfuhr. Er meinte die 655 Zuschauer, die sich wie er an einem Mittwochabend das Spitzenspiel der Bezirksliga Nord anschauen wollten. Wiesen wurden zugeparkt, vor der Kasse bildete sich eine Schlange, die man im Landkreis sonst nur kennt, wenn Monika Gruber in der Stadthalle auftritt. Aber heute war Fußball angesagt: gehobener Fußball, wie sich herausstellen sollte. Beide Teams zeigten, dass sie zurecht in der Bezirksliga Nord ganz oben stehen: 40 Minuten lang überzeugte der FC Moosinning, danach war der FC Schwaig dran.

Phase eins: Moosinning hat alles im Griff

Dass eine Viertelstunde lang nichts Aufregendes auf dem Spielfeld passierte, lag am Respekt, den die Schwaiger dem ehemaligen Landesligisten zollten. Es hing aber auch mit der abgeklärten Spielweise der Gäste zusammen, die auf Fehler beim Aufsteiger warteten. Das bedurfte etwas Geduld, weil der FC Schwaig über technisch äußerst starke Abwehrleute verfügt, die mit hohen Bällen nicht das geringste Problem hatten. Stockfehler? Nicht auf diesem Niveau. Aber dann hatte doch Moosinnings Kreativer, Junis Ibrahim, den auf der linken Angriffsseite anstürmenden Dennis Stauf freigespielt, der allerdings am langen Eck vorbeischoss.

Schwaig tat sich in der Offensive schwer. Wo der Ball auch hinkam, stand schon ein Moosinninger. Einmal, als FCS-Kapitän Tobi Jell nach einem harten, aber fairen Tackling den Ball erkämpft hatte, bot sich die Möglichkeit zu einem Konter, doch Ben Held zögerte kurz, und schon war die FCM-Abwehr wieder in Formation. Nur Hellinger war schwer zu greifen. Der wendige Schwaiger Mittelfeldmann schaffte sich immer wieder mit drei, vier schnellen Schritten etwas Freiraum. So brachte er Held in Position, der sich aber bei der Eins-gegen-eins-Situation nicht durchsetzen konnte. Alle Moosinninger waren auf der Hut, auch Keeper Franz Hornof, der rechtzeitig aus dem Tor stürmte, um 25 Meter vor dem Kasten gegen Held rettete.

Weit weniger entschlossen ging die Schwaiger Defensive ans Werk, als sich David Diranko nach einem Einwurf im Strafraum durchwurschtelte. Überlegt setzte er den Ball zum 1:0 ins lange Eck setzte (23.). Der FCM versäumte es danach, die Führung auszubauen. Nach einem schnellen Konter fand die Hereingabe von Alex Auerweck keinen Abnehmer. Eine Vorlage von Ibrahim nahm Kerim Cetinkaya volley. Der Ball verfehlte ebenso das Ziel wie auf der Gegenseite die zwei Versuche von Vincent Sommer.

Phase zwei: Schwaig schlägt doppelt zurück

Die Schwaiger wurden mutiger. Das zahlte sich schnell aus: Spielertrainer Held passte in den Lauf von Hellinger, der den Ball aus 18 Metern zum Ausgleich ins lange Eck jagte. Es war eine kleine Explosion, ein Kraftakt des 26-Jährigen. „Keinem hätten wir dieses Tor mehr gewünscht als unserem Maxi“, sagte Stadionsprecher Manuel Ascher. Durchatmen, Halbzeit.

Der späte Ausgleich in Durchgang eins wirkte nach, denn die Schwaiger gaben auch nach Wiederanpfiff Vollgas. Hellinger setzte sich rechts durch, doch der Winkel für den Torabschluss war zu spitz. Kapitän Tobi Jell leitete nach Ballgewinn einen Konter ein. Seine Hereingabe fand aber keinen Abnehmer.

Im Stile eines Torjägers besorgte schließlich Held das 2:1. Nach einer butterweichen Hereingabe von Hannes Empl stahl er sich vom Verteidiger weg und schob zum 2:1 ein (52.).

Jubel bei den Schwaigern, Ärger auf der FCM-Bank. „Da waren wir viel zu offen“, kritisierte Trainer Helmut Lucksch die „mangelnde Cleverness“ seiner Mannschaft und vermisste danach das Aufbäumen seines Teams.

Denn jetzt war der FC Schwaig eindeutig Chef im Ring. Mikey Strasser spielte Held frei, der aus spitzem Winkel den Abschluss suchte. Mustergültig verarbeitete kurz darauf Sommer einen weiten Ball. Er war seinem Gegenspieler enteilt, wurde aber vor der Strafraumgrenze von den Beinen geholt. Der Freistoß von Held war zwar scharf geschossen, aber kein Problem für Hornof und dessen gutes Stellungsspiel.

Phase drei: Dem FCM fällt nichts ein

FCM-Trainer Helmut Lucksch wechselte Peter Werndl ein. Prompt stand der Routinier bei seinem ersten Ballkontakt frei vor Schwaigs Florian Preußer, der mit einem Reflex parierte. Den Nachschuss setzte Diego Hones übers Tor.

Danach musste wieder Hornof ran, der gegen den nimmermüden Hellinger rettete. Schwaig blieb dran. Immer wieder kurbelte Straßer auf der rechten Seite das Spiel an. Und auf der linken Seite kam Sommer in Schwung. Zwei Spieler ausgetanzt, dann der Pass – und schon stand Sturmkollege Held frei vor Hornof. Das sichere 3:1?

„Mein erster Gedanke war, den Ball an ihm vorbeizuschieben“, sagte der Schwaiger Spielertrainer nach der Partie. „Dann dachte ich mir, ich spiele den Torwart aus. Und dann bin ich ausgerutscht.“ Chance vertan.

Held konnte gelassen sein, denn er verpasste zwar die frühzeitige Entscheidung. Aber so richtig gefährlich wurde es für sein Team auch nicht mehr, auch wenn FCM-Kapitän Johannes Volkmar zweimal zum Kopfball kam. Das brachte ebenso wenig ein wie das grobe Foul von Hones an Held. Und weil der heißblütige Ex-Burghausener, der nach seiner Einwechslung durchaus die linke Angriffsseite belebt hatte, dann auch noch mal meckerte – zumindest sah dies der Schiedsrichter so –, flog er auch noch mit der Ampelkarte vom Platz. Es war der letzte Aufreger dieses Derbys und Bezirksliga-Spitzenspiels.

Quelle: Merkur.de

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