Haching-Präsident vor dem Fall

Schwere Vorwürfe gegen Manni Schwabl

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Es rumort bei der SpVgg Unterhaching: Christoph Hütt (re.) erhebt starke Vorwürfe gegen die Arbeit von Noch-Präsident Manfred Schwabl (Mitte). Auch der Posten von Ex-Schatzmeister Robert Perchtold (li.) muss neu besetzt werden.

SpVgg Unterhaching - Der Termin für die Jahresversammlung bei der SpVgg steht endlich fest. Fest steht auch, dass es im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten am 7. April eine turbulente und spannende Veranstaltung geben wird. Dass Manfred Schwabl Präsident bleibt, ist aktuell kaum vorstellbar.

Grund sind eklatante „Verstöße gegen die Satzung des Vereins“, wie es Christoph Hütt formuliert, der als Kassenprüfer fungiert und auch Vorsitzender des 2012 gewählten Wahlausschusses ist. Die Vorwürfe seien so massiv, „dass wir der Mitgliederversammlung vorschlagen werden, dass der Vorstand nicht entlastet wird. Und da geht es nicht um Formalien.“ Die Einzelheiten würden den Mitgliedern im Bericht der Kassenprüfer mitgeteilt. Die Folge daraus: Zum Präsidenten oder einem Mitglied des Präsidiums kann nur gewählt werden, wer vom Wahlausschuss vorgeschlagen ist. Genau das dürfte im Fall Schwabl nicht passieren. Es gilt mittlerweile als offenes Geheimnis, dass der 49-Jährige für kein Amt im Präsidium mehr zugelassen wird. Eine entsprechende „Stimmungslage“ im Ausschuss bestätigt Hütt, auch wenn hierzu noch keine Beschlüsse gefasst wurden.

Dass es überhaupt zu der monatelangen Verzögerung kam, bis die Mitgliederversammlung stattfindet, dafür seien er selbst und Kassenprüfer-Kollege Peter Büchele verantwortlich, sagt Hütt. Der ursprüngliche Termin im November war nicht zu halten, weil ihm die Unterlagen schlicht zu spät zugegangen waren. Vorwürfe, die nun nach der umfangreichen Prüfung im Raum stehen, sind zum Beispiel, dass nach dem Rücktritt von Schatzmeister Robert Perchtold im März 2015 kein Ersatzmann benannt worden war, was für Hütt laut Satzung aber zwingend vorgeschrieben gewesen wäre. Schwabl habe darüber auch nicht den damals für den Drittligisten zuständigen DFB informiert, zudem auch – bis heute – nicht wie vorgeschrieben den Eintrag im Vereinsregister ändern lassen.

Hütt: "Das ist alles nicht korrekt abgelaufen"

„Das ist alles nicht korrekt abgelaufen, bis heute währt dieser Zustand ohne Schatzmeister“, sagt Hütt. Und das sei nicht in Ordnung, „weil keine Kontrolle mehr da war. Und wir Kassenprüfer haben das zu monieren.“ Ein Grund also, dem Vorstand die Entlastung zu verweigern, zumal nach seiner Einschätzung „die Finanzen des Vereins irgendwann außer Kontrolle geraten sind.“ Solange der Finanzfachmann Perchtold Herr der Hachinger Zahlen war, sei „alles in Ordnung“ gewesen, unterstreicht Hütt, „Zwei Jahre lang gab es kein Problem und alles war auf einem guten Weg.“

Bleibt die Entlastung des Präsidiums durch die Mitglieder nun also aus, drohen im Extremfall spätere Schadensersatzforderungen. In einem SZ-Interview hatte Hütt bereits angedeutet, dass dem Verein möglicherweise „ganz erhebliche Ansprüche gegen das Präsidium zustehen“. Auf keinen Fall allerdings bestehe der Verdacht, dass der Präsident sich persönlich bereichert haben könnte, was in anderen Kreisen hinter vorgehaltener Hand bereits kolportiert wurde. Im Gegenteil: Schwabl hat anscheinend sogar eigenes Geld in die SpVgg gepumpt. Derlei Gerüchte sind wohl eine Folge der undurchsichtigen Führung des Vereins durch Schwabl, die schon als „gutsherrenartig“ und „monarchisch“ bezeichnet wurde. 

Schwabl verweigert Stellungnahme

Der amtierende Präsident schien von den Vorwürfen übrigens überrascht und verweigert derzeit jegliche Stellungnahme. Auf Nachfrage sagte er am Montag: „Von meiner Seite gibt’s dazu zur Zeit keinen Kommentar.“

Sollte Schwabl am 7. April also wie erwartet sein Engagement bei der SpVgg beenden müssen (oder auch wollen), stellt sich die Frage nach einem Nachfolger. Derzeit liegen dem siebenköpfigen Wahlausschuss, dem unter anderem auch der frühere Schatzmeister Toni Schrobenhauser und Unterhachings Sportreferent Richard Raiser angehören, keine Personal-Vorschläge vor. Der Vorsitzende Christoph Hütt ist aber zuversichtlich, dass der Verein nicht führungslos bleibt und von einem Notvorstand geleitet werden muss: „Ich gehe davon aus, dass es Vorschläge geben wird.“ Eine Gruppe von Personen scheint sich auch bereits zu formieren, um zumindest übergangsweise Verantwortung zu übernehmen. Dabei hat Hütt vor allem eine Hoffnung: „Das Präsidium sollte möglichst breit aufgestellt sein. In der Satzung vorgesehen sind ein Präsident, bis zu drei Vizepräsidenten und ein Schatzmeister, diese fünf Posten sollten besetzt werden, um mal klare Strukturen reinzubringen.“

Als Kritik am Amtsinhaber darf sicherlich auch dieser Zusatz verstanden werden: „Die Professionalisierung des Vereins hängt nicht nur an der Organisation, sondern auch an den handelnden Personen.“

Text: Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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