Der SE Freising in der Einzelkritik 

Zwei Dauerbrenner und ein Phantom

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Osaro Aiteniora war einer der Dauerbrenner in der Vorrunde beim SE Freising. 

Zwei Dauerbrenner, torgefährliche Allrounder und ein vielversprechender Neuzugang – der SE Freising der Vorrunde hatte einige positive und wenige negative Überraschungen zu bieten.

Freising – Zwei Dauerbrenner, torgefährliche Allrounder und ein vielversprechender Neuzugang – der SE Freising der Vorrunde hatte einige positive und wenige negative Überraschungen zu bieten in den 21 Partien, die den Lerchenfeldern aktuell Rang sieben bescheren. Wir werfen einen Blick auf die Eleven von Trainer Alex Plabst. Und versuchen eine Prognose, wie sich das Gesicht der Gelb-Schwarzen in der Rückrunde verändern könnte.


Patrick Negele
Kam zu Beginn der Saison, und zunächst wusste niemand, was von dem Sportlehrer zu halten ist. Saß zunächst auf der Bank, nutzte dann aber recht bald seine Chance, als Nummer-eins-Anwärter Boris Hrvacanin passen wusste. Wurde in 15 Partien immer mehr zum wichtigen Rückhalt der Freisinger. Gefällt durch seine ruhige Art, agiert etwas zurückhaltender als sein Vorgänger Stefan Wachenheim, was der Truppe aber nicht schadet.


Osaro Aiteniora
Ist mit 21 von 21 absolvierten Partien einer der Dauerbrenner im Plabst’schen Kader und spielt heuer seine vielleicht beste Saison im Freisinger Dress. Gehört auf der rechten Defensivseite zum Besten, was die Landesliga zu bieten hat. Ließ quasi kaum etwas zu über seine rechte Seite, brachte nicht nur einmal hoch talentierte Angreifer zur Verzweiflung. Unverzichtbar in der SEF-Startelf in 2020.


Andreas Schredl
Der Kapitän ist das zweite Duracell-Häschen der Truppe mit ebenfalls 21 aus 21. Und auch Schredl verteidigt so solide, als würde der Bursche das schon 25 machen, dabei hat der 27-Jährige seine beste Fußball-Zeit noch vor sich. Spielt immer unaufgeregt, fällt jedoch auf, wenn er nicht da ist, was heuer Gott sei Dank nicht vorkam. Auch er ist gesetzt in 2020.


Florian Bittner
Ist der größte Coup des Sommers. Freisings neuer Mittelfeldstratege und spielender Co-Trainer hat die Fäden auf dem Platz fest in der Hand. Spielte heute schon fast alle Positionen, vom Verteidiger bis zum Sturm, einzig ins Tor musste der 28-Jährige noch nicht, weil Patrick Negele immer auf dem Posten ist. Ist mit fünf Treffern zudem zweitgefährlichster Akteur bisher. Auch er: unverzichtbar.


Sebastian Hofmaier
Kam mit Bittner aus Unterföhring und verlieh der SEF-Viererkette das, was letztes Jahr streckenweise abging: Sicherheit. Ist oft der Fels in der Brandung, hat zudem das Auge für die Situationen und stellt Räume zu, die andere gar nicht sehen. Geht gern auch mal dazwischen, was bisher sechs gelbe Karten belegen, ist damit Wortführer der Lerchenfelder Karten-Kompanie. Fehlte bisher nur in einer Partie angeschlagen und wird deshalb auch die Rückrunde komplett bestreiten.


Daniel Zanker
Nur wenig hatten vor der Saison diesen 19-Jährigen auf dem Zettel. Doch aus der SEF-Truppe 2019/20 ist das Eigengewächs kaum mehr wegzudenken. Nicht nur einmal bekam Zanker den Vorzug vor einem erfahreneren Kollegen, stand immerhin 14 Mal in der Startelf, was für einen Neuling beachtlich ist. Zahlte Trainer Alex Plabst das mit mehr als soliden Auftritten zurück. Einzig ein Treffer fehlt dem 19-Jährigen noch, dazu fehlte in mancher Situation dann doch die Erfahrung und Ruhe vor dem Kasten. Könnte jedoch das Nachsehen haben, wenn nach der Pause alle Arrivierten wieder fit sind.


Nikolai Davydov
Gibt es eine Entdeckung des Jahres beim SE Freising, dann ist es der 21-jährige Neuzugang. Kam aus Buchbach, was von ihm zu erwarten ist, wusste weiland aber niemand so recht. Am Ende war er aber einer der Garanten dafür, dass die Domstädter trotz zahlreicher Ausfälle nicht weiter abgerutscht sind im Tableau. Beackerte die linke Außenbahn in 18 Partien wie ein Wilder, zimmerte sieben Tore mal aus der Distanz, mal fein herausgespielt in die Maschen, legte zudem sechs Treffer auch noch auf. Handelte sich mit einer dummen und völlig unnötigen Aktion aber auch den einzigen Freisinger Platzverweis ein. Sorgt auch für die Stimmung im Team, ihn auf Dauer zu halten, dürfte schwierig werden. Muss ansonsten einen Freifahrtschein für die Rückrunde haben.


Michael Schmid
Der einzige Senior im Team als einziger über 30, dürfte offiziell in der AH ran. Wäre dort aber vergeudet, spielt nach wie vor auf einem Top Niveau, wenngleich Pausen nötig sind. Wurde im letzten Jahr Papa von Zwillingen, bereitet aber eher den gegnerischen Offensivkräften schlaflose Nächte mit seinem Spiel. Weiß, wo er mit wenig Aufwand zu stehen hat. Schaltet sich zudem immer wieder in überlegte Offensivaktionen mit ein. Kann zwar – einzig zur Schonung – auch mal draußen bleiben, dennoch weiterhin der Mann für die entscheidenden Spiele.


Jonas Mayr
Spielt heuer mehr als in den vergangenen Jahren, weil mancher Stammspieler fehlt. Beweist aber auch mit solidem und unaufgeregtem Spiel, dass er durchaus in den letzten Jahren mehr Spielzeiten verdient gehabt hätte. War oft der Fels in der Brandung im defensiven Mittelfeld.

Domagoj Tiric
Fehlte leider in fünf Partien, was dem SEF nicht zum Vorteil gereichte. Bindet in der Offensive oft mindestens zwei Verteidiger, spielt zudem immer mehr seine feine Technik aus. Der Kroate akklimatisiert sich immer besser, hat mit drei Treffern (und vier Vorlagen) zudem bewiesen, dass er weiß, wo das Tor steht. Wuchtet, wenn es sein muss, mit seiner starken rechten Klebe immer wieder aus der Distanz aufs Tor und sollte sich das in der Rückrunde ruhig öfters zutrauen. War jedoch auch eines der Opfer, dass der SEF lange ohne Stürmer war und er, der Mittelfeldakteur, zeitweise ganz vorne ran musste. Muss 2020 gesetzt sein.


Daniel Gaedke
War ein klein wenig das Freisinger Phantom bisher. Wirkt oft behäbig, hat aber durchaus ein feines Füßchen - und Köpfchen. Mit seinem Gardemaß quasi nicht zu stoppen für viele Verteidiger, manche verlieren sich in seinem Schatten. Trägt zudem den Titel des Edel-Jokers: Traf heuer fünf Mal in 14 absolvierten Partien und wurde vor jedem Tor eingewechselt. Sollte Andi Hohlenburger fit sein zum Rückrundenstart (zudem kommt Andi Manhart), bleibt dem 25-Jährigen nur die Reservistenrolle. Wieso aber auch nicht, wenn dann wieder Tore herausspringen.


Sebastian Thalhammer
Kommt heuer auf lediglich 12 Partien, und das merkt man dem SEF an. Wird immer stärker, seit er von sich aus Attaching und der Kreisliga kam. Weiß, wann er im defensiven Mittelfeld dazwischen grätschen muss und nimmt es auch in Kauf, dass er eins auf die Knochen bekommt. Schaltet sich aber auch immer wieder in gefährliche Offensivaktionen mit ein.


Florian Schmuckermeier
Freisings letztjähriger Mittelfeldgeneral hat heuer etwas Kommando-Schwierigkeiten, was jedoch (auch) an seinem anfälligen Körper liegt. Konnte nur zwölf Mal mit eingreifen, was dem Freisinger Spiel schadete. Gibt, wenn er da ist, oft die nötigen Impulse, musste heuer aus Personalnot zudem schon als Angreifer ran. Hat zudem einen feines (Fernschuss-)Füßchen, was ihm heuer immerhin drei Buden und zwei Vorlagen einbrachte. Ihm möchte man zuzurufen: Bleib gesund, Schmucki!


Andreas Hohlenburger
Wie nah die Distanz doch zwischen Weltklasse-Saison und einem Jahr zum Vergessen liegen kann, ist an Freisings Goalgetter zu sehen. Ballerte der 27-Jährige letzte Saison noch fast nach Belieben und wurde bester Schütze aller bayerischen Landesligen, findet der „Hohli“ heuer quasi kaum statt. Kam zwar auf elf Einsätze, zeigte da aber mehr Schatten als Licht, weil er stellenweise nur unter Schmerzen spielen konnte. Meldete sich ab September dann komplett ab, zeitweise stand im Raum, dass er bis zum Sommer gar kein Spiel mehr wird absolvieren können. Die Alarmglocken in der Savoyer Au schrillten. Mittlerweile ist klar, dass das Syndesmoseband nicht gerissen ist und Hohlenburger zum Rückrundenstart wieder mit an Bord sein kann.


Robert Rohrhirsch
Ist vielleicht der Akteur, der dem SE Freising mit am meisten fehlt. Verabschiedete sich nach sechs Partien im Sommer noch mal zum Studium nach Amerika, kommt nach der Winterpause aber zurück. War mit 22 gesetzt bei Trainer Alex Plabst, zahlte dieses Vertrauen mit einem Treffer und zahlreichen gefährlichen Offensiv-Aktionen zurück. Auch mit ihm wird der SEF 2020 variabler.


Berin Brzovic
Ihn verpflichteten die Freising zum Ende der Hinrunde, als die Personalmisere immer größer wurde. Ein technisch beschlagener Akteur, der jedoch taktisch noch Nachholbedarf hat und noch einige Schulungen durchlaufen muss, um sich auf das Freisinger Spiel einzustellen. War jedoch auch eines der Opfer, als der SEF ohne Stürmer war und als Mittelfeld-Akteur – wie auch Domagoj Tiric – ganz vorne ran musste.


Trainer Alex Plabst
Ist seit Vereinsikone Sepp Summerer vielleicht das Beste, was dem SEF passiert ist. Hadert zwar oft am Seitenrand, moderierte aber auch die personell schwierige Hinrunde mehr als diplomatisch. Hätte sich stellenweise gern noch selbst eingewechselt, wenn nicht das verletzte und operierte Knie geschmerzt hätte. Freut sich, wenn Ende Februar wieder mehr Personal zur Verfügung steht. Begnadigte zudem den verlorenen Sohn Andi Manhart mit väterlicher Milde. Mit ihm nicht zu verlängern, dürfte einer Bankrott-Erklärung gleichkommen.


Andi Manhart
Zwar erst seit dem 1. Januar wieder Teil des SEF, war doch Gesprächsthema. Verabschiedete sich im Frühsommer, kehrt nun aber als reuiger Sünder zurück und will dem SEF mindestens mal bis zum Sommer helfen. Hat nun die Chance zu zeigen, dass er durchaus das Talent und den Ehrgeiz hat.


SEF-Bank
Gut gefüllt war die Reservebank mit Nachwuchskräften. Wirklich zum Zug kam keiner. Lukas Treffler, Florian Machl, Darius Amados oder auch Karim Tolla müssen geduldig sein. Ihnen gehör die Zukunft. Zudem werden die Einsatzzeiten in der Rückrunde wohl noch weniger, sollten die erfahrenen Kollegen zurückkehren.

Quelle: Merkur.de

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