Der BCF-Youngster im Interview

Senkrechtstarter Schnabel: "Habe hier noch einiges vor"

Sebastian Schnabel ist vom Klassenerhalt felsenfest überzeugt. F: fkn

Immer wieder Vorstandsquerelen und nach dem ersten Saisondrittel gerade einmal neun Zähler auf dem Punktekonto. Positives gibt es über den BCF Wolfratshausen in der laufenden Spielzeit wenig zu vermelden. Wäre da nicht die bemerkenswerte Entwicklung des 19-Jährigen Sebastian Schnabel.

In zehn der bisher ausgetragenen Bayernliga-Partien stand der Farcheter Shootingstar auf dem Feld - und machte mit einem Treffer und vier Torvorbereitungen nachhaltig auf sich aufmerksam. Im Vorort-Interview spricht der talentierte Mittelfeldspieler über seine Ziele mit der Stier-Elf und lässt seine Juniorenzeit bei Eintracht Frankfurt Revue passieren.

Eigentlich hat der BCF eine entspannte Saison angestrebt: Nach elf Spieltagen steht ihr nun wieder ganz hinten drin. Warum?

Sebastian Schnabel: Ich bin der Meinung, dass der Tabellenplatz unsere Leistungen momentan nicht widerspiegelt. Von den elf Spielen waren lediglich zwei richtig schlecht. In den übrigen haben eigentlich nur ein paar Nuancen gefehlt. In Kornburg zum Beispiel, dürfen wir nie und nimmer verlieren. Wir hatten Chancen für drei Spiele und fahren ohne Punkte nach Hause. Mit ein bisschen mehr Cleverness schießen wir die ab. Gebt uns noch ein paar Wochen, dann wird sich das Team auch gefunden haben. Man darf schließlich nicht vergessen, dass unser Trainer  die Mannschaft zu großen Teilen neu zusammenstellen musste. Ich bin also ganz optimistisch, dass sich unser Punktekonto bald füllen wird.

Für dich persönlich läuft es mit viel Spielzeit und fünf Torbeteiligungen ziemlich gut. Hast du gedacht, dass du dich so schnell ans Tempo der Bayernliga anpassen kannst?

Ich bin sehr froh, dass mir der Sprung vom Junioren- zum Herrenfußball so schnell und gut geglückt ist, auch wenn ich mir bewusst bin, dass ich die Leistungen erstmal bestätigen und von Woche zu Woche verbessern und ausbauen muss. Eigentlich bin ich ja eher zufällig hier in der Bayernliga Süd gelandet. Letzten Oktober hat mich mein Studium der Sportwissenschaften nach München verschlagen und da meine Oma hier in Waldram wohnt, habe ich erstmal dort meine Zelte aufgeschlagen.

Ein Wechsel war nicht sofort angedacht...

Ich habe eigentlich nur angefragt, ob ich mich hier fithalten kann, da ich noch in der A-Jugend Hessenliga gespielt habe. Und als mich der Trainer dann vor der Rückrunde gefragt hat, ob ich in den Kader des BCF möchte, habe ich sofort zugesagt. Natürlich habe ich gehofft, dass ich die ein oder andere Spielminute bekommen würde, aber dass es dann sogar noch bis hin in die Relegation klappen würde, konnte keiner erahnen. Der Trainer hat mir dann in der Vorbereitung schon gesagt, dass er an mich glaubt und dass ich es diese Saison zum Stammspieler schaffen kann. Mit diesem Vertrauen im Rücken lässt es sich auch befreit aufspielen. Und dann sind da ja auch noch ein paar "alte Hasen" im Team, von denen ich immens viel lernen kann. Der ein oder andere Tipp während des Spiels ist da sehr hilfreich. 

Hinter den Kulissen gab es mit einigen Funktionärs-Rücktritten wieder etwas Unruhe. Wie hast du das wahrgenommen und wird die Leistung der Mannschaft dadurch beeinflusst?

Ehrlich gesagt habe ich von der ganzen Unruhe und den Querelen, von denen die Öffentlichkeit spricht, nichts mitbekommen. Um diese Themen kümmert sich die Vorstandschaft und der Trainer hält auch alles fern von der Mannschaft. Ich kümmere mich nur ums Fussballspielen und den Verbleib in der Bayernliga.

Mit 19 Jahren hast du dich schon in der Bayernliga etabliert. Willst du künftig noch höher hinaus?

Natürlich ist es der Traum eines jeden jungen Fußballers, in der Bundesliga spielen, oder sogar das Nationaltrikot zu tragen. Allerdings habe ich am eigenen Leib erfahren, wie hart und schwer der Weg ist. Ich habe ja viele Jahre in der Jugend bei Eintracht Frankfurt und Kickers Offenbach gespielt und muss sagen, dass es nicht immer lustig war. Abitur und Leistungssport sind nicht so einfach unter einen Hut zu bringen. Deshalb bin ich jetzt hier umso glücklicher. Es macht einfach Spaß in dieser Mannschaft mit diesen Superjungs zu kicken.

Warum ist der BCF aktuell die richtige Adresse für dich?

Mein Hauptaugenmerk liegt auf meinem Studium. Dass ich mich hier in Wolfratshausen so gut entwickeln kann, verdanke ich unserem Vorstand, Herrn Dr. Fleischer, und natürlich unserem Trainer Marco Stier, der hier einen Superjob macht. Ich bin im August gerade 19 Jahre alt geworden und habe hoffentlich noch ein paar Jahre als Fußballer vor mir. Wichtig ist es, verletzungsfrei zu bleiben und fußballerisch lasse ich einfach alles auf mich zu kommen. Aber erstmal gilt alle Kraft meinem Bachelor-Studium und dem BCF, mit dem ich noch einiges vorhabe.

Am Samstag wartet ausgerechnet der dominante SV Pullach. Alles andere als eine deutliche Niederlage wäre eine Überraschung, oder?

Ich habe noch nie gegen Pullach gespielt und auch keine Angst vor ihnen. Natürlich weiß ich, dass sie amtierender Bayernligameister sind und auch diese Saison wieder an der Spitze stehen. Deshalb gehe ich auch davon aus, dass es eine sehr starke Mannschaft ist. Allerdings hat man in dieser Spielzeit schon mehrfach gesehen, dass jeder jeden schlagen kann. Wenn wir unsere Leistung abrufen, nehmen wir auch etwas Zählbares mit. Wir wollen schließlich am Sonntag auf der Wiesn einen Grund zum Feiern haben.

Welchen Tabellenplatz belegt der BCF am Ende der Saison?

Ich gehe felsenfest davon aus, dass wir auf einem einstelligen Tabellenplatz landen.

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Türkgücü München rüstet auf: Ex-Bundesliga-Profi und -Nationalspieler wechselt zum Viertligisten
Türkgücü München rüstet auf: Ex-Bundesliga-Profi und -Nationalspieler wechselt zum Viertligisten
Kreissportgericht verhandelt Skandalspiel
Kreissportgericht verhandelt Skandalspiel
Walter ist ein heißer Kandidat für die „Bayern-Treffer“-Trophäe
Walter ist ein heißer Kandidat für die „Bayern-Treffer“-Trophäe
Bürgermeister Wolfgang Panzer: Freien Eintritt bei SpVgg Unterhaching gegen KFC Uerdingen
Bürgermeister Wolfgang Panzer: Freien Eintritt bei SpVgg Unterhaching gegen KFC Uerdingen

Kommentare